Arbeitsrecht

VW läutet den Ausstieg aus dem Haustarifvertrag ein

VDI nachrichten, Düsseldorf, 3. 9. 04 –
Für die rund 103 000 Mitarbeiter in den sechs westdeutschen VW-Werken läuft der Tarifvertrag Ende September aus. VW-Personalvorstand Peter Hartz hat angekündigt, dass er in den kommenden beiden Jahren keinen Spielraum für Lohnerhöhungen sehe. Bis 2011 sollen die Personalkosten sogar um 30 % sinken.
Dazu hat Hartz vergangene Woche ein Tarifkonzept (siehe Kasten) vorgelegt, mit dem Standortverlagerungen vermieden werden könnten. Dieses Konzept läutet auch die Abkehr vom Standard des Haustarifvertrags ein, der den Beschäftigten ein um 20 % höheres Lohnniveau als im Flächentarifvertrag der niedersächsischen Metallindustrie sichert.
Einen ersten Schritt zur Durchlöcherung des Haustarifes hat VW bereits mit dem Tarifvertrag 5000×5000 unternommen, der für die Fertigung des Minivans Touran gilt. Dabei arbeiten die Beschäftigten, in der Endstufe sollen es 5000 sein, für einen fixen Monatslohn von 5000 DM (rund 2500 €) unter sehr flexiblen Bedingungen. Dieser Tarifvertrag, so Hartz, könne Vorbild für den gesamten Konzern sein.
Weltweit stehen die Automobilhersteller unter Druck. Kostensenkungen und Preiskämpfe machten den Herstellern zu schaffen, so VW-Personalvorstand Peter Hartz. Enttäuschend sei der heimische Automobilmarkt: „In Deutschland zeichnet sich auch nach drei Jahren Stagnation immer noch keine Belebung ab.“
Derzeit liegen die Positionen zwischen VW und der IG Metall noch weit auseinander. Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung von 4 %, gewinnabhängige Einkommen lehnt sie ab. Auch die 22 Entgeltstufen sollen beibehalten werden. Die IG Metall strebt einen einheitlichen Tarif für Arbeiter und Angestellte an, wie er in Flächentarifverträgen unter dem Namen ERA bereits eingeführt ist. Nur bei der demographischen Arbeitszeit gebe es ein „gemeinsames Problemverständnis“, so ein Sprecher der Gewerkschaft.
Die Gewerkschaft verlangt von der Unternehmensleitung auch, dass die 103 600 Arbeitsplätze in den westdeutschen Werken tarifvertraglich garantiert werden. VW hat für die rund 176 000 Arbeitsplätze im Konzern nur eine Selbstverpflichtung abgegeben. „Wir steuern auf einen Konflikt zu“, meint ein Gewerkschaftssprecher. Die erste Verhandlungsrunde ist am 15. September. rts/has

Von Rts/Hartmut Steiger

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