Recht

Vermeiden Sie Steuergeschenke beim Nachlass

Familienstreit und Geschenke an den Fiskus.

Die Zeit der Erben ist gekommen: In der nächsten Dekade gehen immense Werte auf jüngere Generationen über – Geld, Immobilien, Aktien, Kunst. Deutschland steht vor der größten Vererbungswelle seiner Geschichte.

Rund 14 Billionen DM beträgt das Privatvermögen allein bis 2005 werden 2 Billionen DM vermacht. Und der Staat erbt mit. Inzwischen fließen jährlich knapp 6 Mrd. DM Erbschafts- und Schenkungssteuer in die Länderkassen. Das muss nicht sein. Eine frühzeitige Nachlassplanung spart Steuern und umgeht Streit.

Schon zu Lebezeiten die Erbschaft regeln, darauf lassen sich bei uns nicht allzu viele ein. 71 % der volljährigen Bürger haben kein Testament, ermittelte das Emnid-Institut 1998 im Auftrag des Deutschen Forums für Erbrecht.

Selbst bei den über 50-Jährigen habe nur jeder Zweite eine letztwillige Verfügung verfasst. „Viele Testamente sind zudem selbst gestrickt, was zu Auslegungsschwierigkeiten führt“, weiß Anton Franz Steiner vom Erbrechtsforum (siehe Interview).

Der leichtfertige Umgang mit Vermögenswerten und Familienzwist sind häufig die Folge. Weil Herman Josef Abs, ehemaliger Vorstand der Deutschen Bank, 1994 ohne Testament starb, zankten sich Familie und Museen um seine Kunstsammlung.

Auch Tschibo-Gründer Max Herz vermied eine klare Nachfolgeregelung. Das Resultat nach seinem Ableben: Jahrelanger Erbstreit zwischen den vier Brüdern und einer Schwester.

„Tod und Erbschaft dürfen nicht mehr mit ängstlicher Zurückhaltung diskutiert werden“, fordert daher Lutz Förster, Erbschaftsexperte aus Trier.

Ein zivilrechtlich einwandfrei formuliertes und beim Notar hinterlegtes Testament ordnet den Nachlass und ebnet den Weg zum Vermögenserhalt. Mit dem richtigen Rat spezialisierter Rechtsanwälte und Steuerberater kann man nämlich den Fiskus ins Leere laufen lassen.

Ein wichtiger Schritt nicht nur für Betuchte. Immerhin registrieren die Finanzämter zur Zeit etwa 1 Mio. Erbschaftsfälle pro Jahr. Bei der großen Masse davon werden kleine und mittlere Vermögen übertragen: Im Schnitt gehen heute pro Nachlass etwa 500 000 DM an Ehepartner, Kinder und entfernte Verwandte.

Die erleben jedoch immer wieder böse Überraschungen: Planungsmängel und Fehler bescheren dem Staat stolze Mehreinnahmen. „Rund 50 Prozent der Erbschafts- und Schenkungssteuern könnten vermieden werden“, bestätigt Wolfgang Kastner.

Der Präsident der Gesellschaft für Erbrechtskunde rät dazu, dass Erblasser und Erben sich frühzeitig mit den Vorschriften und Gesetzen beschäftigen. Durch Schenkungen unter Lebenden unter Ausnutzung der Freibeträge oder geschickte Testamentsgestaltung könnte, so Kastner, die Steuerlast auf ein Minimum gesenkt werden.

Legale Tricks, die Betroffene dennoch zu selten nutzen. Das macht zwar keinen Sinn, für Hans-Peter Palenberg gehören subjektive Denkweisen aber zum Berufsalltag: „Die meisten älteren Menschen verdrängen Erbschaft sowie Nachfolgeregelung oder scheuen die Beratungskosten“, sagt Palenberg.

Zwischen 400 DM und 500 DM rechnet der Düsseldorfer Rechtsanwalt und Steuerberater pro Beratungsstunde ab. Der Expertenrat für die intelligente Vererbung von Immobilienbesitz, von Bargeld oder Aktien zahlt sich in der Regel aber aus.

In vielen Fällen lassen sich Werte nämlich zum Nulltarif übertragen. Dafür muss das Vermögen allerdings strukturiert, die Freibeträge und der Gestaltungsspielraum beim Übertrag von Geld und Wertpapieren genutzt werden. Das erfordert Strategien.

Wer die Steuerlast reduzieren möchte, darf also das offene Gespräch zwischen den Generationen nicht scheuen trotz möglicher negativer Assoziationen. „Fragt ein Jüngerer seine Verwandten etwas zum Nachlass, kommt er schnell in den Ruch des Erbschleichers“, bedauert Lutz Förster die oftmals gestörte Kommunikation zwischen Alt und Jung.

MATTHIAS KUTZSCHER

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