Schutzrechte

VDE-Institut und Zoll starten Initiative gegen Produkt- und Markenpiraterie  

Alle Produkte mit VDE-Prüfsiegel, die in die EU importiert werden sollen, werden künftig an der Grenze kontrolliert. Plagiatoren soll damit das Handwerk gelegt werden. In eine ähnliche Richtung zielt eine Initiative der chinesischen Regierung. Sie richtet auf der CeBIT ein Mediationszentrum ein. vdi nachrichten, düsseldorf, 27. 2. 09, sta

Produkt- und Markenpiraterie gefährdet nicht nur die Volkswirtschaft. Noch gefährlicher wird es für den Verbraucher, wenn er ein gefälschtes unsicheres Produkt erwirbt. Zum Schutz der Verbraucher arbeitet das VDE-Institut (Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik) jetzt intensiv mit den europäischen Zollbehörden zusammen. Um Plagiate schneller aufzuspüren, kontrollieren die Zollbehörden ab sofort bei der Wareneinfuhr in die Europäische Union die Vorlage eines gültigen Zertifikats für jedes VDE-Prüfzeichen an einem Produkt. Binnen Minuten werden die Zertifikate online verifiziert. Auch neue Regelwerke für eine strengere Überwachung hat das Offenbacher Prüfinstitut eingeführt. Gezielt schulen VDE-Ingenieure Zollbeamte sowie Mitarbeiter der Marktaufsichtsbehörde.

„Produktpiraten werden immer professioneller. Manche Produkte sind so gut gefälscht, dass nicht sofort ersichtlich ist, ob es sich um ein Plagiat handelt. Der Zoll überprüft zunächst nur die Verletzung des Markenrechts. Wenn das Produkt ein VDE-Zeichen trägt, überprüft der Zoll jetzt, ob es das zu Recht oder Unrecht trägt“, erklärt Klaus Kreß, Leiter der Zertifizierungsstelle beim VDE-Institut.

Installationsmaterialien werden zunehmend gefälscht

Das VDE-Institut ist nach eigenen Angaben das erste Prüfhaus, das sein EU-weit markenrechtlich geschütztes Prüfzeichen von den europäischen Zollbehörden überwachen lässt. Es hat bereits vor Jahren eine eigene Abteilung aufgebaut, die sich auf die Verfolgung von Missbrauchsfällen des VDE-Zeichens konzentriert. „Unsere Aufklärungsquote beträgt über 90 %, freut sich Kreß. Die meisten Vergehen, die vom VDE-Institut aufgedeckt werden, haben ihren Ursprung in China. Eine leichte Zunahme ist bei Produkten aus Italien zu verzeichnen. Bei den Haushaltsgeräten nimmt die Zahl der Missbrauchsfälle ab, während sie bei Installationsmaterialien zunimmt.

Auf der Computermesse CeBIT können sich Hersteller über die Dienstleistungen des VDE-Instituts am VDE-Stand D 80 in Halle 12 informieren.

Pünktlich zur CeBIT startet die chinesische Regierung eine neue Initiative. Mit ihr soll der steigenden Produktfälschungsflut chinesischer Aussteller auf europäischen Messen begegnet werden. Das „China IPR Helpdesk“ ist ein Mediationszentrum, das bei Schutzrechtsverletzungen durch chinesische Aussteller auf der Messe angerufen werden kann. Der mit europäischen und chinesischen Spezialisten besetzte Desk steht den Parteien im Streitfall mit Informationen zur Seite. Über erfolgreiche Mediation soll eine Verminderung der Schutzrechtsstreitigkeiten zwischen europäischen und chinesischen Ausstellern erreicht werden. sta

Von Stefan Asche

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