Recht

So sparen Sie am meisten Steuern

VDI nachrichten, Düsseldorf, 4. 2. 05 -Die Telefonaktion „Ein-kommensteuererklärung 2004“ war ein voller Erfolg. Viele Leser schafften es vergangenen Montag, telefonisch zu den Steuerberatern Wolfgang Meyer und Helmut Friederici, die in der Redaktion zu Besuchwaren, durchzudringen. Hier eine Nachlese der meist gestellten Fragen.

Leser: Sind Abfindungen auf Grund eines Aufhebungsvertrages mit dem Arbeitgeber steuerpflichtig? Muss es sich um eine Kündigung des Arbeitgebers handeln?
Antwort: Die vom Arbeitgeber gezahlte Abfindung wegen der Auflösung eines Arbeitsverhältnisses ist grundsätzlich steuerpflichtig. Ob der Zahlung eine Kündigung des Arbeitgebers zugrunde liegt, oder ob es sich um einen einvernehmlichen Auflösungsvertrag handelt, ist unerheblich. Die Abfindungen sind aber teilweise steuerfrei und unterliegen, soweit bestimmte Freibeträge überschritten werden, dem durchschnittlichen halben Steuersatz.
Leser: Sind die Anwaltskosten für einen Arbeitsgerichtsprozess auch berücksichtigungsfähig?
Antwort: Ja, und zwar nicht nur die unmittelbar anfallenden Anwaltskosten, sondern auch die Fahrtkosten zum Anwalt können Sie als Werbungskosten in Ihrer Einkommensteuererklärung ansetzen.
Leser: Werden beruflich bedingte Umzugskosten steuerlich anerkannt, und wenn ja welche?
Antwort: Beruflich bedingte Umzugskosten sind selbstverständlich berücksichtigungsfähig. Zu den Umzugskosten gehören der Transport, Reisekosten für den Umziehenden und seine Angehörigen, Mietentschädigungen, Kosten für einen neuen Herd und ähnliche Kosten mehr.
Leser: Kann ich die Kosten für die Erneuerung einer Heizung als Werbungskosten in meiner Einkommensteuererklärung angeben, wenn es sich bei dem Gebäude um ein Mehrfamilienhaus handelt und darin eine Wohnung zu eigenen Wohnzwecken genutzt wird?
Antwort: Das können Sie, aber die Kosten für die Erneuerung der Heizung sind als Werbungskosten nur insoweit abzugsfähig wie sie auf die im Haus vermieteten Wohnungen entfallen.
Leser: Ist der Verkauf eines Grundstückes, das von den Eltern vor fünf Jahren geschenkt wurde und das jetzt verkauft werden soll, einkommensteuerpflichtig?
Antwort: Grundsätzlich ist die Veräußerung eines Grundstückes, das sich schon seit mehr als zehn Jahren im Familienbesitz befindet, nicht einkommensteuerpflichtig. Das trifft auf Sie zu, weil das Grundstück von Ihren Eltern auf Sie ja in direkter Linie übertragen wurde und damit im Familienbesitz geblieben ist. Aber Achtung! Wenn Sie bei der Übertragung des Grundstückes vor fünf Jahren auch noch auf dem Grundstück lastende Verbindlichkeiten übernommen haben, kann es sich insoweit um eine entgeltliche Anschaffung gehandelt haben mit der Folge, dass eine Steuerpflicht entstehen kann.
Leser: Welche Kosten für ein Arbeitszimmer können als Werbungskosten angesetzt werden?
Antwort: Alle mit dem Arbeitszimmer unmittelbar zusammenhängenden Kosten sind berücksichtigungsfähig – wie Strom, Wasser, Heizkosten, anteilige Grundbesitzabgaben, Zinsen zur Finanzierung des Grundstückes und Gebäudes, Instandhaltungskosten für den Vorgarten und andere Instandhaltungskosten für das Gebäude, Abschreibungen auf das Gebäude usw.
Leser: Können Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte berücksichtigt werden, wenn der Betrieb über 80 km vom Wohnort entfernt liegt?
Antwort: Wenn die Fahrstrecke arbeitstäglich zurückgelegt wird, sind die Kosten selbstverständlich als Werbungskosten mit 0,30 €/km als Entfernungspauschale zu berücksichtigen.
Leser: Kann ich Krankheits- und Beerdigungskosten als außergewöhnliche Belastung geltend machen?
Antwort: Soweit diese Kosten getragen und bei den Krankheitskosten keine Erstattung von Krankenkassen erfolgt, sind diese Kosten als außergewöhnliche Belastung berücksichtigungsfähig. Kosten für die Beerdigung von nahen Angehörigen können nur dann geltend gemacht werden, wenn der Verstorbene kein Vermögen hinterlassen hat, aus dem diese Kosten bestritten werden konnten.
Leser: Lohnt der Kauf eines Hauses, um es an die Eltern zu vermieten?
Antwort: Wenn ein Haus gekauft und anschließend vermietet wird, und zwar zu einem ortsüblichen Mietpreis, ist das Mietverhältnis unabhängig davon anzuerkennen, ob es sich um eine Vermietung zwischen Eltern und Kindern handelt oder zwischen Fremden. Entscheidend ist für den Fall der Vermietung an Eltern, ob diese die Miete aus eigenem Einkommen zahlen können, und ob die Miete mindestens 76 % der ortsüblichen Miete beträgt. Sind diese Voraussetzungen erfüllt und bewohnen die Eltern die Wohnung auch, dann können Sie sämtliche für das Haus entstehenden Kosten, also auch die Schuldzinsen, laufende Kosten der Unterhaltung usw. als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung ansetzen.
Leser: Kann ich Rechtsanwaltskosten für einen Unfall im Privatbereich in die Einkommensteuererklärung aufnehmen?
Antwort: Grundsätzlich nein, weil der Unfall in der Privatsphäre lag.
RENATE ELBERS-LODGE

Von Renate Elbers-Lodge

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