Arbeitsrecht

Piëch verteidigt VW-Mitbestimmung  

VDI nachrichten, Düsseldorf, 19. 9. 08, has – Porsche hat seine Anteile an VW erhöht und ist in Wolfsburg am Ruder. Ferdinand Piëch, Mit-Eigner von Porsche, hat dem Stuttgarter Autobauer indirekt mangelndes Verständnis für die Mitbestimmung bei VW vorgeworfen.

Anfang der Woche hat Porsche seine Anteile an Volkswagen auf gut 35 % ausgebaut und damit faktisch die Kontrolle über VW übernommen. Das Ziel bleibe, den Anteil auf mehr als 50 % zu erhöhen, sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Aus rechtlichen Gründen muss Porsche mit dieser Aufstockung den Aktionären von Audi ein Übernahmeangebot unterbreiten. Dabei nutzte Wiedeking die Gelegenheit, um Spekulationen entgegenzutreten, der Sportwagenbauer wolle Audi übernehmen. „Wir haben kein Interesse, Audi aus dem Konzernverbund herauszulösen.“

Durch die neuen Beteiligungsverhältnisse ziehen Betriebsräte von VW in den Betriebsrat der Porsche Europa-Holding ein. Um die Machtverteilung in diesem Gremium streiten seit Monaten Management und Betriebsrat von Porsche mit dem Betriebsrat von VW.

Jetzt will der Betriebsrat von Volkswagen prüfen, ob er eine weitere Klage einreichen wird, um eine neue Mitbestimmungsvereinbarung durchzusetzen, die den Betriebsräten von VW mehr Einfluss sichert. Bernd Osterloh, Konzernbetriebsratsvorsitzender von VW, sieht „strukturelle Änderungen“, die eine Klage rechtfertigen.

Mangelndes Verständnis für die Besonderheiten von VW hat Ferdinand Piëch, Aufsichtsratsvorsitzender von Volkswagen, indirekt dem Großaktionär Porsche vorgeworfen. In einem Interview mit dem VW-Werksmagazin verwies Piëch auf die Mitbestimmung bei VW und die Geschichte des Unternehmens. Piëch: „Auf beides müsste man besser eingehen.“ Er trete für die stark mitbestimmte und gewerkschaftlich orientierte Unternehmenskultur von Volkswagen ein. Unternehmen könne man „auch mit der Mitbestimmung erfolgreich führen“. Zu Beginn dauere es etwas länger, einen Weg einzuschlagen, dafür habe man aber auch 350 000 Mitarbeiter hinter sich.

Der Konflikt zwischen den beiden Automobilherstellern hatte am Freitag vergangener Woche in Wolfsburg einen Höhepunkt erreicht und zu Spekulationen über die Abwahl Piëchs als Aufsichtsratsvorsitzender von VW geführt.

Piëch, Miteigentümer von Porsche und früher Chef bei Audi und VW, enthielt sich in der Aufsichtsratssitzung bei einem Antrag der Arbeitnehmerbank, mit dem Porsche verpflichtet wird, sich die Zusammenarbeit mit Audi vom VW-Aufsichtsgremium genehmigen zu lassen. Durch seine Enthaltung wurde der Antrag angenommen.

In den Medien wurde spekuliert, Piëch handele aus Machterhaltung. Ein namhafter Automobilexperte, der anonym bleiben möchte, sieht das anders. Er sieht weniger persönlichen Machterhalt als eine Strategie. Piëch wolle verhindern, dass in die Produktpolitik und in die Produktplanung bei Volkswagen eingegriffen wird, vor allem bei Audi, das von Piëch stark geprägt worden sei und das als Technologietreiber im Konzern gelte.

Der Experte glaubt nicht, dass Porsche Europas größten Automobilhersteller VW operativ leiten wolle. Volkswagen habe große Erfahrung bei der Koordinierung von Prozessketten und ein enormes Produktionswissen. Künftig könnte VW jedoch unter stärkeren Renditedruck geraten. Dass wäre eine Abkehr vom klassischen VW-Weg unter Piëch, mit dem Rationalisierungserfolge über Produkte und Innovationen erzielt worden seien. has/AP/rts

  • Hartmut Steiger

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