Arbeitsrecht

Mehr Jobs durch flexiblere Arbeitszeiten

Mittelständische Firmen bevorzugen bei alternativen Arbeitszeitmodellen Arbeitszeitkonten und Schichtmodelle.

Die Nachfrage übertrifft die Erwartungen: 100 Firmen sollten in NRW „Piloten“ für flexiblere Arbeitszeiten sein, 196 Unternehmen meldeten sich für das Projekt an. Diese Bilanz zog in der vergangenen Woche NRW-Arbeitsminister Harald Schartau. Sein Ministerium will künftig allen kleinen und mittleren Firmen bei der Einführung flexibler Arbeitszeiten eine kostenlose Beratung anbieten. Bedingung ist, dass mehr Stellen geschaffen werden.

Dass dies möglich ist, zeigen nach Schartaus Ansicht die 196 Betriebe, die im NRW-Landesprojekt mitmachen. Die ersten 66 arbeiten bereits mit neuen Arbeitszeit-Systemen. Sie haben zusammen 450 neue Arbeitsplätze geschaffen und hätten vorhandene Stellen in den Unternehmen gesichert. Schartau: „Unternehmen brauchen oft nur eine kurze, konzentrierte Einstiegshilfe und können den weiteren Weg dann selber gehen. Wir brauchen nur einen Anstoß zu geben und können uns dann aus der Förderung zurückziehen. Pro neuem Arbeitsplatz haben wir im Durchschnitt 1000 DM Fördergelder ausgegeben.“

Bei der Auswahl der alternativen Arbeitszeit-Modelle rangieren Arbeitszeitkonten (60,6 %) vor der Einführung neuer Schichtmodelle (40,8 %). 18 % der Firmen haben – zum Teil zusätzlich – Wochenendarbeit eingeführt. Bei den Zeitkonten geht der Trend in der Praxis zu Jahresarbeitszeiten, verbunden mit dem Abbau von Überstunden und dem Ausgleich von Auftragsschwankungen. Im Bereich der Schichtarbeit fand großen Anklang, die Betriebszeiten nach arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen neu zu gestalten, zum Beispiel durch weniger Nachtschichten und größere Freizeitblöcke. Dadurch wurde die Akzeptanz der Schichtarbeit verbessert.

Wie viele Arbeitsplätze sich letztendlich mit der Umstellung auf flexiblere Arbeitszeiten schaffen lassen, könne nicht schematisch errechnet werden, sagte der NRW-Arbeitsminister. Gleichwohl sei unabdingbar, die Chancen der Arbeitszeitgestaltung zu nutzen, wo immer sich diese bieten. Dass dies zu vermehrter Samstagsarbeit oder zu Schichtarbeit führt, die Schartau als früherer IG-Metall-Bezirksleiter von NRW möglichst minimieren wollte, nimmt er in Kauf. Stellen hätten Vorrang.

Dies gelte auch für das Thema Qualifikation, das als nächstes verstärkt in Angriff genommen werden soll. Schartau: „Das Bündnis für Arbeit auf Bundesebene hat vorgeschlagen, die Arbeitszeitpolitik zukünftig für Weiterbildung im Sinne des lebenslangen Lernens zu nutzen.“ Hierfür sollen Langzeitarbeitskonten eingerichtet werden. Auch wenn hierzu noch keine konkreten Schritte vereinbart worden sind: Diese Entwicklung wird kommen.“ MARTIN ROTHENBERG

www.arbeitszeiten.nrw.de

Von Martin Rothenberg

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