Tarifrunde

IG Metall: Mehr Geld und Sicherung der Jobs  

Ein Modell für einen beschäftigtenorientierten Tarifabschluss hat die IG Metall Niedersachsen vorgelegt (siehe Kasten). Damit sollen, so Bezirksleiter Hartmut Meine, die Nachfrage stimuliert und Beschäftigung gesichert werden. Das Modell enthalte auch Ansatzpunkte, um Fachkräfte für die Zukunft zu binden. VDI nachrichten, Düsseldorf, 6. 11. 09, has

Meine: Die Wirtschaftskrise gebietet, frühzeitig das Thema aufzugreifen und mit Betriebsräten und Vertrauensleuten der IG Metall zu diskutieren.

Was unterscheidet Ihren Vorschlag von dem, was Berthold Huber, der Erste Vorsitzende der IG Metall, vergangene Woche zu diesem Thema gesagt hat?

Im Grunde nichts, es ist nur eine Konkretisierung. Mein Kollege Huber sagte, dass in der nächsten Tarifrunde die Beschäftigungssicherung ein zentrales Thema sein wird. In der IG Metall besteht Konsens: Beschäftigungssicherung und Entgelterhöhung sind, anders als in der vergangenen Tarifrunde, die beiden wichtigsten Themen.

Ist es auch Konsens in der Gewerkschaft, dass die übliche Formel, wonach für eine Lohnerhöhung Produktivitätswachstum, Inflationsrate und eine Umverteilungskomponente zugrunde gelegt werden, in der nächsten Tarifrunde keine Rolle spielen soll?

Wir müssen angesichts der wirtschaftlichen Lage neue Wege gehen. Wir haben die große Sorge, und fühlen uns darin auch von Ökonomen bestätigt, in eine Deflation zu geraten, bei der die Preise stagnieren oder gar fallen. Daraus kann sich eine Abwärtsspirale ergeben, weil die Verbraucher in Erwartung weiter sinkender Preise sich mit dem Konsum zurückhalten. Eine solche Entwicklung hat Japan über viele Jahre große Probleme bereitet. Daher wollen wir in der 2010 anstehenden Tarifrunde mit einer moderaten Entgelterhöhung die Binnennachfrage stabilisieren, einen Preisverfall verhindern und gleichzeitig Beschäftigung in den Betrieben mit einer angespannten Auftragssituation sichern.

Arbeitgeber-Präsident Dieter Hundt hat von den Gewerkschaften Zugeständnisse verlangt, z. B. bei tariflichen Zusatzleistungen.

Bisher habe ich von Gesamtmetall keine Äußerungen dazu gehört. Der Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall, Volker Schmidt, hat aber bereits unmissverständlich Entgeltkürzungen ausgeschlossen. Statt Entgelte zu senken, sollten die Arbeitgeber sich unseren Vorschlag anschauen und die Chancen ausloten.

Welche Chancen sind es?

Die dritte Komponente unseres Vorschlages ist auch ein Angebot an die Arbeitgeber, etwas zur Beschäftigungssicherung zu tun. Wir werden am Ende der Krise Ingenieure und Facharbeiter brauchen. Der letzte Tag der Krise wird der erste Tag sein, an dem wieder über den Mangel an Ingenieuren geklagt wird. Außerdem enthält unser Vorschlag das Angebot einer moderaten Entgelterhöhung und Elemente zur Sicherung des Fachkräftebestandes.

Eine Nullrunde können Sie jetzt schon ausschließen?

Ich gehe davon aus, dass es keine Nullrunde geben wird. Über Zahlen werden wir aber erst im nächsten Jahr sprechen.

Halten Sie Ihr Modell bundesweit für übertragbar? Sie sagen ja selbst, dass die Branche in Süddeutschland größere Probleme habe als in Niedersachsen.

Es handelt sich um einen Vorschlag, den wir in der IG Metall weiter diskutieren werden.

Über beschäftigungssichernde Maßnahmen sollen Arbeitgeberverband und IG Metall in letzter Instanz entscheiden. Hat die IG Metall dazu überhaupt die Kapazitäten?

Zunächst müsste in den Betrieben zwischen Geschäftsleitung und Betriebsräten festgelegt werden, ob es eine Einmalzahlung gibt oder ob beschäftigungssichernde Maßnahmen ergriffen werden. Dabei können wir die Betriebe dank unserem engen Betreuungssystem sehr wohl unterstützen. Die konkrete vertragliche Ausgestaltung sollte dann aber durch die Tarifvertragsparteien erfolgen.

Eine Frage zu Karmann. Was wäre der IG Metall lieber: Der Kauf durch das Management oder durch Volkswagen?

Im Moment laufen entscheidende Gespräche über Karmann. Es gibt eine hauchdünne Chance, dass in Osnabrück Automobile gebaut werden können. Dazu führt die IG Metall derzeit mit Volkswagen Tarifgespräche. Es hakt an den Gesellschafterfamilien Karmann, Boll und Battenfeld. Ich appelliere an die Familien, den Weg freizumachen für eine Lösung. HARTMUT STEIGER

Von Hartmut Steiger

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