Arbeitsrecht

Haustarif bei Volkswagen weiter unter Druck  

Der Sportwagenhersteller Porsche will mit rund 20 % bei Volkswagen einsteigen, der neue Geländewagen Marrakesch wird in Wolfsburg gebaut.

Voraussetzung war, dass die Kosten pro Stück um 850 € gesenkt werden. Diese Vorgabe von VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard wurde auch erreicht, aber nicht im Rahmen des VW-Haustarifs, sondern innerhalb der Auto 5000 GmbH. Dort verdienen die Mitarbeiter bis zu 20 % weniger als im Haustarif, aber noch so viel, wie im Flächentarif der niedersächsischen Metall- und Elektroindustrie.

Für die IG Metall ist dieser Abschluss dennoch ein Erfolg. Denn der Marrakesch wird ab 2007 von rund 1000 Lehrlingen gefertigt, die in den Jahren 2006 und 2007 ihre Ausbildung abschließen. Sie werden unbefristet in die Auto 5000 GmbH übernommen, für sie gelte auch die Beschäftigungssicherung bis Ende 2011, wie sie im vergangenen November vereinbart worden ist, so ein Sprecher.

Würden die Auszubildenden nicht in die Auto 5000 GmbH übernommen, würden auf Grund der unzureichenden Auslastung des Werkes in Wolfsburg Arbeitszeit und Gehalt abgesenkt. Dann lägen die monatlichen Einkommen unter dem Niveau von rund 2556 €, die bei der Auto 5000 GmbH gezahlt werden.

Doch die Standortvereinbarung enthält auch den Keim für Konflikte. Vorstandsmitglied Bernhard: „Allen, die glauben, dass damit alle Probleme gelöst sind, muss ich sagen, dass es nicht so ist.“ In Wolfsburg und Emden – hier voraussichtlich das Passat-Coupe – plant VW weitere Fertigungen im Rahmen des Haustarifs – aber nur unter der Voraussetzung von „Wirtschaftlichkeit“ und „Kostenoptimierung“.

Ein Vertreter von VW sprach bereits davon, dass der Haustarif in Emden zu „modifizieren“ sei. Ein Sprecher der Gewerkschaft nennt das „irreführend“. Für IG-Metall-Bezirksleiter Hartmut Meine ist der Haustarif, ungeachtet des Zugeständnisses vom Dienstag, „funktionstüchtig und stabil“, schließlich gelte er für rund 99 000 Beschäftigte.

Der Standortentscheidung vorangegangen war die Nachricht, dass Porsche seine Beteiligung an VW auf 20 % aufstocken wolle. Beide Unternehmen arbeiten bereits seit Jahren eng zusammen. Doch ist der Einstieg von Porsche nicht nur von technischen, sondern auch von finanziellen Motiven geprägt: „Eine zweistellige Rendite“ erwarten die Stuttgarter von ihrer angepeilten Beteiligung an VW. Damit könnte das 3-Mrd.-€-Investment Porsche netto etwa soviel einbringen wie die reine Geldanlage der Investitionssumme.

VW kann dank einer stabilen Struktur der Anteilseigner nachhaltig und zu wettbewerbsfähigen Konditionen am Hochlohnstandort Deutschland zusätzliche Automodelle produzieren.

Für den niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff ist die Standortvereinbarung der Beweis, dass „industrielle Produktion in Deutschland möglich ist“. Wulff fordert, Deutschland als zentralen Produktionsstandort der Autoindustrie zu erhalten. „Wir brauchen ein stärkeres Miteinander statt ein Gegeneinander.“

Auf der britischen Insel hingegen, meldete Spiegel Online diese Woche, hätten Kommentatoren „geschäumt“. Der Aktienkauf solle nur „die unausweichliche Aufspaltung des VW-Konzerns“ verzögern. Die „Financial Times“ kritisierte diesen „unglaublichen“ Vorgang einer Wiederbelebung der Deutschland AG. AP/rts/ro/has

Ein Beitrag von:

  • Hartmut Steiger

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