Recht

Der Hase und der Igel  

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„Das Bündnis dient dazu, Wissenschaftlern zu helfen, ihre Urheberrechtsinteressen zu artikulieren“, erklärt der Professor für Bürgerliches Recht, Wirtschaftsrecht, Zivilprozessrecht und Rechtsinformatik an der Universität Münster. Alle großen deutschen Wissenschaftsorganisationen, mehr als 200 Institutionen und 3000 Privatpersonen wollen sich hier für einen offenen Zugang zu Wissen und Bildung einsetzen. Ein Ziel, das Hoeren durch die Urheberrechtsnovelle und den neuen Reformentwurf gefährdet sieht. Sollte beispielsweise, wie im jüngsten Entwurf zu lesen, die Fernleihe der Hochschulbibliotheken zugunsten von Verlagsangeboten beschränkt werden, betreffe das nicht nur die Wissenschaft, sondern auch die Wirtschaft, warnt Hoeren.

Den umgekehrten Weg geht der geschäftsführende Direktor des Instituts für Informations-, Telekommunikations- und Medienrecht (ITM) mit eigenen Veröffentlichungen. Dem Prinzip des „Open Content“ folgend, aktualisiert er seit fünf Jahren regelmäßig sein Skriptum zum Thema „Internetrecht“, und stellt es im Netz kostenlos zum Abruf bereit. „Mehr als 4000 Zugriffe pro Woche und die positiven Rückmeldungen zeigen mir, dass man als Wissenschaftler seine Reputation auch hier voranbringen kann.“ Eine weitere Veröffentlichung zum IT-Recht sei geplant, ebenso werde die umfangreiche „Netlaw-Library“ des ITM, gespickt mit Musterverträgen und Urteilen aus allen Rechtsgebieten, ständig erweitert.

„Ein Buch hat auch im digitalen Zeitalter seine Berechtigung“, sagt der 43-Jährige, den Freunde als Querdenker beschreiben. Doch es erfülle heute andere Funktionen. „Im Internetrecht ist ein halbes Jahr wie 10 Jahre, deshalb die regelmäßige Aktualisierung.“

Aber hinkt das Recht nicht ständig der Technik hinterher? Hoeren beantwortet die Frage mit dem „armen abgehetzten juristischen“ Hasen, dem der Igel stets einen Schritt voraus ist. „Juristen sind Legastheniker des Fortschritts“, sagt der so untypische Vertreter seiner Zunft. „Allerdings ist die Alternative nicht, das Recht immer wieder anzupassen. Das richtige Verhältnis ist eine ,produktive Ungleichzeitigkeit“ – wir müssen behutsam regulieren und technische Entwicklungen immer wieder hinterfragen.“

Um sich jedoch nicht nur „im Sud“ der Hochschule zu bewegen, hält der Vater zweier Töchter weiter an seiner Achtel-Richterstelle am OLG Münster fest. „Von dort kann ich vieles aus der Praxis in die Vorlesung mitbringen.“ SIMONE ZELL

Von Simone Zell

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