Arbeitsrecht

Altersteilzeit für Firmen ab Juli teurer

VDI nachrichten, Dortmund, 27. 2. 04 –
Die Regelungen zum Altersteilzeit-Gesetz ändern sich zum 1. Juli erneut. In zwei wesentlichen Punkten wird diese Form der Frühverrentung damit für Unternehmen weniger attraktiv. Altersteilzeit (ATZ) hat sich nach dem Ende der meisten Frühverrentungsprogramme zu einem „Renner“ entwickelt. Üblicherweise laufen Altersteilzeitregelungen drei bis sechs Jahre, und zwar als Blockmodell: Der Arbeitnehmer arbeitet etwa 18 Monate voll, erhält aber ein gekürztes Entgelt. Dies wird von der Firma um 20 % aufgestockt, die das Arbeitsamt aber ersetzt.
Ab Juli wird dieses Modell nun für die Firmen teurer. Der Zuschuss von 20 % des Arbeitsamtes sinkt, weil das Arbeitsamt seinen Aufstockungsbetrag anders berechnet. Das trifft vor allem Besserverdiener, weil der staatliche Zuschuss mit Erreichen der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung gedeckelt ist. Damit überweist das Arbeitsamt beispielsweise für Ingenieure mit ATZ-Verträgen weniger Geld.
Als zweite Verteuerung schreibt der Gesetzgeber den Firmen vor, dass sie ab Juli die Leistungen, die sie an Altersteilzeitler zahlen, gegen Insolvenz absichern müssen. Bisher war dies eine Kann-Bestimmung. Die neue Verpflichtung hat im Wesentlichen zwei Nachteile für die Unternehmen: Zum einen kostet die Insolvenz-Absicherung schlicht eine Versicherungs-Prämie – je nach Solidität des Unternehmens. Zum anderen wird durch den Zwang zur Insolvenzsicherung Kapital entzogen. Nimmt derzeit ein Arbeitnehmer die Altersteilzeit-Regelung in Anspruch und arbeitet zunächst 1,5 Jahre im Block zu halbierten Bezügen, so gibt er in dieser Zeit seiner Firma einen zinslosen Kredit – nämlich die zweite Hälfte seines Gehalts. Wie die Zahlungsunfähigkeit von Babcock allerdings schmerzlich vor Augen führte, ist im Insolvenzfall bisher dieses Kapital, das eigentlich den Altersteilzeitlern gehört, weitgehend verloren. ro

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