Die Karriere planen

Womit können Ingenieure die Wartezeit bis zum Master überbrücken?

Wenn Ingenieure einen Master aufsatteln möchten, entsteht oft eine Lücke von mehreren Monaten. Wie kann sie gefüllt werden, ohne dass Personaler später mutmaßen, das Aufbaustudium sei nur eine Entscheidung aus Mangel an anderen Gelegenheiten gewesen?

Eine Pause bis zum Master tut gut.

Eine Pause bis zum Master tut gut.

Foto: panthermedia.net/SashaMedvedev

Viele Ingenieure begnügen sich nicht mit dem Erststudium. Sie schließen ein weiteres Studium an, um beispielsweise nach dem Fachhochschulstudium auch den Abschluss an einer technischen Hochschule oder einer Universität zu erlangen oder um dem weniger anspruchsvollen Bachelor einen Master als Ingenieur folgen zu lassen.

Andere wollen ihr ingenieurwissenschaftliches Studium durch einen Titel aufpeppen, beispielsweise in Business-Administration, oder sie möchten dem akademischen Werdegang durch ein Doktorstudium die Krone aufsetzen. Wie dem auch sei, mit viel Glück schließt das Zweitstudium lückenlos an das erste an. Im Regelfall kann aber zwischen beiden Studien eine Lücke von mehreren Monaten klaffen, wenn beispielsweise das Erststudium im März abgeschlossen wird und der Master für Ingenieure erst im September beginnt. Was tun in dieser Zeit? Wie wird eine etwaige Lücke im späteren Bewerbungsprozess interpretiert?

Sollten Ingenieure vorm Master ein Praktikum absolvieren?

Da kümmert sich der emsige Bachelor-Student, der einen Master aufsatteln möchte, zur Überbrückung der mehrmonatigen Wartezeit um eine Praktikantenstelle als Ingenieur. Er würde damit zwar die vermeintlich gefährliche Lebenslauflücke vermeiden, er provoziert aber mit der im Grunde gut gemeinten Aktion bei „kreativen“ Personalern eine wenig vorteilhafte Spekulation. Aus der Tatsache des folgenden Praktikums nach dem Bachelorstudium könnte geschlossen werden, dass der Kandidat den regulären Einstieg in den Arbeitsmarkt nicht geschafft hat. Er begnügte sich also mit einem Praktikum. Aus Frust schloss er danach, mehr oder weniger zwangsweise, das Masterstudium an.

Ein anderer, findiger Fachhochschulstudent überlegt sich etwas ganz Pfiffiges. Er möchte sich in Anbetracht des tollen Ingenieurmarktes um eine reguläre Arbeitsstelle bewerben, um so zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen. Zum einen tut sich keine Lebenslauflücke auf, zum anderen kann er in der Wartezeit ordentlich Geld verdienen. Am Ende der Probezeit kündigt er dann, um pünktlich den Master als Ingenieur anzutreten. Mal abgesehen davon, wie bei dieser Überbrückungsstrategie das Arbeitszeugnis lautet, macht sich diese Variante immer schlecht.

Eine feste Stelle für Ingenieure als Überbrückung bis zum Master?

Der Personaler wird später dem Ingenieur sicherlich kaum glauben, dass er hier aus freien Stücken gekündigt hat, um den Master zu starten. Auch hier liegt es auf der Hand zu spekulieren: Hat der Kandidat die Probezeit bei dem Arbeitgeber nicht überstanden? Hat er aus Ermangelung eines anschließenden Beschäftigungsverhältnisses das weitere Studium notgedrungen angeschlossen?

Man kann die Sache also drehen und wenden, wie man will. Am unverfänglichsten ist es noch, den Zeitraum bis zum Master als Ingenieur im Lebenslauf einfach offen zu lassen. Eine fünf- bis sechsmonatige Lücke zwischen zwei Studien (ein Semester) kann durchaus noch als normal betrachtet werden. Im Grunde entsteht hier also kein weiterer Erklärungsbedarf. Im Lebenslauf, Anschreiben bzw. Vorstellungsgespräch kann immer noch darauf verwiesen werden, dass die fachliche, sprachliche und organisatorische Vorbereitung für das zweite Studium einige Zeit beanspruchte. Insbesondere wenn das weitere Studium im Ausland stattfindet, leuchtet das doch den meisten Personalern ein.

Eine Pause bis zum Master tut Ingenieuren gut

Mit etwas Lebenserfahrung darf man jungen Menschen in dieser – glücklichen – Lage etwas ganz anderes raten: das zu tun, wonach einem gerade der Kopf steht und einmal mehrere Monate unbelastet zu leben, wenn es das Portemonnaie zulässt! Also beispielsweise Hobbies nachzugehen, für die in der Vergangenheit wenig Zeit war, Länder bereisen, die einen schon immer interessiert haben, in Fachrichtungen links und rechts neben dem Studium hineinschnuppern, bevor sie den Master als Ingenieure beginnen.

Wahrscheinlich wird sich im Leben nur noch selten, wenn überhaupt, noch einmal ein solch langer Zeitraum ergeben, der unbeschwert und ohne größere Verpflichtungen gelebt werden kann. Alle anderen Varianten, die Auszeit zu nutzen, können gegebenenfalls später von Personalern verkehrt interpretiert werden. Das stört zwar im Augenblick niemanden, wohl aber in Zeiten eines abflauenden Arbeitsmarktes, wenn die Personalauslese wieder nach sehr strengen Maßstäben vorgenommen wird. Anders herum wundert sich niemand, wenn Ingenieure die Lücke bis zum Master entspannt angehen lassen.

 

Ein Beitrag von:

  • Bernd Andersch

    Bernd Andersch ist Karriere-Coach, Sachbuchautor und Spezialist für Bewerbungsstrategien.

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