Beratung

Wo der Mitarbeiter Mensch sein kann

Wie steht es um die Work-Life-Balance in deutschen Unternehmen? Exklusiv für die VDI nachrichten ist das Arbeitgeberbewertungsportal Kununu dieser Frage nachgegangen. Ergebnis: Kleine und mittelgroße IT- und Consulting-Firmen schneiden mit Abstand am besten ab.

In kleinen und mittelgroßen Unternehmen können Ideen und Konzepte schneller umgesetzt werden.

In kleinen und mittelgroßen Unternehmen können Ideen und Konzepte schneller umgesetzt werden.

Foto: panthermedia.net/PunktKommaStrich

Der Daimler-Stern, das Bayer-Kreuz und der Lufthansa-Kranich: Das sind die Ziele, zu denen sich deutsche Uni-Absolventen normalerweise hingezogen fühlen. Die großen Konzerne des Landes locken mit üppigen Gehältern, Einfluss und Prestige. Vielleicht sollten die Young Professionals ihre Traumdestinationen aber noch einmal überdenken. Denn wenn es um die besten Rahmenbedingungen geht, sind die Großen vom Goldstandard weit entfernt. Mitarbeiter kleiner und mittelgroßer Firmen aus dem IT- und Consultingbereich bekommen Privat- und Arbeitsleben am besten unter einen Hut, genießen den größten Wohlfühlfaktor. Das legt zumindest die Top-Ten-Liste von Kununu nahe, die den VDI Nachrichten exklusiv vorliegt.

„Wir sehen unsere Aufgabe als Arbeitgeber darin, den Kollegen den nötigen Freiraum zu schaffen“, sagt Volker Maiborn, Geschäftsführer der IT-Beratungsagentur Maiborn Wolff. Was bei anderen nach reiner PR-Phrasendrescherei klingt, scheint hier einen wahren Kern zu haben. Die Münchener führen das branchenübergreifende Kununu-Ranking an. 4,76 von maximal 5 Punkten haben die Mitarbeiter ihrem Arbeitgeber verliehen – das ist der absolute Top-Wert. Immerhin sind 192 000 Unternehmen auf der Bewertungsplattform vertreten. Insgesamt 787 000 Erfahrungsberichte haben glückliche und frustrierte Menschen schon über ihre Brötchengeber für jedermann sichtbar ins Netz gestellt, für Maiborn Wolff sind 100 Bewertungen registriert. Nun darf die Seite, die vor rund zwei Jahren vom Business-Netzwerk Xing geschluckt wurde, nicht überbewertet werden. Denn es ist nur allzu leicht, hier eine anonyme Bewertung abzugeben, das Ergebnis vorsätzlich zu verfälschen. Vor allem Kündigungsopfer lassen daher gerne mal Dampf ab und jegliche Objektivität außen vor, andererseits geben auch kritiklose Jubel-Arien mit fünf Sternen Anlass zur Skepsis.

Je mehr Einzelbewertungen aber auf eine Firma entfallen, desto aussagekräftiger das Gesamtbild. Ins Ranking sind daher auch nur Unternehmen eingeflossen, die mindestens 30 Wertungen vorweisen können, die besten Noten erzielen und ihren Mitarbeitern flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und Mitarbeiter-Events als Benefits anbieten. Dass das Zauberwörtchen Work-Life-Balance grundsätzlich mit Leben gefüllt werden will, belegen die Umfragen in schöner Regelmäßigkeit. Erst vor Kurzem kam eine Forsa-Befragung zu dem Ergebnis, dass 60 % der Erwerbstätigen in Deutschland für ihre Karriere keinesfalls ihr soziales Umfeld aufgeben würden.

Work.Life-Balance

Work.Life-Balance

Bei Maiborn Wolff fängt das Engagement schon beim Bewerbungsgespräch an. Unglaubliche vier Stunden Zeit nimmt sich die Agentur nach eigenen Angaben für jedes Jobinterview – Fachgespräch, Feedback und ein informelles Päuschen mit den künftigen Kollegen inklusive. Feste Arbeitszeiten gibt es nicht, jeder Mitarbeiter arbeitet nach seinem eigenen Tagesrhythmus, Überstunden sind die Ausnahme. Sogar ein jährliches Budget für Weiterbildung in Höhe eines Monatsgehalts wird im Arbeitsvertrag garantiert. Jeder Mitarbeiter kann aus 25 Weiterbildungs-Seminaren pro Jahr auswählen. Aus Arbeitnehmersicht klingt all das zu schön, um wahr zu sein. Aber was bringt das Engagement dem Arbeitgeber? „Unsere Mitarbeiter belohnen das mit neuen Ideen im Projekt und Hilfe beim Wachstum: Rund die Hälfte unserer neuen Kollegen kommen über Empfehlungen im Freundes- oder Bekanntenkreis zu uns“, sagt Maiborn. Die Fluktuation ist minimal, liegt bei unter 3 %. Mitarbeiter aus 15 Nationen sind an Bord, 30 % Frauen, für ein IT-Unternehmen kein schlechter Schnitt.

„Eine Rolle spielt sicher die Größe der Unternehmen“, glaubt Iota Dimou, Geschäftsführerin von Pixida, ein auf technische Themen spezialisiertes Beratungsunternehmen aus München. „In kleinen und mittelgroßen Unternehmen können Ideen und Konzepte sicher schneller umgesetzt werden. Impulse kommen sehr oft direkt von unseren Mitarbeitern.“ Auch Pixida setzt auf flache Hierarchien, freie Zeiteinteilung und vor allem einen Umgang, der von Wertschätzung geprägt sei – und wurde dafür mit Platz zwei im Ranking belohnt. „Unternehmen der IT-Industrie agieren im hochtechnologischen Umfeld und haben verstärkt mit Innovationen im diesen Bereich zu tun“, so Dimou weiter. „Dieses Wissen und den Umgang mit der Technik kann man sich im Arbeitsalltag zunutze machen, Ressentiments gegenüber solchen Neuerungen sind sicher geringer.“ „Die IT-Branche hat bereits früh den Fachkräftemangel zu spüren bekommen, dementsprechend haben die IT-Unternehmen auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter geachtet und entsprechende Maßnahmen angeboten“, ergänzt Tamara Frast. Aber hinzu komme auch, gesteht die Kununu-Sprecherin, dass IT-Mitarbeiter einfach eine hohe Affinität zu Bewertungsportalen haben.

 

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