Tipps für die Karriere 12.12.2008, 01:00 Uhr

Wie sollten sich Ingenieure während einer Rezession verhalten?

Gestandene Ingenieure sitzen in der Regel auch in der Rezession fest im Sattel, doch verlassen sollte sich darauf niemand. Zwar gibt es auch im wirtschaftlichen Abschwung beruflichen Aufstieg, doch in erster Linie geht es darum, die erreichte Position und das Gehalt zu verteidigen. Für einen eventuellen weiteren Karriereschritt bleibt noch Zeit, wenn die Talsohle der Konjunktur durchschritten ist.

Stellenwechsel: In der Rezession gut abwägen.

Stellenwechsel: In der Rezession gut abwägen.

Foto: iStock / Thinkstock

Im Abschwung werden aber auch einige Ingenieure dem gefürchteten Karriereknick nicht entgehen können. Durch eine Neuausrichtung des aktuellen Arbeitgebers kann beispielsweise die eigene Position abgewertet werden, indem die Verantwortung für Personal, Budget und Projekte wegfällt oder der Führungsjob gegen eine Fachposition oder eine Position im Projektmanagement getauscht werden muss. Möglicherweise kommt es zur Kündigung, zum Aufhebungsvertrag oder zu einer nicht vorteilhaften Versetzung. Vielleicht wird auch das Gehalt gekürzt. So bedauerlich der Karriereknick für den Einzelnen auch sein mag, es geht jetzt darum, den Schaden weitestgehend durch geeignete Maßnahmen zu begrenzen. Stets bleibt der Trost, nicht allein von der Misere betroffen zu sein.

Gegen einen wohlüberlegten, freiwilligen Wechsel zur Karrierefortsetzung spricht auch in der Rezession nichts. Zudem ist niemandem geholfen, beim aktuellen Arbeitgeber solange auszuharren, bis dort die Lichter ausgehen. Über intensive Bewerbungsaktionen sollte auf jeden Fall nachgedacht werden, wenn die leiseste Ahnung aufkommt, dass der eigene Arbeitsplatz wackelt.

In der Rezession müssen Ingenieure einen Stellenwechsel gut abwägen

Zu welchem Zeitpunkt dann tatsächlich der Wechsel stattfindet, das sei einmal dahingestellt. Psychologisch gesehen ist es auf jeden Fall besser, einige Eisen im Feuer zu haben, statt sich passiv als Ingenieur dem Schicksal der Rezession zu ergeben. Ein drohender, nicht mehr revidierbarer Karriereknick wäre ein Grund, den aktuellen Arbeitgeber zu verlassen.

Eine längere Weiterbildungsmaßnahme könnte ebenfalls den Anlass bieten, dem Arbeitgeber in der Rezession den Rücken zuzukehren. Es sollten schon maßgebliche und nachvollziehbare Gründe sein, die für Ingenieure eine Kündigung in Eigenregie rechtfertigen. Und die freiwillige Flucht nach vorn sollte die Ausnahme bleiben. Beim aktuellen Arbeitgeber zu bleiben und auf Chancen, die in jeder Krise liegen, zu hoffen, scheint zunächst einmal für das Gros der Ingenieure die geeignetere Verhaltensstrategie.

In der Rezession sollten Ingenieure neue Aufgaben nicht sofort ablehnen

Trüben sich Geschäfts- und Betriebsklima beim aktuellen Arbeitgeber ein, entstehen aber verständlicherweise Fluchtgedanken. So mancher Professional denkt dann wohl, ein Stellenwechsel wäre die angemessene Reaktion – und der müsste ja für einen gestanden Ingenieur trotz Rezession bei dem Fachkräftemangel überhaupt kein Problem sein. Voreilig wird dann die Entscheidung getroffen, den Arbeitsplatz beim aktuellen Arbeitgeber aufzugeben. Ob man tatsächlich auf einem neuen Stuhl, bei einem neuen Arbeitgeber, sicherer sitzt, sei einmal dahingestellt. Das ohnehin immer bestehende Risiko beim Stellenwechsel ist in der Rezession wesentlich höher. Letztlich gilt in vielen Unternehmen Last in First out, wenn es um den Stellenabbau geht.

Im Rahmen von Umstrukturierungsmaßnahmen in der Rezession werden Ingenieuren häufig andere Stellen im Unternehmen angeboten. Diese sind meist auf den ersten Blick weniger attraktiv. Dennoch sollte gründlich überlegt werden, ob es sich bei der vermeintlich schlechteren Stelle nicht doch um eine passende und interessante Aufgabe handelt. Es kann ja nicht verkehrt sein, wenn die bisherige Führungskraft lernt, Schlüsselprojekte als Projektmanager zu leiten, einzelne Teilprojekte selbst abzuwickeln und nicht disziplinarisch unterstellte Mitarbeiter zu führen. Es kann möglicherweise auch nicht verkehrt sein, wieder einmal mit hoher fachlicher Ausrichtung zu arbeiten.

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