Schnell zurück in den Job 22.12.2014, 12:02 Uhr

Wie Ingenieure mit Arbeitslosigkeit umgehen

Die Arbeitslosigkeit kann auch Ingenieure treffen. Arbeitslose tun sich nicht selten schwer. So ist es nicht immer einfach, zu einer realistischen Einschätzung von Bewerbungserfolgen zu gelangen. Wunsch und Wirklichkeit liegen dabei oft weit auseinander. Die vielen positiven Informationen über den Arbeitsmarkt für Ingenieure vernebeln die klare Sicht der Dinge und Betroffene schätzen anfänglich ihre Situation wesentlich besser ein als sie tatsächlich ist

In der Arbeitslosigkeit sollte man sich auf Gespräche gut vorbereiten.

In der Arbeitslosigkeit sollte man sich auf Gespräche gut vorbereiten.

Foto: iStock / Thinkstock

Bei vielen Ingenieuren beginnt die Crux im Grunde schon vor der eigentlichen Arbeitslosigkeit mit Eintritt in Transfergesellschaften, Auffanggesellschaften, Qualifizierungsgesellschaften etc. Unter dem Schutzmantel solcher Institutionen fühlen sich die Betroffenen gut aufgehoben. Die Angst, in den nächsten Monaten in die Arbeitslosigkeit zu geraten, wird verschoben und mit anderen geteilt.

Die Bewerbungsaktivitäten laufen in dieser Phase meist zu spärlich an. Das sieht schon ganz anders bei Kandidaten aus, die aus ihrem Job ausscheiden und damit direkt mit der Arbeitslosigkeit konfrontiert werden. Aber auch hier zeigt sich häufig ein zu großes Zögern, Zaudern und zu wählerisches Vorgehen. Wie im Fluge ziehen schnell mehrere Monate ins Land, ohne dass sich eine berufliche Alternative zeigt.

Arbeitslosigkeit: Auf Gespräche akribisch vorbereiten

Umso wichtiger ist es, jede Einladung zum Vorstellungsgespräch akribisch vorzubereiten und um einen positiven Ausgang der Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Positiver Ausgang heißt, man versucht aus jedem Vorstellungsgespräch das Beste zu machen, um ein Vertragsangebot zu erhalten, auch wenn der Job nicht ganz dem Ideal entspricht. Ob das Angebot letztlich angenommen wird oder nicht, kann entschieden werden wenn der Arbeitsvertrag konkret auf dem Tisch liegt.
Bei der Einschätzung des Bewerbungserfolges unterliegen Ingenieure in der Arbeitslosigkeit nicht selten größeren und kleineren Täuschungen – gleich einer Fata Morgana. Da wird schon einmal die bloße Einladung zu einem Vorstellungsgespräch so gewertet, als hätte man den Job sicher in der Tasche oder die Einladung zum Zweitgespräch wird als „Quasizusage“ gesehen. Ein arbeitsloser Ingenieur erhält nach dem Erstgespräch bei einem Arbeitgeber das Signal, „dass man sich durchaus seine Mitarbeit vorstellen kann“. Bei Interesse solle er sich nochmals melden.

Bei Arbeitslosigkeit stets Interesse an allen Jobs zeigen

Also folgert der Ingenieur: „Alternative 1 ist im Sack!“ Er hat zudem eine weitere Bewerbung bei einem anderen Unternehmen offen. Das Erstgespräch verlief sehr gut und die Einladung zum Zweitgespräch liegt vor. Schon wähnt sich der Ingenieur trotz Arbeitslosigkeit in einer Entscheidungssituation und wägt zwischen den beiden Alternativen ab. Bei Licht besehen befindet er sich aber in keiner Weise in einer Auswahlsituation. Der Ausgang beider Bewerbungen steht in den Sternen. Die Zusage beider Arbeitgeber wäre zwar das Optimum, die Wahrscheinlichkeit und Erfahrung spricht jedoch klar dagegen.
Doch wie sollte sich der Ingenieur verhalten? Ein Ingenieur in der Arbeitslosigkeit gleicht bestenfalls einem Jongleur, der alle Bälle in der Luft hält. Welcher Ball aus dem Spiel genommen wird, kann er zunächst der Gegenseite überlassen. Im obigen Beispiel sollte der Ingenieur beim ersten Arbeitgeber auf jeden Fall umgehend Interesse an einer Mitarbeit zeigen und ihm unmissverständlich das Go für ein Jobangebot zukommen lassen, auch wenn der Job nicht ganz seinem Geschmack und den ursprünglich gehegten Karriereplänen entspricht. Mit Glück (!) erhält er jetzt tatsächlich den Arbeitsvertrag und mit noch größerem Glück kann er sich im Arbeitsleben zurückmelden und aktiv an seiner Karriere weiterbasteln. Die Stellenausschreibung des anderen Unternehmens ist zwar interessanter, der Ausgang des zweiten Vorstellungsgespräches jedoch gänzlich offen.

Die Lücke der Arbeitslosigkeit kurz halten

Kommt es auch hier zum Erfolg, kann sich der Ingenieur immer noch anders entscheiden, selbst wenn er sich beim ersten Arbeitgeber bereits in der Probezeit befindet oder davor. Schlechter ist es, dem ersten Arbeitgeber voreilig abzusagen, beim zweiten durch das Sieb zu fallen und mit leeren Händen da zu stehen. Die Lücke der Arbeitslosigkeit wird jetzt lang und länger und irgendwie werden dann die Arbeitgeber immer wählerischer, der Bewerbungserfolg immer fragwürdiger. Besser eine nicht ganz ideale Alternative annehmen als auf das Ideal bis zum Ultimo hoffen. Das heißt natürlich nicht, dass jedweder Job angenommen werden sollte. Bei welchem Arbeitgeber sich ein Ingenieur um einen Job bewirbt, steht ihm ja frei.
Einem großen Trugschluss unterliegen häufig auch freigesetzte, ältere Führungskräfte. Sie überschätzen häufig ihren Marktwert und glauben, dass sie nach der Arbeitslosigkeit schnell wieder in gleichen oder höheren Einkommenskategorien unterkommen können. So kann man die Sache doch ganz ruhig angehen lassen. Die hohe Abfindung im Rücken, lädt viele zur ersehnten Auszeit ein, um sich dann wieder gestärkt dem Arbeitsmarkt zur Verfügung zu stellen. Realistisch gesehen, stehen die ehemaligen Führungskräfte sehr häufig vor dem Aus ihrer Karriere. Klar, Versuche am Arbeitsmarkt können unternommen werden – wenn dann aber so schnell und umfangreich wie möglich. Häufig bleibt dieser Personalgruppe aber nur noch der Weg in die Selbständigkeit.

www.andersch-consulting.de

Top Stellenangebote

Infineon Technologies AG-Firmenlogo
Infineon Technologies AG Berechnungsingenieur FEM - Strukturmechanik und Thermik (w/m) Warstein
Landeshauptstadt München Ingenieur/in der Fachrichtung Versorgungstechnik / Gebäudetechnik München
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Director Supplier Quality Management EMEA (m/w) Bad Homburg
Bayernhafen GmbH & Co. KG-Firmenlogo
Bayernhafen GmbH & Co. KG Bauingenieur (m/w) Schwerpunkt Bahnbau / Tiefbau Regensburg
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Projektingenieur Maschinenbau (m/w) St. Wendel
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Projektingenieur Verfahrenstechnik (m/w) St. Wendel
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH-Firmenlogo
Fresenius Medical Care Deutschland GmbH Projektingenieur Elektrotechnik (m/w) St. Wendel
Heraeus-Firmenlogo
Heraeus Global Engineering Coordinator (m/w) Kleinostheim
P&A Diplom-Ingenieur (Bau) / Master für Statik/Konstruktion (m/w) Eisenach, Hörselberg-Hainich, Gerstungen, Gotha, Mühlhausen
VISHAY ELECTRONIC GmbH-Firmenlogo
VISHAY ELECTRONIC GmbH Product Marketing Engineer (m/w) Landshut, Selb