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Werte in der beruflichen Welt

Was sind Werte wert? Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und viele Menschen ziehen beruflich und privat ein Resümee. Weihnachten ist ein christliches Fest und daher wird an dieser Stelle eine Anleihe aus der Bibel genommen. Die Geschichte vom barmherzigen Samariter kennt jeder. Gerne geben wir die Geschichte Kindern weiter in der Hoffnung, dass sie daraus lernen. Erwachsene identifizieren sich mit dem Samariter und verurteilen die Menschen, die keine Zeit hatten, dem Hilfsbedürftigen zu helfen.

Auch der Beruf sollte ein Streben nach höheren Werten beinhalten.

Auch der Beruf sollte ein Streben nach höheren Werten beinhalten.

Foto: panthermedia.net/lightkeeper

Tatsächlich dominieren heute aber andere Werte das Leben beruflich ambitionierter Menschen. Schon das Wort „Werte“ ist schlecht gewählt, denn erkennen darin nur Materielles. „Erfolg“ lautet das Zauberwort und der ist klar messbar am erzielten Einkommen und zählbaren Vermögen. Der homo oeconomicus in Reinform verkörpert die vermeintlich ideale Lebensphilosophie.

Das Topmanagement setzt Trends. Da werden Produktionsstandorte etwa nach China verlagert und Großkonzerne bauen Mitarbeiter ab. Dient dies dazu, marode Unternehmen in die Profitabilität zurück zu führen, ist das nachvollziehbar. Immer häufiger dienen diese Maßnahmen jedoch dazu, die ohnehin ordentlichen Unternehmensgewinne zu maximieren. Ambitionierte Karrieremacher sehen die eigene Berufswelt ähnlich. Klassische Werte zählen nicht meht. Die Konzentration auf diese eine Dimension bringt ihnen Erfolg. Das hohe Gehalt, der luxuriöse Dienstwagen, die Villa vor den Toren der Stadt, die Kinder auf der teuersten Privatschule usw. Es versteht sich von selbst, dass dabei nicht mehr viel Zeit für die Familie abfällt, geschweige denn für soziale Engagements.

Klassische Werte contra „Time is money“

Gerne sehen sich viele in der Rolle des Samariters, ähneln aber mehr den Vorüberziehenden. Sie haben eben keine Zeit für Engagements, die links oder rechts neben ihrem Weg warten. Schon aus dem Zeitmanagement ist bekannt, wie Prioritäten und Werte gesetzt werden und in „A B C – Kategorien“ gedacht wird. Sauber lernt man, zwischen wichtig und unwichtig zu trennen. Für das, was nichts bringt, sollte eben keine Zeit aufgewendet werden, um auf dem „rechten Weg“ zu bleiben. Zeit ist eben das kostbarste Gut, was der Mensch besitzt: Time is money! Die Reaktion der Vorbeiziehenden ist somit in der Bibelgeschichte mehr als verständlich.

Doch alles, was zu einseitig ist, schadet. Viele Menschen, die alleine auf Erfolg im Leben setzen, werden ohne traditionelle Werte langfristig nicht glücklich. Besonders gefährdet sind junge Karrieristen, die einen raschen Aufstieg vorweisen. Wehe, wenn sie der Erfolg verlässt. Ihre über Jahre im Kopf eingebrannte Eindimensionalität lässt keine Kursänderung zu. Kehrt das Glück nicht zurück, kann das fatale Konsequenzen haben. Da erfährt man im Freundeskreis auf einer Party beiläufig, dass sich der Kollege X (Geschäftsführer mehrerer Unternehmen) bei voller Fahrt auf der Autobahn in seinem Dienst-Sportwagen erschossen hat. Er hinterlässt eine Familie. Bedauerlich, wird lapidar festgestellt. Danach geht die Partei weiter und man kehrt schnell wieder zu den eigenen Erfolgsstorys zurück.

Höhere Werte und das Streben danach

Selbstverständlich ist dies ein extremes Beispiel, so schwarz-weiß sieht die Welt nun doch nicht aus. Und erst recht bewegt sich wohl kaum einer der Leser auf dem „Erfolgslevel“ des geschilderten Falles. Dennoch sollte er zum Nachdenken über Werte anregen. Die einseitige monetäre Ausrichtung des Berufs ist im wahrten Sinne des Wortes „wertlos“, sieht man einmal vom gesammelten Geld ab. Das Leben und auch der Beruf sollten ein Streben nach höheren Werten beinhalten.

Nur dadurch ergibt sich eine Stabilität, die eine schlingernde Karriere auffangen, kompensieren oder wieder auf Kurs bringen kann. Übernommene Verantwortung z.B. für Familie, Eltern, Kollegen, Mitarbeiter sollte ebenso Glücksgefühle auslösen wie die erhaltene Gehaltserhöhung. Zu einem erfolgreichen und engagierten Leben gehören eben auch Werte, die soziale, moralische, ethische und religiöse Züge aufweisen. Wer in diesem Sinne mehrdimensional erfolgreich ist, kann eine bewundernswerte Bilanz ziehen, die ihn auch über die Kernzeit der Karriere hinaus trägt.

 

  • Bernd Andersch

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