Unternehmensleitung

Was Führungskräfte gefährdet

Auf wirtschaftlichen Talfahrten sind Schließungen, Schrumpfungen, „Schlankheitskuren“, Verlagerungen und Fusionen organisatorischer Unternehmenseinheiten keine Seltenheit. Drohende Konsequenzen für viele Führungskräfte sind Aufhebungsverträge, Versetzungsangebote oder Nichtverlängerung von Verträgen.

Auch Führungskräfte können mit Engagement dafür sorgen, dass sie in einer ähnlichen Position bleiben.

Auch Führungskräfte können mit Engagement dafür sorgen, dass sie in einer ähnlichen Position bleiben.

Foto: panthermedia.net/pressmaster

Wer bei nüchterner Betrachtung um seinen Arbeitsplatz fürchten muss, sollte rasch und angemessen reagieren. Doch vor der Aktion steht immer die Einsicht im Sinne einer realitätsnahen Standortbestimmung: Wo stehe ich wirklich? Und da beginnt für viele Führungskräfte bereits die Crux. Im Einzelfall sind die betroffenen Manager in keiner bedauernswerten Situation. Nicht nur, dass sie von der aktuellen Lage wie ein Torwart auf dem falschen Fuß erwischt werden. Manche wollen einfach nicht wahrhaben, dass der Ball bereits im Tor liegt. Andere registrieren den K.O.-Schlag erst mit folgenschwerer zeitlicher Verzögerung.

Die Auslotung des eigenen Standortes im Unternehmen, die Wahrnehmung und Interpretation von Frühwarnindikatoren für die eigene Karriere sowie die Erarbeitung von Überlebens- oder Veränderungsstrategien sind mit fremder Hilfe oftmals schneller und realistischer machbar als in selbstgrüblerischer Heimarbeit. Auch wenn die Einsicht gekommen ist, besser das Feld zu räumen, unterschätzen hoch dotierte Fach- und Führungskräfte nicht selten den Ernst der Lage. Parallel werden die eigenen Qualifikationen und deren Nachfrage überschätzt. Resultat der Überschätzung: Es wird auf bereits entschiedene oder vorher absehbare Rationalisierungsmaßnahmen oben geschilderter Art viel zu spät oder nicht adäquat reagiert.

Führungskräfte sollten Versetzungsangebote überdenken

Da wird ein gutes Versetzungsangebot abgelehnt. Zu groß erscheinen die Mühen des Pendelns. Oftmals wird selbst um gute Arbeitszeugnisse aus persönlicher Verletztheit oder Überheblichkeit zu wenig gekämpft. Abfindungen werden völlig zweckentfremdet eingesetzt oder auf die hohe Kante gelegt. Führungskräfte  lehnen sogar Jobalternativen ab, weil die Bezahlung angeblich nicht stimmt. Zu wählerisch und kleinlich werden alternative Stellenangebote beäugt. Hinzu kommt die meist geringe Erfahrung, sich bei den Topentscheidern von Unternehmen zu bewerben und mit Personalberatern richtig umzugehen.

Führungskräfte engagieren sich nicht genug am Arbeitsmarkt. In Ermangelung einer passenden Position, hinreichender Mobilität oder Flexibilität wird zu schnell eine wesentlich schlechtere Position in einem anderen Unternehmen akzeptiert. Trotz guter Qualifikationen und vorzeigbarem Werdegang haben sich auf diese Weise schon viele in der Rezession verspekuliert. Ein Karriereknick oder die Meldung bei der „Agentur für Arbeit“ bleibt selbst Hochqualifizierten nicht erspart.

Weit verbreitet ist auch die Fehleinschätzung, wie viel Zeit von den ersten Suchbemühungen bis zum neuen Job vergeht. Führungskräfte, die sich aus ungekündigtem Status bewerben, müssen bei massiven Bemühungen mindestens 6 Monate Suchzeit einrechnen, wer es etwas ruhiger angehen lässt mindestens 9 Monate. Wer allerdings unter Druck am Markt agiert, macht auch als gestandene Führungskraft viele Anfängerfehler, die die Suchzeit verlängern.

Führungskräfte sollten sich einer Standortanalyse unterziehen

Fazit: In Zeiten der Rezession kann es auch für bisher erfolgreiche Führungskräfte nicht verkehrt sein, sich einer kritischen Standortanalyse zu unterziehen. Die entscheidenden Fragen, die dabei beantwortet werden müssen: Wo stehe ich im Unternehmen? Welche Überlebenschancen habe ich? Kommen Zweifel an der eigenen Überlebensfähigkeit auf, sollte schnell reagiert werden. Mit relativ geringem Druck kann am Arbeitsmarkt mit dem Prädikat „ungekündigt“ gesucht werden.

Führungskräfte der Topebene können u.U. bei der Stellensuche eine dritte Person einschalten, um sich nicht sofort zu outen. Ist eine Jobalternative aufgetan, kann dann immer noch überlegt werden, ob eine verbindliche Bewerbung abgegeben wird oder nicht. Ist eine interessante Alternative gefunden, kann vor allem auch mit dem aktuellen Arbeitgeber Klartext über die berufliche Zukunft gesprochen werden.

 

Top Stellenangebote

Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES-Firmenlogo
Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES Forschungs- und Entwicklungsingenieurin / Forschungs- und Entwicklungsingenieur als Gruppenleitung Bremerhaven, Bremen, Hamburg, Hannover
Stadtentwässerung Frankfurt am Main-Firmenlogo
Stadtentwässerung Frankfurt am Main Technische/r Angestellte/r Frankfurt am Main
Crawford & Company (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Crawford & Company (Deutschland) GmbH Trainees (w/m/d) als Sachverständige (w/m/d) deutschlandweit
Stadt Leer-Firmenlogo
Stadt Leer Leitung (m/w/d) des Fachdienstes 2.66 Mobilität und Verkehr Leer
Kita Frankfurt-Firmenlogo
Kita Frankfurt Ingenieur/in (m/w/d) Fachrichtung Architektur (Hochbau) / Bauingenieurwesen Frankfurt
Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW-Firmenlogo
Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW Leitung (m/w) für den Bereich Bauaufsichtliche Angelegenheiten Düsseldorf
Enovos Deutschland SE-Firmenlogo
Enovos Deutschland SE Senior Projekt- und Asset Manager Wind (w/m/divers) Saarbrücken
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH Sachkundiger (w/m/d) Frankfurt am Main
Covestro-Firmenlogo
Covestro Ingenieur (m/w/d) als Inspektionsmanager Dormagen
Techtronic Industries ELC GmbH-Firmenlogo
Techtronic Industries ELC GmbH Technischer Projektmanager (m/w/d) Elektrowerkzeuge Winnenden

Zur Jobbörse

Top 5 Arbeitsleben