Berufswahl

Traumjob oder solide Karriere?

Viele Absolventen wünschen sich einen Traumjob, können aber nicht richtig einschätzen, ob sie dieses Ziel wirklich erreichen können und ob sie der oder die Richtige sind. Manchmal stellt sich der vermeintliche Traumjob als regelrechtes Fiasko heraus, weil die berufliche Realität anders ist oder die eigene Person – Fähigkeiten und tatsächliche Interessen – falsch eingeschätzt wurde.

Gerade der Traumjob muss mit viel Fleiß erarbeitet werden!

Gerade der Traumjob muss mit viel Fleiß erarbeitet werden!

Foto: panthermedia.net/lightsource

Ohne Visionen, ohne Träume können große Ziel nicht realisiert werden. Der Traum vom Fliegen, die Entdeckung Amerikas oder der Flug zum Mond stehen beispielhaft für diese Aussage. Denkt man einmal an das persönliche Umfeld, gibt es gleichfalls Visionen und Träume, die realisiert werden sollen. Da möchte ein Student in vier Jahren die Ultramarathonstrecke über 100 Kilometer laufen können. Unermüdlich trainiert er nach festem Plan vier bis fünf Stunden täglich. Dann erntet er die Früchte seiner Arbeit. Bei seinem ersten Wettkampf bewältigt er die Strecke in zwölf Stunden. Das Ziel hat er aus eigener Kraft und ganz allein erreicht.

Wenn der Traumjob zum „Eigentor“ wird

So ähnlich – und doch ganz anders – verhält es sich mit den Karrierezielen. Es ist gut, eine berufliche Vision, etwa einen Traumjob zu haben, etwa möglichst schnell Geschäftsführer eines kleinen oder mittelständischen Unternehmens zu werden, Leiter der Konstruktion und Entwicklung, als Bauingenieur in den Arabischen Emiraten viel Geld zu verdienen usw. Klar ist, dass sich solche Positionen nicht automatisch ergeben, was heute vielfach vergessen wird. Es wird an Ergebnisse gedacht, nicht aber an die mühevollen, aber notwendigen vielen kleinen Schritte zum Erfolg. Am besten würde man gern alles und sofort erreichen!

So wurde in einem Fall voreilig eine offerierte Leitungsposition angenommen, doch der Betreffende war diesem „Traumjob“ dann in keiner Weise gewachsen. Als Folge zeigten sich nach einiger Zeit erhebliche gesundheitliche und psychische Probleme beim Kandidaten. In einem anderen Fall ging der unerfahrene, aber ehrgeizige Wirtschaftsingenieur mit Annahme einer Position rechtliche Verpflichtungen ein, deren Tragweite ihm erst mit Konkurs des Unternehmens klar wurden usw. Das vermeintlich schnelle Glück hat eben oftmals Tücken. Sicherer baut, wer seine Karriere solide plant und mit dem richtigen Timing umsetzt.

„Ohne Fleiß kein Preis“ gilt erst recht für den Traumjob

Die alte Weisheit „ohne Fleiß kein Preis“ gilt heute in gewisser Weise immer noch. Gute Arbeitsleistungen sind die Grundvoraussetzung für die Karriere, es muss gerade zu Beginn mit viel Elan, Enthusiasmus und teilweise unter Zurückstellung privater Interessen gearbeitet werden, um das Ziel vom Traumjob zu erreichen. Allerdings sollte alles zielgerichtet verlaufen, also nach einem Fahrplan, aus dem sich klar entnehmen lässt, in welchen Branchen, Funktionsbereichen, Unternehmensgrößen etc. das berufliche Glück gesucht wird. Auf dem Weg zum endgültigen Karriereziel sollten Etappenziele formuliert werden. Schon der verkehrte Berufsstart oder der schnelle unüberlegte Unternehmenswechsel können die berufliche Zielsetzung in weite Ferne rücken.

Fleiß allein und die richtige Karriereplanung reichen allerdings nicht, um die Zielsetzung vom Traumjob realisieren zu können – anders als bei dem oben beschriebenen 100-Kilometerläufer. Der persönlich überzeugende Auftritt, das richtige „Verkaufen“ der Arbeitsleistungen, die Fähigkeit, sich im machtpolitischen Geflecht von Unternehmen bewegen zu können, gehören genauso dazu. Letztlich muss es Menschen und Umstände, Glück und Zufall geben, die eine gewünschte Karriere tatsächlich zulassen.

Traumjob kann für andere Chancen „blind“ machen

Eventuell zeigen sich aber links und rechts ganz andere Chancen. Hier ist überlegte Flexibilität gefragt. So mancher Geschäftsführer hatte möglicherweise gar nicht das Ziel, auf seine „Traumjob-Position“ zu gelangen. Die Umstände führten dazu, dass sich gerade im richtigen Moment eine solche Jobvakanz auftat. Berufliche Flexibilität ist also gleichsam ein wichtiger Erfolgsfaktor für die Karriere.

Wer letztlich seinen Traumjob erreicht hat, ist auch nicht immer glücklich. Plötzlich wird klar, dass in der erreichten Position als Leiter Konstruktion und Entwicklung Bahn brechende Erfindungen nicht zum Alltag gehören. Gefragt sind vielmehr politische und taktische Qualitäten, prinzipielles Durchsetzungsvermögen, unabhängig von sachlichen Argumenten, sowie die sichere Kommunikation mit anderen Unternehmensbereichen und den Kunden auch in schwierigen Situationen. Mit der ursprünglichen Illusion hat die Realität wenig gemeinsam.

Was ist mein eigentlicher Traumjob?

Fazit: Nie war es leichter als heute, sich über Karrierewege und Berufsbilder zu informieren. Gerade zu Beginn der beruflichen Laufbahn lohnt sich eine intensive Auseinandersetzung mit diesen Themen, speziell mit dem Thema „Traumjob“, um zu einer realistischen und passenden berufliche Zielsetzung zu kommen und ein gutes Gespür für das Machbare zu bekommen.

 

Von Bernd Andersch – Karrierecoach, Düsseldorf

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