Beratung

Teamgeist und sichere Arbeitsplätze

Sind Familienunternehmen als Arbeitgeber zweite Wahl? Bei jungen Akademikern keineswegs, so eine Studie der TU München. Hier die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung. Familienunternehmen konkurrieren untereinander und mit Großkonzernen um hoch qualifizierten Nachwuchs. Bei den meisten von 14 wichtigen Entscheidungskriterien schnitten dabei Familienunternehmen aus Sicht junger Bewerber besser ab.

Familienunternehmen bieten Sicherheit und gutes Arbeitsklima.

Familienunternehmen bieten Sicherheit und gutes Arbeitsklima.

Foto: panthermedia.net/AndreyPopov

Man traute ihnen mehr Teamgeist, flachere Hierarchien, eine bessere Work-Life-Balance, gute Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten, mehr Innovationsstärke sowie eine sicherere Anstellung zu. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Familienunternehmen als Arbeitgeber aus Sicht junger Akademiker“ im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen.

Wissenschaftler der TU München befragten für die Untersuchung zwischen 2008 und 2013 knapp 1500 Studierende und Berufsanfänger. Die Hälfte waren Wirtschaftswissenschaftler, 29 % Ingenieure, 7 % Naturwissenschaftler, 2 % Informatiker, der Rest Vertreter anderer akademischer Berufe. Schlechter bewertet wurden Familienunternehmen laut Studie in puncto Standort, Internationalität, attraktive Vergütung und Reputation. Das liege daran, dass mehr als 90 % der Familienunternehmen kleinere Betriebe sind, so die Autoren der Studie. Sie hätten meist keine professionelle Personalabteilung und könnten bei den monetären und materiellen Anreizen mit den Großen nicht ganz mithalten. Tendenziell schlechter eingeschätzt werden auch die Karrierechancen. Weil sie das wichtigste Kriterium der Bewerber sind, sollten Familienunternehmen besonders darauf achten, Informationen darüber zu vermitteln, empfehlen die Autoren. Sie sollten auch stärker kommunizieren, an welchen internationalen Standorten sie tätig sind und welche Weiterbildungsmöglichkeiten sie bieten.

Schwächen bei Vergütung und Reputation

Eine attraktive Vergütung und Sozialleistungen waren Männern bei der Wahl des künftigen Arbeitgebers schon immer wichtig. Diese Kriterien gewinnen auch bei Frauen immer mehr an Bedeutung. 2008 entschieden nur 13 % von ihnen nach der Gehaltshöhe, 2013 waren es schon 38 %. Wichtig bei der Arbeitgeberwahl waren den Befragten grundsätzlich gute Karriereperspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten sowie das Arbeitsklima. Schlusslicht im Ranking der Entscheidungsfaktoren sind Reputation, Corporate Social Responsibility und sichere Anstellung. Die Firmenreputation ist nur für 4 % der jungen Stellensuchenden von Bedeutung.

Die Präferenzen ändern sich allerdings im Laufe der Jahre sowie mit zunehmender Berufserfahrung. Das eigenverantwortliche Arbeiten zum Beispiel erschien 2013 weniger reizvoll als im Vorkrisenjahr 2008. Studenten und Absolventen stellen das gute Arbeitsklima auf Platz 1 ihrer Wunschliste, „Professionals“ mit ein paar Jahren Berufserfahrung erst auf Platz 5. Ihnen sind die Karriereaussichten am wichtigsten. Und während weit mehr Frauen auf die Familienfreundlichkeit des Unternehmens achten, ziehen Männer öfter dessen Innovationsstärke in Betracht.

Fast die Hälfte aller Studienteilnehmer streben langfristig eine Position im mittleren und Top-Management an, Frauen jedoch eher eine Fachlaufbahn. Als Karriereziel gaben 23 % der jungen Akademikerinnen Projektleiterin an, während der gleiche Anteil an Männern Unternehmer werden wollte. In den Vorstand aufsteigen wollten 8 % der befragten Männer und nur 4 % der Frauen. Über Arbeitgeber informieren sich die künftigen Fach- und Führungskräfte laut Untersuchung hauptsächlich via Unternehmenswebseiten, Internet-Jobbörsen und Karrierenetzwerken wie Xing und LinkedIn. Auch persönliche Kontakte und Jobmessen spielen eine Rolle.

 

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