Tipps für den Stellenwechsel

Stellenwechsel gleich Branchenwechsel?

Die Veränderungen, die ein Stellenwechsel mit sich bringen kann, verunsichert viele Ingenieure. Ingenieure, die sich beruflich verändern wollen, sollten prinzipiell klären, ob tatsächlich fehlendes Interesse an neuen Produkten, Werkstoffen und Techniken zu Bedenken und Fragen führen.

Wägen Sie die Gründe für einen Stellenwechsel gründlich ab.

Wägen Sie die Gründe für einen Stellenwechsel gründlich ab.

Foto: panthermedia.net/fotodesign_jegg

„Soll ich einen Job in einem Unternehmen annehmen,obwohl er mich aus technologischer Sicht nicht wirklich interessiert?“ fragt sich ein Young Professional, der bei seinem Arbeitgeber wenige Jahre in der Entwicklung eines bestimmten Produktes zubrachte. Er konnte sich mit dem Produkt stark identifizieren, die Arbeit machte ihm Spaß. Nun soll er in einem anderen Unternehmensbereich Produkte entwickeln, die er für weniger prickelnd hält und zu deren Technik und Werkstoffen er eine geringe Beziehung hat. Die Ausgangsfrage stellen sich viele bei einem internen und externen Stellenwechsel.

Ingenieure, die sich beruflich verändern wollen, sollten prinzipiell klären, ob tatsächlich fehlendes Interesse an neuen Produkten, Werkstoffen und Techniken zu Bedenken und Fragen führen. Meist vermischt sich der vermeintliche Interessenmangel mit der aufkommenden Angst, die neue Herausforderung nicht zu packen. Diese Angst von Ingenieuren vor dem Stellenwechsel darf nicht unterschätzt werden. Doch sollten solche Bedenken nicht dazu führen, eine berufliche Alternative generell auszuschlagen. Bei vielen Stellenwechseln verhält es sich wie mit der Liebe auf den zweiten Blick. Sie reift heran und besteht auch dann noch, wenn die großen Lieben nach erstem Höhenflug zur Bruchlandung aufsetzen.

Die Gründe für den Stellenwechsel abwägen

Isoliert gesehen, kann die Ausgangsfrage ohnehin kaum beantwortet werden. Vielmehr spielt die Gesamtsicht der Dinge beim Stellenwechsel die entscheidende Rolle. Welche positiven bzw. negativen Veränderungen sind mit dem Stellenwechsel verbunden? Welches Gewicht haben sie? So kann der Wechsel mehr Gehalt oder Verantwortung bringen. Er kann aber auch die Voraussetzung sein, einen Arbeitnehmer überhaupt weiter zu beschäftigen oder entwickeln zu können bzw. den Stellensuchenden überhaupt in ein Arbeitsverhältnis zu bringen. In letzteren Fällen ist dann eben eine gewisse Flexibilität gefragt, um die sich bietenden Chancen zu nutzen, statt auf den Idealzustand zu hoffen.

Generell gesehen bringt ein Wechsel von Produkten, Werkstoffen und Techniken natürlich Distanz zum Vertrauten.Andererseits bringt er neues Wissen und weitere Einsatzmöglichkeiten. Meist entstehen umfangreiche Einarbeitungszeiten und das Gefühl, in den nächsten Monaten auf der Stelle zu treten. Die eigene Spezialisierung geht durch den Stellenwechsel verloren und damit die Wahrscheinlichkeit, auf einem bestimmten technologischen Gebiet Großes zu vollbringen. Hat ein Entwickler den Anspruch, an einer bahnbrechenden Motorentwicklung mitzuarbeiten, sollte er die Motorentwicklung nicht verlassen. Dem Vertriebsspezialisten würde man eher unterstellen, dass ein guter Verkäufer alles gut verkaufen kann.

Technologische Kontinuität als Grund für den Stellenwechsel

Dem muss aber nicht so sein. Die hohe Identifikation mit Produkten, Werkstoffen und Technologien kann auch Mitarbeiter aus Vertrieb, Einkauf, Produktion usw. zu ungeahnten Leistungen nach einem Stellenwechsel anspornen. Andererseits zeigen Lebensläufe von vielen Ingenieuren, dass eine hohe technologische Spezialisierung nicht zwangsläufig Laufbahn und Zufriedenheit beschleunigt.

Fazit: Eine generelle Empfehlung, ob bei einem Stellenwechsel von Ingenieurenauf eine hohe technologische Kontinuität geachtet werden sollte, kann nicht abgegeben werden. Letztlich muss jeder in sich selbst hinein horchen und entscheiden, wie wichtig für ihn eine gewisse technologische Kontinuität ist, um gute Arbeitsleistungen zu bringen. Zu warnen ist allerdings vor Stellenwechseln, die so gut wie keinen technologischen Zusammenhang zu vorherigen Stellen erahnen lassen, zumindest wenn man sich auf der Ebene Projektingenieur, Projektmanager oder Teamleiter bewegt. In höheren Managementregionen spielt der fachliche Horizont nicht mehr die große Rolle. Für die große Karriere sind andere Qualitäten gefragt.

 

Ein Beitrag von:

  • Bernd Andersch

    Bernd Andersch ist Karriere-Coach, Sachbuchautor und Spezialist für Bewerbungsstrategien.

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