Wenn die Karriere stagniert 23.01.2004, 01:00 Uhr

Probleme im Arbeitsverhältnis

Wenn die Karriere stagniert, akzeptiert so mancher Ingenieur auch ein befristetes Arbeitsverhältnis. Solche Entscheidungen sollten gut überlegt sein. Wer fest im Sattel sitzt, sollte dieses Arbeitsverhältnis nicht gegen ein schlechteres eintauschen, nur weil Geduld und Zeit fehlen, adäquate Alternativen zu generieren

Für ein neues Arbeitsverhältnis sollte man sich weiterbilden.

Für ein neues Arbeitsverhältnis sollte man sich weiterbilden.

Foto: iStock / Thinkstock

Nach einem verheißungsvollen Karrierestart geriet Peter M. in einen Karriereknick und stand vor der drohenden Arbeitslosigkeit. Der Topabsolvent einer Fachhochschule vollzog seinen Berufseinstieg in einem Maschinenbaukonzern im Rhein-/Ruhrgebiet. Er wurde als Entwickler gefordert und gefördert. Aus privaten Gründen kehrte er in seine süddeutsche Heimatstadt zurück und wechselte den Arbeitgeber. Eine schnelle Lösung war gefragt, weshalb er ein befristetes Arbeitsverhältnis von zwei Jahren akzeptierte.

Anfängliche Bedenken zu dieser Vertragsform wischte der Personalchef mit den Worten vom Tisch: „Bei uns beginnen alle zeitlich befristet. Das ist nur eine Formsache. Jeder wird übernommen.“ Er trat das Arbeitsverhältnis an und war alles in allem zufrieden. Drei Monate vor Vertragsende fiel der Ingenieur jedoch aus allen Wolken, als er erfuhr, dass er nicht in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen wird. Er ging von einem guten Arbeitsmarkt für Ingenieure aus und bewarb sich sehr gezielt auf vier Stellen, von denen er annahm, dass sie hundertprozentig auf ihn passen.

Arbeitsverhältnis: Nicht jeden Kompromiss mitmachen

Die Antworten des vermeintlich guten Arbeitsmarktes ließen nicht lange auf sich warten. Postwendend folgten den Bewerbungen die Absagen. Jetzt stand der Ingenieur ohne Arbeitsverhältnis da und er fragte sich: Was habe ich falsch gemacht und wie kann ich mich gut aus der Affäre ziehen?

Die Fehlerliste des Ingenieurs ist lang. Zwar können private Umstände zur beruflichen Veränderung zwingen, dennoch müssen solche Entscheidungen gut überlegt sein. Wer fest im Sattel sitzt, sollte dieses Arbeitsverhältnis nicht gegen ein schlechteres eintauschen, nur weil Geduld und Zeit fehlen, adäquate Alternativen zu generieren. Zudem redete sich der Ingenieur die bedenkliche Lage gut, weil er die Dinge schnell regeln wollte. So erschien ihm die Befristung nicht als ungünstig, obwohl er gewarnt wurde. Dem Ingenieur muss Blauäugigkeit vorgeworfen werden, denn Pauschalaussagen von Personalern sollten kritisch hinterfragt werden.

Wer kann garantieren, dass nach einer zeitlichen Befristung ein Arbeitnehmer übernommen wird? Warum dann erst ein befristetes Arbeitsverhältnis? Auch optimistische Aussagen zum vermeintlich guten Arbeitsmarkt hört man in schwierigen Situationen gerne, sie sollten aber nicht zu Bequemlichkeit führen. Dem Ingenieur hätte bekannt sein müssen, dass es heute viele Arbeitslose oder von der Arbeitslosigkeit bedrohte Ingenieure gibt, die intensiv um einen Anschlussjob kämpfen. Von dem Ingenieur hätte man daher vor Auslauf der Befristung vielfache Bewerbungsbemühungen erwarten können.

Sich für ein neues Arbeitsverhältnis weiterbilden

Wie eine solche Situation retten? Da geht es zunächst um das Arbeitszeugnis. Der erste Entwurf ist schwach und vermittelt dem Leser weder die interessanten Tätigkeiten des Ingenieurs noch die getragene Verantwortung. Die Bewertungen von Arbeitsleistungen und Sozialverhalten fallen knapp aus. Der Text wirkt lustlos und wenig überzeugend. Nur, mit diesem Zeugnis muss sich der Ingenieur bewerben. Also gilt es, ein besseres Zeugnis anzufordern. Der jetzt aufgewachte Ingenieur kämpft und erhält ein tolles Zeugnis. Es ist sogar erkennbar, dass er selbst keine Fortsetzung im Arbeitsverhältnis anstrebte, um sich weiterzuentwickeln. Doch wie kann der Ingenieur die drohende Lücke im Lebenslauf verhindern?

Er entschloss sich zu einem einjährigen Aufbaustudium, das fast lückenlos an das befristete Arbeitsverhältnis anschließt. Das Studium passt zu seinem Alter, er kann den FH-Abschluss sinnvoll durch einen Masterabschluss „überbieten“ und sein Manko, den fehlenden Arbeitsaufenthalt im Ausland, durch ein internationales Projekt ausgleichen. Mitte des Jahres wird der Ingenieur sich erneut bewerben, rechtzeitig vor Ende des Studiums, viel umfangreicher als zuvor und mit einem „fast“ makellosen Lebenslauf. Schade, dass der Ingenieur die ganzen Überlegungen und Mühen nicht beim ersten Stellenwechsel anstellte. Er wäre dann erst gar nicht in die missliche Lage gekommen. Dies ist umso ärgerlicher, als mittlerweile der private Grund für den Wechsel weggefallen ist.

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