Berufseinstieg

Probezeit: Nicht nur Neulinge machen Fehler

Fehler machen nicht nur Hochschulabsolventen in der Probezeit, sondern gleichfalls auch gestandene Praktiker. Besonders gefährdet sind Ingenieure, die wenig Erfahrungen bei Stellenwechseln haben, weil sie lange bei ihrem vorherigen Arbeitgeber verweilten, und auch Kandidaten, die nach längerer Arbeitslosigkeit oder Selbstständigkeit eine Anstellung gefunden haben.

Probezeit: Statt das Unternehmen direkt verändern zu wollen, sollte die Zeit genutzt werden, um sich ein Netzwerk aufzubauen!

Probezeit: Statt das Unternehmen direkt verändern zu wollen, sollte die Zeit genutzt werden, um sich ein Netzwerk aufzubauen!

Foto: panthermedia.net/Rawpixel

Fälle aus der Praxis: Ein 39-jähriger Elektroingenieur setzt nach jahrelanger Zugehörigkeit in einem großen Konzern seine Karriere als Leiter der entscheidenden Produktionslinie in einem mittelgroßen Unternehmen fort. Er ist es gewohnt, in einer klar gegliederten Struktur- und Prozessorganisation zu arbeiten. Die trifft er bei seinem neuen Arbeitgeber nicht an. Er erkennt dort viele Quellen für fehlerhafte Qualität und Unwirtschaftlichkeiten. In seiner direkten Art macht er seinem Unmut Luft und versucht, mit zu viel Drive dem Mittelstandsunternehmen ein neues Produktionskonzept überzustülpen. Die Organisation wehrt sich und letztlich auch der Geschäftsführer des Unternehmens. Das Engagement endet nach der Probezeit schnell und im Unfrieden.

Ein seit zwölf Monaten arbeitsloser Umwelttechnologe war bei seinem alten Arbeitgeber seiner Meinung nach weit unter Wert eingesetzt. Er war frustriert, wurde dort verschmäht und letztendlich aufgrund der schlechten Auftragslage entlassen. Mit dem neuen Arbeitgeber verbindet er den Aufbruch in eine „bessere Welt“. Um erst gar nicht Gefahr zu laufen, erneut in die Arbeitslosigkeit zu kommen, krempelt er die Ärmel hoch und legt schon in der Probezeit los. Damit überfordert er die Organisation und wird mehr als Störer, weniger als Helfer von seinem Vorgesetzten empfunden und gewinnt unter den Kollegen kaum Freunde. Bereits nach wenigen Tagen ist er desillusioniert. Erste Enttäuschungen, Angst und Frustration machen sich breit. Am liebsten möchte er die „Brocken“ hinwerfen. Der Umwelttechnologe läuft so Gefahr, abermals seinen Job zu verlieren.

Wenn Profis die Probezeit falsch nutzen

An einen soeben eingestellten Konstrukteur wird ein Teilprojekt herangetragen, das zu einem bestimmten Zeitpunkt abgewickelt werden soll. Der Ingenieur legt los. Aufgrund mangelnder Arbeits- und Projektplanung kommt es jedoch schnell zu Reibereien mit Kollegen aus anderen Abteilungen, die gleichfalls an dem Projekt mitarbeiten. Das Teilprojekt kommt nicht recht voran. Der erste Meilenstein des Projektes kann nicht erreicht werden, weil der Konstrukteur mit seinem Teilprojekt nicht weit genug gekommen ist. Er hat in der Probezeit den Fehler gemacht, sich zu sehr auf Erfahrungen beim alten Arbeitgeber zu stützen. Dort lief alles auf Zuruf mit den Kollegen und er konnte Projekte „blind“ abarbeiten. In neuen betrieblichen Umfeldern sind anderweitig gemachte Erfahrungen aber eben nur die Hälfte wert.

Die Beispiele könnten fortgesetzt werden. Zum Glück ist ein Scheitern in der Probezeit nach wie vor die große Ausnahme. Dennoch sollten bestimmte Regeln beachtet werden, insbesondere was das eigene Verhalten betrifft. Da Ingenieure oft dazu neigen, die Sache in den Mittelpunkt zu stellen, übersehen sie oftmals Menschen und ihre typischen Reaktionen. Revolutionäre Erneuerungen werden in der Probezeit ohnehin nicht erwartet. Es geht mehr darum, sich sozial in das Unternehmen zu integrieren. Zum großen Rundumschlag ist später noch Zeit genug.

Die Probezeit zum Netzwerken nutzen

Nach dem Motto: Viele Freunde sind gut, ein Feind ist zuviel, sollte die Entdeckungsreise beim neuen Arbeitgeber gestartet werden. Erste Aufgaben und Projekte sollten in der Probezeit abgearbeitet werden, ohne viel Staub aufzuwirbeln. Dazu müssen gewachsene Strukturen und Prozesse berücksichtigt werden. Der Neuling sollte sich vornehmen, jeden Tag zumindest einen neuen Kollegen intensiver kennen zu lernen.

Pausen- und Arbeitszeiten sollten dazu genutzt werden, sich ein Netzwerk aufzubauen. Dies erleichtert dann auch die Abarbeitung von Projekten und Aufgaben. Wer in der Probezeit viele persönliche Kontakte aufbaut, lernt sehr schnell und sehr viel über die entscheidenden Details des neuen Arbeitgebers kennen. Die Zusammenarbeit klappt dann meist besser. Ein gemeinsames Mittagessen bringt in der Probezeit oftmals mehr als eine Unterrichtsstunde zum eingesetzten CAD-System im Unternehmen.

 

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