Erfolgsfaktoren

Präsentationen für den Karriere-Kick

Präsentationen werden für Ingenieure immer wichtiger. In mittleren und großen Unternehmen gehört es mittlerweile zur Routine, seine Arbeitsergebnisse und den Stand von Projekten vor Kollegen und Vorgesetzten zu präsentieren. Sogar innerhalb eines Bewerbungsprozesses kann dem Bewerber ein Vortrag abverlangt werden. Angehende Führungskräfte sollten Präsentationen unbedingt trainieren.

Präsentationen werden immer wichtiger und sollten trainiert werden!

Präsentationen werden immer wichtiger und sollten trainiert werden!

Foto: panthermedia.net/lightpoet

Wichtig für eine gekonnte Präsentation ist neben deren Aufbau die Beherrschung rhetorischer Mittel, zum Beispiel die Behandlung von Einwänden wie Provokationen, Killerphrasen, und der Umgang mit Zurufen und Störungen. Auch die Fragetechnik, das aktive Zuhören, der gekonnte Einsatz von Statements und die non-verbale Untermalung von Aussagen sollte beherrscht werden. Nahezu selbstverständlich ist zudem der Einsatz modernster technischer Hilfsmittel und Präsentationssoftware. Naturgemäß liegen dem Ingenieur diese eher „technischen“ Themen und so verwundert es nicht, dass viele Ingenieure im Bereich der Präsentationswerkzeuge recht gut abschneiden. Auch auf dem Gebiet der Rhetorik sehen sie gar nicht so schlecht aus. Doch zu einer wirklich guten Präsentation vor dem Management gehört nicht nur die technische Seite, sondern der zugkräftige Inhalt. Hier tut sich mancher Kollege schwer, weil er sich in erster Linie auf die Sache konzentriert.

Nicht alle Vorgesetzten und Geschäftsführungen erwarten aber das große Entertainment im Verlaufe einer Präsentation. Da mag eine Maschine oder Anlage noch so perfekt präsentiert und die letzte technologische Innovation deutlich dargestellt werden: Das Management schärft viel eher dann die Sinne, wenn es um Kosten-, Nutzen-, Umsatz- und Gewinnaussagen geht. Diesbezüglich wird eine offensive Präsentation erwartet. Ingenieure neigen hierbei aber zur Defensive und halten sich mit tatsächlichen Versprechungen zurück. Schließlich könnten sie daran gemessen werden – und da lebt es sich ohne quantifizierten Aussagen und Tiefstapeln doch besser.
Doch genau hier liegt die Crux der Sache. Wenn nichts versprochen wird, verlieren Vorstände und Geschäftsführungen schnell das Interesse an bestimmten Gebieten, Projekten oder möglicherweise sogar gänzlich an dem Mitarbeiter. Der wird dann eben nicht mehr gefördert und im Ernstfall wackelt sein Stuhl. Wer die Chance hat, vor dem höheren Management eine Präsentation abzugeben, muss seine Projekte, Tätigkeiten, Vorhaben schon offensiv „verkaufen“. Stimmen die Zahlen zum Schluss nicht, wird es bestimmt genug Argumente dafür geben, die nicht nur in der eigenen Person zu suchen sind. Vielleicht kann der Ingenieur bei der Verargumentierung der nicht erreichten Zahlen sogar weitere Sympathien im Management gewinnen. Auf jeden Fall hat er jetzt eine Plattform, um sich überhaupt in Szene setzen zu können.

Wird etwa ein Ingenieur mit dem Aufbau eines neuen Bereiches „Technische Services“ betraut, so kann er keine Pluspunkte sammeln, wenn er die schwierige Marktsituation aufzeigt und beispielsweise das geringe Kundeninteresse betont. Das mag für ihn zwar wichtig sein, um den Ball flach zu halten. Wundern darf er sich dann aber auch nicht, wenn die Investitionen in diesen Bereich nur spärlich getätigt werden oder die lang ersehnte personelle Verstärkung verzögert wird.
Selbst wenn im Rahmen von Vorstellungsgesprächen Präsentationen verlangt werden, ist es zwar wichtig, etwas zu der eigenen Person zu sagen, im Mittelpunkt sollte aber immer die Beantwortung der Frage stehen: Welchen Nutzen kann ich dem Unternehmen bringen? So sollte etwa ein Ingenieur, der für die Optimierung der Informationsflüsse in der CAx-Kette eingestellt werden soll, schon ganz klar im Rahmen der Präsentation nachweisen, dass sich sein Einsatz bereits im ersten Jahr der Anstellung amortisiert.

Fazit: Die Gelegenheit zu einer Präsentation auf höherer Ebene ist selten. Sie sollte nicht einfach durch schlechte Vorbereitung oder die verkehrte Einstellung verschenkt werden. Eine Präsentation, die nicht den Nerv des Managements trifft, wird wahrscheinlich die letzte vor diesem Gremium gewesen sein! Wer sich seiner Sache nicht sicher ist, sollte sich daher viel Zeit für die Vorbereitung nehmen und ggf. den Vortrag mit einem Kommunikationstrainer durchgehen.

 

Von Bernd Andersch, Karrierecoach Düsseldorf

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