Taktik für den Stellenwechsel

Nach einer Kündigung – Wie Ingenieuren der Neustart gut gelingt

Ein Neustart ist für Ingenieure nicht immer leicht, vor allem, wenn sie jahrelang in derselben Anstellung beschäftigt waren. Umso wichtiger ist es, in die Offensive zu gehen, aktiv Kontakte zu nutzen und sich beim Bewerben trotzdem die nötige Zeit zu lassen.

Beim Neustart sollte man in die Offensive gehen.

Beim Neustart sollte man in die Offensive gehen.

Foto: panthermedia.net/stanciuc

Gut gelaunt tritt der Mitgeschäftsführer eines Möbelproduzenten den Urlaub an. Nicht schlecht staunt er allerdings, als am ersten Urlaubstag per Einschreiben die Kündigung seines Arbeitsverhältnisses ins Haus flattert. Dem technischen Leiter eines mittelständischen Chemieunternehmens blickte der geschäftsführende Gesellschafter immerhin noch fest ins Auge, als er ihm die Kündigung überreichte. Der Gedanke an seine drei noch nicht schulpflichtigen Kinder ließ dem promovierten Ingenieur allerdings schon die Knie schlottern. Dennoch kann dem Ingenieur der Neustart gelingen.

Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren und mit dem Arbeitgeber im konstruktiven Dialog zu bleiben. Emotionale Ausbrüche dienen sicherlich als Ventil, führen aber zum Bruch. Solange die Dialogbereitschaft besteht, können ein angemessener Ausstieg aus dem Job, Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber und der Inhalt des Arbeitszeugnisses möglicherweise noch beeinflusst werden. Wer Fragen zu Rechtmäßigkeit der Kündigung, Kündigungstermin, Abfindung, Aufhebungsvertrag, Arbeitszeugnis hat, sollte auf jeden Fall einen Fachanwalt für Arbeitsrecht aufsuchen, um sich gut informiert mit dem Arbeitgeber zu einigen. Das erleichtert den Neustart als Ingenieur.

Selbstzweifel helfen einem Ingenieur beim Neustart am wenigsten

Führungskräfte tragen sich oftmals mit dem Gedanken, vor einem Neustart als Ingenieur zunächst die Vergangenheit aufzuarbeiten. Wird dann verkehrte Hilfe in Anspruch genommen, kann dies schnell zu einer persönlichen Bankrotterklärung führen. So erging es dem gekündigten, langjährigen Technischen Leiter. In der psychologischen Beratung erfuhr er, dass er eigentlich nicht der geborene Ingenieur sei. Sein Job machte ihm zwar immer Spaß, jetzt aber hatte er bei der Suche ein Problem mehr. Um das angeknackste Selbstbewusstsein wieder aufzubauen, brauchte er weitere bezahlte Unterstützung.

Keinesfalls zu unterschätzen sind Negativstimmungen, die bei absichtlich genommener Auszeit im privaten Umfeld aufkommen. Nicht selten schwindet das Vertrauen der Familie, Freunde distanzieren sich. Sicherlich braucht jeder einige Tage, die Wunden zu lecken. Danach ist dann aber Eile bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz angesagt. Mit jedem Tag, der ohne zielgerichtete Bewerbungsaktivitäten verstreicht, wird wertvolle Zeit verschenkt, Selbstzweifel wachsen, die Ausgangssituation des Bewerbers verschlechtert sich, und der Neustart des Bewerbers wird unnötig erschwert.

Ingenieure sollten für einen Neustart schnell in die Offensive gehen

Persönliche Beziehungen sind zwar alles, wer aber bittet schon im Zeitalter des Erfolges um Hilfe oder bietet einem Gestrauchelten Hilfe an? Dennoch, systematisches Abarbeiten bestehender Kontakte hat für den Neustart als Ingenieur oberste Priorität. Um sich erste Erfolgserlebnisse am Arbeitsmarkt zu verschaffen und umgehend etwas in Gang zu setzen, empfiehlt sich parallel das Schalten von Stellengesuchen. Die großen überregionalen Zeitungen bieten sich als Medien genauso an wie Arbeitsmärkte im Internet.

Lieber ein Medium mehr, als mit Zaudern Zeit verstreichen lassen. Wer in die richtigen Medien geht, wird in Kürze auch die Personalberater kennenlernen, die für ihn geeignete Stellen im Portefeuille haben. Führungskräfte können im nächsten Schritt die Top-Ten-Personalberater mit einer schriftlichen Bewerbungsunterlage versehen. Initiativbewerbungen und Bewerben auf Stellenanzeigen bilden schlussendlich das tägliche Brot, um den Neustart als Ingenieur zu ermöglichen.

Ingenieure sollten die Arbeitsplatzsituation beim Neustart unverfänglich präsentieren

Bleibt die Frage: Wie kann der unerwartete Ausstieg am besten präsentiert werden? Das Gesetz der Fairness räumt dem Kandidaten ein, sich genauso vorteilhaft in der Bewerbung zu vermarkten, wie dies Unternehmen in Ausschreibungen machen. Wer sich nach wie vor in einem laufenden Arbeitsverhältnis befindet, dokumentiert die letzte Station wie folgt: 1995 – heute. Danach folgt die namentliche Nennung des Arbeitgebers. Wie es tatsächlich um das aktuelle Arbeitsverhältnis steht, kann im Vorstellungsgespräch erörtert werden – oder auch nicht! Die Kündigung muss dem Neustart des Ingenieurs nicht im Wege stehen.

Ist erst einmal der persönliche Kontakt zwischen wirklichem Personalentscheider und Bewerber aufgebaut, wird so manche vermeintliche Schwachstelle im Lebenslauf toleriert. Bei schriftlichen Bewerbungen gelten hingegen ganz andere Gesetze. Die mit der Vorauswahl befassten sogenannten Experten sorgen dafür, dass jeder problematische Bewerber den schnellen Weg in den Postrücklauf findet. Bei drohender oder bereits ausgesprochener Kündigung ist höchste Eile geboten. Die Energie sollte sich darauf richten, nahtlos in ein neues Beschäftigungsverhältnis zu kommen. Dann fällt der Neustart Ingenieuren umso leichter.

 

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