Karreirestrategie 08.05.2015, 00:00 Uhr

Motivierung von außen funktioniert nicht- Teil 1

Woher Motivation nehmen?

Woher Motivation nehmen?

Foto: iStock / Thinkstock

Mehr Geld spornt nicht an

Wenn wir etwas gerne tun, weil wir es genießen oder daraus lernen, sind wir von allein, also intrinsisch, motiviert. Sobald irgendeine Art von Belohnung ins Spiel kommt, lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf die Belohnung, dann gehen wir der Tätigkeit nicht mehr aus Vergnügen, sondern aus Profitstreben nach und verlieren im gleichen Moment den Spaß an dem, was wir tun. Es geht nur noch ums Fertigwerden, um dann die Belohnung zu kassieren. Was wir brauchen, um mit einer Aufgabe zu beginnen und sie – auch wenn sie komplex ist – zu erledigen, ist Willenskraft. Manchmal höre ich von Menschen den Satz: „Mir fehlt es einfach an Willenskraft“, dabei lässt sich Willenskraft genauso trainieren wie ein Muskel. Und auch hier führt regelmäßiges Training zum dauerhaften Erfolg.

Theoretisch könnten wir im Berufsalltag auch ohne Willenskraft auskommen, zumindest dann, wenn uns eine Aufgabe so viel Freude bereitet, dass wir sie ohne Überwindung bewältigen. Im besten Fall führen solche Situationen zum sogenannten Flow-Erlebnis, bei dem wir völlig in unserer Tätigkeit versinken. Dummerweise haben wir bloß immer so viele Störfaktoren: Macht der Job Spaß, ist der Chef ein Blödmann und wenn der Chef ein guter ist, dann nerven halt die Staus auf der Autobahn, durch die man täglich so lange unterwegs ist. Wir nehmen uns durch unsere Klagen im Grunde jeden Tag einen Teil unserer Motivation und unserer Lebensfreude.

Verantwortung übernehmen

Studien haben bewiesen: Motivation hängt unmittelbar mit dem persönlichen Eindruck zusammen, im hohen Maße selbstbestimmt leben zu können. Verantwortung spielt dabei eine große Rolle. Viele haben das Gefühl, Verantwortung sei eine Last, eine Verpflichtung, und das ist auch richtig, aber andererseits gibt die Übernahme von Verantwortung uns auch das Gefühl, eine (wichtige) Rolle zu spielen, mitbestimmen oder mitgestalten zu können. Verantwortung zu übernehmen, heißt einmal Verantwortung für sich selbst zu übernehmen (nicht andere für etwas verantwortlich zu machen, das uns betrifft) und es heißt auch, Verantwortung für andere zu übernehmen. Etwas zu tun, weil man es tun will, weil es einem Freude macht, ist die beste Antriebsfeder für berufliche Leistung. Motivation bedeutet mehr Energie zu haben, ein stärkeres Interesse an der Sache und den Willen, die jeweilige Aufgabe zu lösen. Wenn wir erfolgreich sind, wird die Lust am Erfolg gesteigert und mit ihr die Motivation. Dieser Mechanismus ist in unserem Gehirn verankert: Immer wenn uns aus eigenem Antrieb etwas gelingt, springt automatisch unser internales Belohnungssystem an. Das „Ich-will-Prinzip“ ist wahrscheinlich die größte Motivations- und Kraftquelle. Es gibt viele Möglichkeiten, uns selbst zu motivieren, aber für jede einzelne müssen wir etwas tun: Ohne Aktion keine Motivation.

Positives Denken

Im Alltag hilft positives Denken, unsere Motivation zu fördern. Konzentrieren Sie Ihre Wahrnehmung bewusst auf positive Erlebnisse (auch die kleinen): die grüne Ampel auf dem Weg zur Arbeit, den freundlichen Gruß einer Kollegin. Welches Arbeitsthema, welche Aufgabe interessiert Sie heute besonders? Stellen Sie sich vor, wie es sich anfühlt, wenn Sie diese Arbeit erledigt haben. Fragen Sie sich jeden Abend: Was war am heutigen Tag gut? Was hat mir gefallen? Was hat mir Spaß gemacht? Was habe ich Schönes erlebt?

Sich selbst und anderen etwas Gutes tun

Sich selbst etwas Gutes zu tun, hebt die Stimmung. Tanken Sie Energie für die nächste Aufgabe, indem Sie sich zwischendurch Pausen gönnen, einen leckeren Tee zubereiten oder sich etwas für den Feierabend vornehmen. Vielleicht inspiriert Sie auch ein persönlicher Gegenstand wie z. B. ein Foto, eine Pflanze oder ein Mitbringsel aus dem letzten Urlaub. Es sollte kein Tag vergehen, an dem Sie sich nicht selbst eine (kleine) Freude gemacht haben. Schon in der Bibel steht: „Geben ist seliger als nehmen“, was aussagt, dass geben glücklich macht. Wir haben jeden Tag die Möglichkeit, einem unserer Mitmenschen eine kleine Freude zu machen. Das Verschenken von etwas (und sei es nur ein Lächeln) tut vordergründig dem anderen gut, am meisten aber uns selbst. Viele Menschen, die ehrenamtlich tätig sind oder einfach nur gerne anderen helfen, erhalten ihre Motivation durch ihr eigenes Tun, nicht durch den Dank der anderen. Helfen befriedigt im hohen Maße.

Dankbarkeit

Vieles von dem, was wir in unserem Leben haben, erscheint uns völlig selbstverständlich. Dass es nicht selbstverständlich ist, sehen wir, wenn wir einmal unsere Komfortzone verlassen und uns dort umschauen, wo Menschen in Lebenssituationen sind, um die niemand sie beneidet. Wir vergleichen uns permanent, zu unserem eigenen Schaden meistens mit den Menschen, von denen wir den Eindruck haben, es ginge ihnen in irgendeiner Hinsicht besser als uns. Motivierender wäre es, wenn wir uns einmal mit denen vergleichen würden, denen es schlechter geht als uns.

Ziele

Wenn wir überlegen, wofür es sich lohnt, dankbar zu sein, schauen wir auf unsere Vergangenheit und auf unsere Gegenwart. Und auch wenn es wichtig ist, das Hier und Jetzt zu genießen, so brauchen wir auch das Denken nach vorn, in die Zukunft. Wir brauchen etwas, auf das wir uns freuen können, etwas, auf das wir hinarbeiten. Wir müssen noch etwas „wollen“, um wach, lebendig und motiviert zu bleiben. Wir brauchen Ziele.

Viele Menschen nehmen sich etwas vor, wundern sich dann aber, dass sie den Vorsatz nicht umsetzen konnten. Dafür liegt die Erklärung schon im Wort: Vorsatz. Ein Vorsatz wird meist in einer Art Absichtserklärung geäußert: „Ich möchte mich beruflich verändern“, und hat so kaum eine Chance, wahr zu werden. Eine richtige Zielformulierung funktioniert nur nach der SMART-Formel:

S = spezifisch (ich habe eine gut bezahlte Stelle als Maschinenbauingenieur)

M = messbar (deshalb die genaue Angabe und nicht „ich habe einen neuen Job“)

A = aktiv beeinflussbar (ich muss selbst verantwortlich sein und alles dafür tun können)

R = realistisch (keine überspannten Idealvorstellungen: nächste Woche habe ich einen neuen Job)

T = temporär (zeitlich festgelegt, also: am 1. September – oder früher – habe ich eine gut bezahlte Stelle als Maschinenbauingenieur)

Welche weiteren einfachen Möglichkeiten Sie haben, sich selbst zu motivieren und wie es gelingt einen Sinn hinter all Ihrem Tun zu finden, das lesen Sie in Teil 2.

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