Beratung 02.07.2015, 00:00 Uhr

Mobiles Arbeiten verhilft zur High Performance

Unternehmen, die mobiles Arbeiten ermöglichen, haben nicht nur glücklichere Mitarbeiter, sondern auch effizientere. 

Mobil macht glücklich.

Mobil macht glücklich.

Foto: Stockbyte/Thinkstock

Laptop, Tablet, Smartphone – elektronische Geräte gehören an vielen Ingenieurarbeitsplätzen zur Grundausstattung. Zwar ist es in einigen Unternehmen nicht gewünscht, dass die Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten. Viele Ingenieure nutzen ihre Mobilgeräte aber sehr wohl, um nach Feierabend noch eben Mails zu checken oder den Projektplan im Zug voranzubringen. Eine Studie des Beratungsunternehmens Techconsult gibt ihnen Recht: Über die Hälfte der befragten Personalverantwortlichen meint, mobile Arbeit steigere die Projektperformance.

Im Rahmen der Studie gaben zwei Drittel der Personalverantwortlichen an, dass Aufgaben und Projekte durch mobiles Arbeiten schneller abgeschlossen werden könnten. Ebenso viele sind der Meinung, dass die Mitarbeiter zufriedener wären, wenn sie unabhängig von Zeit und Ort arbeiten könnten. Ob Bauingenieure, Projektplaner oder Ingenieure in beratender Funktion, die Vorteile des mobilen Arbeitens sind unübersehbar.

Vorteile des mobilen Arbeitens

Schon allein der Zugriff aufs Internet und aufs berufliche E-Mail-Konto kann helfen, Zeiten des Leerlaufs, z.B. im Zug oder im Hotel, produktiv zu verbringen. Wie viele Mails kann man während einer Stunde Zugfahrt lesen, beantworten, weiterleiten und löschen? Arbeiten, die gemessen an der investierten Zeit wenig Output liefern. Sie alle können von unterwegs abgehakt werden. Die Unternehmen, die das mobile Arbeiten der Beschäftigten unterstützen, bieten häufig auch den Zugriff auf Office Tools und Business-Collaboration-Systeme an. Fleißarbeiten wie Excel-Tabellen führen oder in Ruhe eine Präsentation für die kommende Teamsitzung vorbereiten, können so außerhalb des alltäglichen Bürotrubels erledigt werden. Und wer auf dem Weg zur Arbeit im Stau steht, muss deshalb nicht die Telefonkonferenz verpassen. Die Auffassung der Personalverantwortlichen, dass mobiles Arbeiten zu mehr Produktivität führen kann, ist somit nachvollziehbar.

Aus Sicht der Mitarbeiter eröffnet mobiles Arbeiten aber noch viel mehr Möglichkeiten. Nur ein Arbeitgeber, der mobiles Arbeiten anbietet, ermöglicht seinen Beschäftigten, auch von zu Hause aus zu arbeiten. Für junge Ingenieure, Teilzeitkräfte oder Pendler kann das ein entscheidendes Kriterium sein bei der Wahl des Arbeitgebers. Für manche kann mobiles Arbeiten einfach nur den temporären Umzug in ein anderes Büro heißen. Beispielsweise wenn der Schreibtischnachbar eben eine zweistündige Telefonkonferenz vom eigenen Platz angekündigt hat. Einige Arbeitnehmer brauchen den regelmäßigen Tapetenwechsel, um neue Ideen und Strategien zu entwickeln. So individuell die Arbeitsweisen der Beschäftigen auch sind, mobiles Arbeiten wird von den meisten Arbeitnehmern als bereicherndes Element empfunden.

Unsichtbare Effekte des mobilen Arbeitens

Neben den offensichtlichen und in Teilen messbaren Vorteilen, die das mobile Arbeiten sowohl den Arbeitgebern als auch den Arbeitnehmern bringt, gibt es auch unsichtbare Effekte. Die Genehmigung des mobilen Arbeitens ist ein Zeichen des Vertrauens von Seiten des Unternehmens in den jeweiligen Mitarbeiter, der dieses Angebot nutzt. Während die Anwesenheit im Büro häufig mit der Vorstellung verbunden ist, der Arbeitgeber hätte auf irgendeine Art und Weise Kontrolle über den Arbeitenden und könne seine Produktivität beeinflussen, ist diese Sicherheit weg, sobald der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin von unterwegs arbeitet. Studien zur Arbeitsorganisation haben gezeigt, dass Mitarbeiter einen solchen Vertrauensvorschuss sehr wohl wahrnehmen und im Sinne des Unternehmens nutzen: So arbeiteten Arbeitnehmer in Vertrauensarbeit im Schnitt jeweils mehr als solche mit fixen Arbeitszeiten.

Ein vertrauensvoller Umgang zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern kann die Leistung des Einzelnen also verbessern. Außerdem stärkt es die Bindung zwischen den einzelnen Mitarbeitern und dem Unternehmen. Mobiles Arbeiten wirkt sich so positiv für beide Seiten aus.

Mobiles Arbeiten braucht Grenzen

Das goldene Los sind mobile Arbeitsformen deswegen nicht. Dem Einzug der Smartphones und Tablet-PCs in die Aktentasche und damit der Vermengung von Arbeits- und Freizeit müssen Grenzen gesetzt werden. Sowohl von Seiten der Unternehmen als auch von Seiten der Arbeitnehmer.

Für Arbeitgeber ist das größte Risiko die Sicherheit. Zugänge zum firmeneigenen Netzwerk sollten deshalb professionell aufgesetzt und gesichert sein, damit sensible Daten nicht abgefischt werden können. Mitarbeiter, die mobile Arbeitsformen nutzen wollen, sollten über die Risiken informiert werden. In manchen Fällen empfiehlt sich auch die Schulung der Mitarbeiter im professionellen Umgang mit Firmengeräten und Software. Andererseits kann die Verwendung von Apps auf Arbeitshandys oder Tablet-PCs eingeschränkt werden. Denn die kleinen Helferlein, insbesondere die kostenfreien Varianten, sind ein häufiges Einfallstor für Schadsoftware.

Arbeitnehmer, die mobile Lösungen für ihre Arbeit nutzen wollen, sollten sich der Risiken für Daten und Netzwerk bewusst sein und einen achtsamen Umgang damit einüben. Außerdem muss ein jeder für sich persönlich klären, wie viel Zeit er seiner Arbeit widmen möchte. Wenn Beruf und Privates nicht mehr örtlich getrennt ist und die Grenzen für Arbeit und Freizeit verschwimmen, liegt es am Arbeitnehmer, diese für sich neu zu ziehen. Die Annahme, dass man als mobil arbeitender Mitarbeiter auch ständig erreichbar sein muss, hat sich glücklicherweise als fehlerhaft erwiesen. Ob ein Arbeitnehmer aber vor dem Schlafengehen noch einmal seine E-Mails öffnet oder am Sonntag Anrufe entgegennimmt, ist eine individuelle Entscheidung, die jeder bewusst treffen sollte.

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