Mit konkreten Vorsätzen in die Probezeit starten

Schon im Vorfeld sollten sich Gedanken über die eigene Vorgehensweise in der Probezeit gemacht werden.

Schon im Vorfeld sollten sich Gedanken über die eigene Vorgehensweise in der Probezeit gemacht werden.

Foto: panthermedia.net/stockasso

Der Probezeit wird nicht nur mit Freude entgegengesehen. Erste Bedenken und Ängste kommen schon im Vorfeld auf: Ob wohl die Erwartungen des neuen Arbeitgebers erfüllt werden können? Ingenieure, die bereits einige Stellenwechsel hinter sich gebracht haben, bleiben gelassen. Bei Kandidaten, die ihre erste Probezeit antreten oder aufgrund langer Verweilzeiten bei vorherigen Arbeitgebern nur geringe Wechselerfahrungen besitzen, kann das Nervenkostüm leicht ins Flattern geraten. Gleiches gilt für Ingenieure, die froh sind, nach langer Suche überhaupt einen neuen Job ergattert zu haben. Auch sie empfinden die Probezeit als kitzlige Angelegenheit und fragen sich oft, wie sie das Risiko des Scheiterns verhindern können. Wichtig ist die richtige Einstellung vom ersten Tag an.

Schon im Vorfeld sollten sich daher Gedanken über die eigene Vorgehensweise in der Probezeit gemacht werden. Die Vorstellungsgespräche sind gründlich zu reflektieren. Je mehr Informationen über die neue Position, das Arbeitsumfeld, die herzustellenden Produkte, die eingesetzten Technologien, zur formellen/informellen Organisation usw. bekannt sind, desto besser können daraus Vorsätze und Maßnahmen abgeleitet werden. Da steht beispielsweise ein Ingenieur vor der Probezeit in einer Konstruktionsabteilung. Aus den Vorstellungsgesprächen weiß er, dass für ihn aufgrund seiner besonderen Qualifikationen die Position eines Gruppenleiters geschaffen werden soll – allerdings nach Bestehen der Probezeit. Erste Ideen kursieren dazu im Kopf des Abteilungsleiters. Dem Gruppenleiter in spe sollen drei Konstrukteure aus der bestehenden Abteilung unterstellt werden. Der Vertriebsbereich verspricht sich zudem von dem neuen Gruppenleiter eine weitreichende Unterstützung der Sales-Ingenieure. In der entscheidenden Verkaufsphase soll der neue Mann technische Präsentationen bei den potentiellen Kunden halten. Der Ingenieur formuliert aufgrund dieser Tatsachen eine ganze Liste an Punkten, die er in der Probezeit einhalten möchte. Hier ein kleiner Auszug:

Mit dem Abteilungsleiter klar die Aufgaben und Verantwortlichkeiten der bislang nicht vorhandenen Stelle umreißen, damit die Vision nicht als Luftblase zerplatzt.
Ausfindig machen, wo die Kollegen im Vergleich zu den eigenen Qualifikationen stehen – besser, schlechter, aktueller, veraltet usw. Bei den Kollegen hin und wieder das eigene fachliche Wissen aufblitzen lassen, um damit die Vorreiterrolle als Gruppenleiter zu rechtfertigen.
Schnellstmöglich die Vertriebsingenieure auf ihren Kundenbesuchen begleiten und sich für den Vertrieb nützlich zeigen, damit der Vertrieb sich für die Fortsetzung der Zusammenarbeit stark macht.
Bekanntermaßen gibt es immer Spannungen zwischen Konstruktion, Versuch und Produktion. Herausfinden, wie es hier um die Qualität der Zusammenarbeit steht, worauf man sich einstellen muss. Bei Bedarf Ideen für eine bessere Teamarbeit entwickeln.
Alte Präsentationen zeigen lassen und diese durcharbeiten. Feststellen, welche Standards üblich sind, was besser gemacht werden kann, um diesbezüglich bei den Kunden gut anzukommen.
Beobachten des herrschenden Führungsstils in der Abteilung und im Unternehmen, um eventuell parallel zur Probezeit Seminare zum praktizierten Führungsstil zu belegen.

Zudem gibt es allgemein bekannte Punkte, die in der Probezeit berücksichtigt werden sollten und in die Liste gehören: Ziele für die Probezeit vereinbaren, konsequent die tägliche Arbeit planen (insbesondere Zeitplanung), festlegen eines Einarbeitungsprogramms – falls nicht vorhanden, Feedback-Gespräche mit dem Vorgesetzten terminieren usw. Darüber hinaus stellt sich generell die Frage, über welches Methodeninstrument der Einzelne verfügt, um sich ein neues fachliches und soziales Aufgabenumfeld zu erschließen (z.B. Informationsflussdiagramme, Soziogramme, Methoden aus der Geschäftsprozessanalyse). Möglicherweise besteht hierzu noch Lern- bzw. Schulungsbedarf, bevor es in die Probezeit geht. Ergebnis ist also eine Liste an Vorsätzen, die sich der Proband für die Probezeit vornimmt. Im hier dargestellten Falle kam der Ingenieur auf rund 20 Punkte. Die Liste muss natürlich mit zunehmendem Informationsstand in der Probezeit überarbeitet werden.

Fazit: Das Beispiel soll zeigen, dass man nicht unbedarft in die Probezeit starten muss. Schon im Vorfeld kann einiges getan werden, um die Probezeit von Beginn an systematisch vorzubereiten, Ängste und Bedenken abzubauen. Das Beispiel zeigt aber auch, wie wichtig es ist, bereits in den Vorstellungsgesprächen möglichst viele Informationen zur Stelle, zum Unternehmen usw. in Erfahrung zu bringen. Je besser der Informationsstand, desto treffender und umfangreicher können die Vorsätze für die Probezeit als Leitlinie definiert werden.

 

Von Bernd Andersch, Karrierecoach Düsseldorf

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