Ausstieg mit Stil 30.05.2017, 00:00 Uhr

Kündigen, aber richtig!

Nach der Erstanstellung steht ein Jobwechsel an? Auch die erste Kündigung im Leben will gelernt sein. Wie man es machen sollte – und wie nicht. 

Kündigen, aber richtig!

Kündigen, aber richtig!

Foto: Photonica/Getty Images

Es muss ein unbeschreibliches Hochgefühl gewesen sein, das den jungen Ingenieur durchflutete, als er den Abgang bei seiner Firma machte. Freudig postete er an seinem letzten Arbeitstag auf Facebook ein Foto, auf dem er seinen Dienstausweis mit triumphierendem Lachen in eine Mülltonne wirft – untertitelt mit „Nie wieder …“.

Ein wenig gelungenes Beispiel für einen Abschied, von dem Claudia Michalski, Geschäftsführende Gesellschafterin der OMC OpenMind Management Consulting GmbH, berichtet. „So verscherzt man sich alle Sympathien, mögliche Referenzen und gegebenenfalls auch noch sein Abschlusszeugnis“, stellt die Beraterin kopfschüttelnd fest. Zu den Kardinalfehlern, die Michalski immer wieder beobachten muss, zählt zudem „überschäumende Freude über ein neues Angebot“. Denn dabei kommt die notwendige Diskretion unter die Räder. „Es werden Einzelheiten ausgeplaudert, die nicht in die Öffentlichkeit gehören“, weiß die Beraterin.

Dos und Don‘ts  beim Arbeitsplatzwechsel

Grundfalsch ist, in der Kantine Kollegen darüber zu informieren, dass man bald den Job wechseln wird. Oder eifrig über Social Media die frohe Botschaft in die Welt zu posaunen, wie es Andrea Schottelius von Personal Management Coaching beobachtet. Zu früh, zu ungeschickt. „Erst wenn der neue Arbeitsvertrag von beiden Seiten unterschrieben ist, kann die alte Firma informiert werden – und zwar nicht per Mail, sondern im persönlichen Gespräch“, sagt Schottelius.

An erster Stelle stehe dabei immer der direkte Vorgesetzte, erklärt Michalski. Dann wird formal die Kündigung unter Beachtung aller Fristen eingereicht, wobei immer auch die Personalabteilung mit ins Boot zu holen ist. „Erst nach diesen Schritten können Kollegen informiert werden, aber auch das nur in Abstimmung mit dem Vorgesetzten“, sagt Michalski.

Wichtig: Frust und Ärger gehören nicht ins Kündigungsschreiben

Unabhängig von den realen Kündigungsgründen sollte eine wertschätzende Kommunikation fortgeführt werden: „Über den Vorgesetzten oder die Kollegen schlecht zu sprechen, ist stillos und sollte möglichst vermieden werden.“ Genaue Details der Konditionen gehörten ebenso wenig in die Öffentlichkeit. Michalski: „Die Regel heißt: Diskretion vor Triumph! Das gilt auch, wenn man ein deutlich besseres Angebot bekommen hat.“

Gerade junge Ingenieure mit guten Jobchancen lassen sich häufiger vom Übermut leiten. „Sie laufen Gefahr, mit einer gewissen Arroganz Abschied zu nehmen, weil sie begehrt sind“, sagt Schottelius. Dieser Verlockung sollte man unbedingt widerstehen. Wie auch der, Kollegen aufzuwiegeln. „Selbst, wenn es um das Arbeitsklima und die Führungsfähigkeiten des Vorgesetzten nicht gut bestellt ist“, betont die Trainerin. Hinzu kommt bei übler Nachrede, dass sie meist auf einen selbst zurückfällt: „Gerade Jüngere unterschätzen, wie gut manche Branchen vernetzt sind und sich wenig angemessenes Verhalten herumspricht“, erklärt Schottelius.

Bei aller Zurückhaltung sind ehrliche Aussagen wichtig

Natürlich kann man Gründe für die Kündigung ansprechen. Das darf aber nicht in einer Abrechnung mit dem bisherigen Arbeitgeber ausarten. Besser ist, auf die neuen Karrierechancen abzuheben, die sich mit diesem Schritt auftun. Schottelius empfiehlt eine neutrale Formulierung wie: „Ich habe eine Position gefunden, in der ich meine Kompetenzen noch besser einsetzen kann.“

Wenn man direkt aufgefordert wird, Kritik zu üben, sollte man nicht um den heißen Brei herumreden. „Wichtig ist, sachlich zu bleiben, Fakten zu nennen, möglichst anhand konkreter Beispiele, was warum weniger gut lief“, erklärt Schottelius. Selbstverständlich sollte sein, auch nach der Kündigung weiter gute Arbeit zu leisten.

Eine Kündigung muss richtig kommuniziert werden

Nicht zu vergessen ist Organisatorisches. Beizeiten geklärt werden sollte die Kommunikation nach innen und außen: Wer erklärt wann und wem den Weggang? Je bedeutender die Position im Unternehmen ist, desto wichtiger ist die Abstimmung in dieser Frage, auch was die offizielle Sprachregelung anbelangt. Ebenso braucht eine saubere Übergabe Vorlauf. Michalski rät dazu, einen schriftlichen Plan zu entwerfen, der genau festhält, wie die Stabübergabe an Kollegen oder Nachfolger erfolgen soll. Gibt es eine Freistellungsphase, dann ist zu klären: Wie lange bleibt man offiziell noch angestellt, muss aber nicht mehr zur Arbeit erscheinen?

Und schließlich: Wie soll der letzte Arbeitstag aussehen? Soll es eine kleine Abschiedsfeier im Unternehmen geben? Wer lädt ein, wer spricht dort? Und natürlich verweist Michalski darauf, dass bis dahin das Arbeitszeugnis geschrieben sein sollte: „Möglichst mit der Option, vorher einen eigenen Textvorschlag zu machen.“ 

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