Karrieretipps 22.05.2015, 00:00 Uhr

Keine Experimente in der Probezeit

Ist der Arbeitsvertrag unterschrieben, atmen Bewerber erst einmal tief durch und schalten einen Gang zurück. Doch je näher der Einstiegstermin beim neuen Arbeitgeber rückt, desto mehr weicht auch bei gestandenen Fach- und Führungskräften die ruhige Gelassenheit der Frage: Wie kann ich die Probezeit erfolgreich überstehen?

In der Probezeit nicht am alten Arbeitgeber orientieren.

In der Probezeit nicht am alten Arbeitgeber orientieren.

Foto: iStock / Thinkstock

Wichtig ist es, mit dem zukünftigen Vorgesetzten klare Ziele für die Probezeit zu vereinbaren. Liegt kein Einarbeitungsprogramm vor, sollte es gemeinsam aufgestellt werden. Zu durchlaufende Unternehmensbereiche mit Start- und Endzeitpunkten sowie die Art des Arbeitsbeitrages, der erwartet wird, gehören zu den Bestandteilen eines solchen Programms. Es sollte geklärt werden, welche konkreten Arbeitsergebnisse in der Probezeit erwartet werden. Zudem sollten im 14tägigen Abstand Feedback-Gespräche stattfinden, damit aufziehende Differenzen rechtzeitig beseitigt werden können.

In der Probezeit ist es ratsam, im Bewerbungsprozess gemachte Aussagen des Vorgesetzten zu überprüfen. Beklagt sich etwa der einstellende Geschäftsführer noch beim Bewerbungs-gespräch über mangelnde Macherqualitäten und zu wenige Ideen seiner Führungskräfte, ist nicht gesagt, dass er diese Qualitäten wirklich schätzt. Möglicherweise eckt der Kandidat gerade auf Grund von Eifer und Verbesserungsvorschlägen während der Probezeit an.

Probezeit: Die Wünsche des Chef ergründen

Fordert ein Vorgesetzter im Einstellungsinterview vom neuen technischen Vertriebsmanager den Aufbau des Key-Account-Managements, muss das nicht bedeuten, dass der Vorstand tatsächlich ein Management meint, das diesen Namen verdient. Geschickt ist es zu ergründen, in welche Richtung die Wünsche des Chefs in der Probezeit wirklich gehen.

Kandidaten scheitern in der Probezeit oft nicht auf Grund fehlender fachlicher Qualitäten. Stimmt die Chemie nicht, hilft das beste Fachwissen nichts. In der Probezeit sollte daher ein persönliches Netzwerk aufgebaut werden. Wer es schafft, jeden Tag einen neuen Kontakt aufzubauen, ist auf dem richtigen Weg. So erfährt man viel über das bestehende Soziogramm im Unternehmen. Welches sind die wichtigen Figuren? Wo sitzen die Drahtzieher und grauen Eminenzen? Ein gemeinsames Mittagessen mit den wirklichen Entscheidern bringt oftmals mehr als die Einführung zum eingesetzten EDV-System im Unternehmen. Revolutionäre Leistungen werden von Einsteigern in der Probezeit nur in Ausnahmefällen erwartet.

Probezeit nicht bestanden? Der Kandidat ist schuld

Auch wenn es paradox klingt: Die Gefahren in der Probezeit lauern selten beim neuen Arbeitgeber. Der hat mit der Besetzung der offenen Stelle ein wichtiges Problem gelöst und bedankt sich zunächst mit großem Vertrauen und viel Unterstützung. Probezeiten scheitern vielmehr am ungeschickten Verhalten von Kandidaten. Wer etwa beim vorherigen Arbeitgeber unter Wert eingesetzt war, frustriert oder verschmäht wurde, möchte hoch motiviert beim neuen Arbeitgeber zur Sache gehen und zeigen, was wirklich in ihm steckt. Möglicherweise überfordert er in seinem Übereifer die Organisation oder übersieht gewachsene Strukturen.

Wer in ein neues Unternehmen kommt, erkennt in der Regel jede Menge tatsächliche oder vermeintliche Schwachstellen. Voreiliges Agieren in der Probezeit kann schnell zum persönlichen Problem werden. Was ist, wenn ein frisch eingestellter Betriebs-Ingenieur beispielsweise öffentlich das Projektprämierungs-System verteufelt, das dummer Weise das Lieblingskind des technischen Leiters ist? In der Tochtergesellschaft eines Konzerns geht der neue Vertriebsmanager mit seinem Vorgesetzten, einem wesentlich jüngeren Geschäftsführer, in den Clinch. Er erklärt ihm nach 14 Tagen der Probezeit, wie man das Unternehmen optimal führen könnte. Allerdings hat er vergessen, sich vorher nach seiner Lobby im Konzernvorstand zu erkundigen.

Probezeit: Nicht am alten Arbeitgeber orientieren

Besonders gefährdet sind Personen, die lange Verweilzeiten beim letzten Arbeitgeber hatten, aus der Selbstständigkeit in ein Arbeitsverhältnis zurückkehren oder sehr hohe Ansprüche an Personal und Qualität haben. Sie sollten zumindest während der Probezeit auf den Knoten in der Zunge achten. Im Umgang mit dem unbekannten Umfeld ist es anfangs besser, überwiegend Fragen zu stellen und Lob auszusprechen. Mit den großen Kreuzzügen sollte solange gewartet werden, bis das machtpolitische Geschehen im Unternehmen einigermaßen ist und man sich die eigene Lobby geschaffen hat.

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