Karriereplanung

Karriereleiter: Freiwillige Rückschritte?

Berufliche Dämpfer sind heute auch für Ingenieure keine Seltenheit. Die schwache Konjunktur und Kostensenkungsprogramme der Unternehmen führen zu Personalfrei- und -umsetzungen. Vielfach resultieren daraus für den Einzelnen Rückschritte auf der Karriereleiter. Solche Karriereknicke im Bewerbungsgeschehen zu verkaufen, ist nicht ganz einfach.

Menschen laufen Treppe hoch

Jeder hat seine persönliche Karriereleiter.

Foto: panthermedia.net/denisismagilov

Auf pedantisches Nachfragen der Personalentscheider muss sich jeder Bewerber einstellen. Sind betriebs- und konjunkturbedingte Rückschritte auf der Karriereleiter noch nachvollziehbar, wirken von einem Ingenieur freiwillig initiierte Schritte zurück mehr als verdächtig.

Start auf den untersten Stufen der Karriereleiter

So startet ein junger Ingenieur nach dem Studium in der Entwicklungsabteilung eines größeren Unternehmens, auf den ersten Stufen der Karriereleiter. In nur kurzer Zeit avanciert er zum Projektleiter. Da den Vorgesetzten das Führungspotenzial des Ingenieurs nicht entgangen ist, wird er nach nur drei Jahren Betriebszugehörigkeit zum Leiter einer größeren Gruppe befördert. Der Ingenieur eilt nun seit einem halben Jahr von Meeting zu Meeting, muss sich mit allerlei Personalproblemen auseinandersetzen, sieht sich mit betriebswirtschaftlichen sowie „politischen“ Aufgaben konfrontiert und findet sich oftmals in stundenlangen Kundengesprächen wieder.

Als Ingenieur sieht er sich fachlich so gut wie nicht mehr gefordert. Trotz des Aufstiges auf der Karriereleiter bedauert der Ingenieur diese Tatsache. Er ist mit seinen Aktivitäten nicht glücklich und möchte gerne wieder als Fachmann an Projekten arbeiten, obwohl die Vorgesetzten mit ihm sehr zufrieden sind. Ob das Vorhaben beim aktuellen Arbeitgeber gelingt, darüber ist er sich nicht sicher und denkt über einen Stellenwechsel nach.

Karriereleiter: Rückschritt könnte Vorgesetzte und Personaler enttäuschen

Das Vorhaben des Ingenieurs ist aus mehrerer Hinsicht bedenklich. Trägt er im eigenen Unternehmen seinen Wunsch vor, werden sich Vorgesetzte und Personalabteilung enttäuscht zeigen über den geplanten Rückschritt auf der Karriereleiter. Es darf bezweifelt werden, dass sich der Ingenieur hier durchsetzen und wieder „ins Glied“ zurückkehren kann. Eine zukünftige Förderung würde zudem in weite Ferne rücken. Selbst, wenn dem Ingenieur das Vorhaben gelänge, wäre der Lebenslauf in den nächsten Jahren am Arbeitsmarkt nur schwer verkaufbar.

Wer wird dem Ingenieur schon abnehmen, dass er freiwillig den Rückschritt auf der Karriereleiter einleitete? Personalentscheidern gibt der Lebenslauf eher Rätsel auf und er führt zu Spekulationen. Konnte der Kandidat der Führungsverantwortung nicht gerecht werden? Würde der Karriereknick als freiwillig in der schriftlichen Bewerbung oder im Lebenslauf deklariert, kämen sogar Zweifel an der Glaubwürdigkeit auf, selbst wenn der Schritt in einem Zwischenzeugnis richtig dokumentiert wäre. Versucht hier der Kandidat sein schnelles Scheitern in einer Führungsposition schön zu reden?

Karriereleiter: Aufwärts dank Durchhaltevermögen?

Der Ingenieur befindet sich in einer schwierigen Situation.Dennoch muss ihm klar sein, dass eine verantwortliche Position und das in ihn gesetzte Vertrauen nicht einfach nach Belieben zur Seite geschoben werden können. Er muss sich durchbeißen. Es gibt im Berufsleben kaum einen Job, der in allen Facetten den eigenen Vorstellungen entspricht. Führungspositionen hängen zudem nicht wie reife Früchte zur Ernte aus. In jungen Jahren zu Führungserfahrungen zu kommen, darf schon als etwas Besonderes betrachtet werden. Mögliche Rückschritte auf der Karriereleiter sollten deswegen wohl durchdacht sein.

Zwei bis drei Jahre sollte der Ingenieur die Gruppenleiterstelle ausüben, bevor er an eine berufliche Veränderung denkt und sich auf der Karriereleiter wieder eine Stufe abwärts bewegt. Er sollte dann über Positionen als Projektmanager nachdenken. Der Anteil der Fachaufgaben liegt hier höher als bei Führungspositionen und die Leitungserfahrungen dürften in der Regel bei Bewerbungen positiv gewertet werden. Auf diese Weise würde der Karriereknick im Lebenslauf fast verschwinden. Andererseits könnte man argumentieren: Je schneller die Flucht aus der Gruppenleiterstelle angetreten wird, desto weniger wiegt die Verweilzeit im Lebenslauf. Dennoch bleiben die Fragezeichen für den Lebenslauf erhalten.

Jedem Ingenieur seine persönliche Karriereleiter

Fazit: Jeder Ingenieur sollte sich am Anfang der beruflichen Karriere rasch klar werden, welche Schiene er einschlagen möchte: Fach-, Projektmanagement- oder Führungsschiene. Kommt es dann extern oder intern zu Job-Angeboten, können diese gut auf ihre Passgenauigkeit beurteilt und Fehlentscheidungen verhindert werden. Tests, Assessment-Center oder der Dialog mit einem Coach liefern Hinweise für die richtige, individuelle Strategie für die persönliche Karriereleiter.

 

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