Von Ausland bis Weiterbildung 02.11.2017, 01:00 Uhr

Karrierechancen richtig nutzen

Erfolgreiche Menschen werden oft gefragt: Warum sind Sie so erfolgreich? Was unterscheidet Sie von anderen? Und oft antworten sie dann, dass es viele gibt mit ihrem Talent und ihrem Ehrgeiz, aber sie hätten eben konsequent die eher zufälligen Chancen genutzt, die sich geboten haben. Doch auf welche Chancen gilt es zu achten?

Gut genutzte Gelegenheiten fördern die Karriere.

Gut genutzte Gelegenheiten fördern die Karriere.

Foto: iStock / Thinkstock

Eine Karriere oder berufliche Laufbahn bis ins Kleinste zu planen ist letzten Endes nicht möglich. Natürlich gilt es, die formalen Voraussetzungen – wie gute bis sehr gute Studienabschlüsse, Leistungsnachweise, etc. – zu erbringen, aber dann kommt es auch darauf an, Angebote zu bekommen und diese richtig einzuschätzen. Professoren, Vorgesetze oder auch Kollegen müssen Hilfestellungen geben. Leistungsvermögen, Know-how und Wissen allein bieten keine Gewähr, erfolgreich eine gute berufliche Laufbahn hinzulegen.

Es müssen nicht immer Mentoren im engen Sinne sein, die Hilfe geben auf dem langen Karriereweg. Aber Freundschaften zu erfahrenen Kollegen aufzubauen, die einem – auch firmenübergreifend – mit Rat und Tat zur Seite stehen, ist nicht nur im Hinblick auf die Karriere immer wieder eine schöne Erfahrung. Seinen alten Professor anrufen zu können, um zu erzählen, wie es einem gerade ergeht, was man vorhat, zu erfahren, ob die eigenen Pläne aus seiner Sicht zielführend sind, das kann bei der Entscheidungsfindung sehr hilfreich sein. Es heißt, dass ganz große Karrieren ohne die Unterstützung anderer gar nicht möglich sind.

Der Einstieg

Studierende der Ingenieurwissenschaften kommen über Praktika früh mit potenziellen Arbeitgebern in Kontakt. Wenn Abschlussarbeiten in den Unternehmen geschrieben werden, ist das für beide Seiten eine gute Gelegenheit, sich in der Praxis kennenzulernen. So erhalten die Kandidaten in der Regel wirklich realistische Einblicke in das Unternehmen: Was wird genau gemacht, wie wird gearbeitet, wie geht man miteinander um, wie steht es um das Unternehmen? Wenn das Thema der Arbeit für das Unternehmen richtig interessant ist, die Bearbeiterin oder der Bearbeiter sich gut präsentiert, kann der Berufseinstieg außerdem ganz fließend erfolgen. Auch wenn der Direkteinstieg zeitnah nicht möglich ist, gib es viele Beispiele, dass Absolventen später noch ein Jobangebot von früheren Praktikantenstellen erhalten haben.

Neue Vorgesetzte

Positiv denken: Das ist ein guter Vorsatz, der aber nicht immer leicht umzusetzen ist. Da hatte man sich gerade etabliert, erste erfolgreiche Projekte geleitet, auch schon erste Personalverantwortung übernommen. Der direkte Vorgesetzte ließ einen machen, das gegenseitige Vertrauen und die Wertschätzung waren groß. Und dann werden die Karten neu gemischt, ein neuer Chef kommt.

Ändern kann man das nicht mehr, aber das Beste draus machen. Auch neue Vorgesetzte haben ihre Unsicherheiten, brauchen Unterstützung, freuen sich über loyale Kollegen, die nicht die eigene Karriere auf Kosten anderer vorantreiben möchten. Es ist legitim, in solchen Situationen mit eigenen Ideen und Kritik auf sich aufmerksam zu machen. Voraussetzung ist aber, dass dann konstruktive Vorschläge kommen: eine mögliche Win-Win-Situation, die sich karrierefördernd auswirken kann. Veränderungen sind ja selten per se positiv oder negativ, sondern bieten meist Optionen in verschiedene Richtungen.

Unternehmenswechsel 

Der Wechsel in ein anderes Unternehmen kann notwendig und ganz entscheidend für den weiteren Verlauf einer Karriere sein. Aber er ist kein Selbstzweck, kein Allheilmittel. Wenn der bisherige Arbeitgeber keine Perspektiven bieten kann (auch, wenn er vielleicht möchte), wenn die Chemie einfach nicht stimmt, dann müssen Ingenieure in aller Ruhe etwas Neues suchen. Vielleicht war der aktuelle Job eher ein Missverständnis, sodass beim erneuten Wechsel möglichst Lerneffekte wirken sollten. Die Idee, durch gezielte, von vorherein geplante Arbeitgeberwechsel, wie auf einer Treppe automatisch den Weg nach oben zu finden, ist aber wohl eine Illusion. Sogenannte Jobhopper sind nicht so gut angesehen, der Wechsel als Karriereprinzip ist nicht ratsam. Gerade mittelständische Unternehmen benötigen doch Mitarbeiter, die notwendige Investitionen in hohes Gehalt und Weiterbildung auch wieder zurückgeben durch Leistung und Engagement in einem ausreichen langen Zeitraum. Hat man mit den richtigen Zielsetzungen gewechselt, kann dies große Chancen eröffnen: Mehr Verantwortung, ein größeres Projektbudget oder endlich eine Aufgabe, die den eigenen Fähigkeiten und den Interessen entspricht. Das alles kann natürlich die Karriere richtig ins Schwingen bringen.

Jobs finden

Ausland

Auslandsaufenthalte zu Beginn der Laufbahn bezeugen notwendige Skills wie Sprachkompetenz und kulturelles Know-how und sind auf jeden Fall sinnvoll. Aber als gestandene Ingenieurin oder als Ingenieur mit der Absicht ins Ausland zu gehen, damit ein für alle Mal zu zeigen, dass man für besonders exponierte Aufgaben in Frage kommt, ist ein missverständliches Unterfangen.

Das Zurückkommen als dann ehemaliger Expat eines deutschen, aber weltweit agierenden Konzerns, kann zur Enttäuschung werden. Die Planstellen Zuhause sind vielleicht besetzt, die Konkurrenz ist groß – und eigentlich wissen die mittlerweile neuen Vorgesetzten gar nicht so richtig, wie sie einen einschätzen sollen. Wer sich allerdings vorstellen kann, seinen Lebensmittelpunkt für immer ins Ausland zu verlegen, der kann beim mutigen Sprung in eine andere Gesellschaft wirklich Ballast verlieren und somit auch im Beruf Fortschritte erzielen, die im Alltag Zuhause durch unausweichliche Routinen gar nicht möglich wären.

Chancen durch Weiterbildung

Ohne Weiterbildung ist eine gute Entwicklung auf der langen Strecke einer Karriere unmöglich. Es gilt ja nicht nur, vorhandenes Wissen zu aktualisieren und auf dem neuesten Stand im bekannten Arbeitsumfeld zu bleiben. Auch neu zugewiesene Aufgabengebiete können systematisches Lernen auf Zeit unumgänglich machen. Gezielte Weiterbildungen bieten zudem oft die Voraussetzung, um den nächsten Karriereschritt überhaupt erst zu ermöglichen.

Wenn dies in Absprache mit dem Arbeitgeber geschieht oder sogar von ihm angeregt wird, dann sollte dieses Angebot eben als Chance genommen werden, sich weiterzuentwickeln. Es sei denn, es geht um Themen und Inhalte, die einem nun gar nicht liegen, die mit den eigenen Zielen nicht zur Deckung zu bringen sind. Eine größere Weiterbildung, die mit entsprechenden Kosten verbunden ist, kann niemand neben dem Beruf quasi mit angezogener Handbremse absolvieren. Motivation, Disziplin und manchmal auch eine gewisse Leidenschaft braucht es schon.

Von Dr. Manfred Bergheim Tags:

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