Karriereplanung 01.07.2005, 00:00 Uhr

Junge Ingenieure: Mit Dynamik durchstarten

Es kann lange über Verweilzeiten bei Arbeitgebern philosophiert werden. Fest steht, dass kurze Verweilzeiten in der beruflichen Anfangsphase eher nachvollziehbar sind als später. Für junge Ingenieure können sie sogar förderlich oder notwendig sein, um überhaupt die ersten Sprossen auf der Karriereleiter empor zu klettern oder sich für eine Karriere interessant zu machen.

Junge Ingenieure: Dynamik ist wichtig.

Junge Ingenieure: Dynamik ist wichtig.

Foto: iStock / Thinkstock

Wann, wenn nicht jetzt herausfinden, welche Berufsfelder, welche Branchen, welche Positionen die richtigen für die Zukunft sind? Junge Ingenieure und viele Absolventen verfügen über persönliche Rahmenbedingungen, die viele Freiheiten zulassen. Zudem verzeiht der gute Arbeitsmarkt für Ingenieure mit ersten Berufserfahrungen auch den einen oder anderen Schritt daneben.

Junge Ingenieure: Weniger als zwei Jahre machen verdächtig

Wie lang die Verweilzeiten bei den ersten Arbeitgebern nach dem Studium ausfallen, sollte von der Situation beim jeweiligen Unternehmen abhängig gemacht werden. Eine Verweilzeit von unter zwei Jahren direkt nach dem Studium macht junge Ingenieure in der Regel verdächtig. „Offensichtlich hat der Kandidat Probleme, sich in der Berufswelt einzufinden“, interpretiert der Leser die Kurzzeitstation.

In den ersten beiden Jahren ist für junge Ingenieure also Durchhaltevermögen gefragt. Statt nach Alternativen zu schielen, sollte sich der Einsteiger auf die fachlichen Arbeiten konzentrieren. Daneben ist es wichtig, die machtpolitischen Spiele der Praxis zu beobachten, und Konfliktsituationen, mit denen man konfrontiert wird, meistern zu lernen. Gerade Ingenieure schenken dieser wichtigen beruflichen Dimension oftmals zu wenig Beachtung.

Standortbestimmung für junge Ingenieure nach zwei Jahren

Nach zwei Jahren sollten sich junge Ingenieure dann folgende Fragen beantworten: Hatte ich in der Vergangenheit angemessene Aufgaben zu bearbeiten? Kann ich fachlich im Unternehmen noch entscheidend dazulernen? Wurde ich in der Vergangenheit im Unternehmen gefördert? Gibt es für mich außer vagen Versprechungen konkrete Personalentwicklungspläne? Verhielt sich das Unternehmen in der letzten Gehaltsrunde wohlwollend? Wird sich zukünftig mein Gehalt nach oben entwickeln? Passe ich zum Unternehmen, der Branche, zu den Kollegen und Vorgesetzten? Fühle ich mich ausgelastet, aber nicht überfordert?

Wenn junge Ingenieure nicht zumindest zwei dieser Fragen bejahen können, wird es Zeit, eine Weichenstellung vorzunehmen – zunächst einmal im eigenen Unternehmen. Vorsichtiges Nachfragen beim Vorgesetzten kann da weiterhelfen. Die Themen: interessantere Projekte und Aufgaben, Übernahme von Projekt- oder Teamleiteraufgaben und mehr Gehalt. Gibt es dann innerhalb der nächsten drei Monate nicht konkrete Pläne seitens des Arbeitgebers, so sollte sich der Einsteiger nach zwei Jahren nach Alternativen umzusehen. Wenn externe Möglichkeiten auf dem Tisch liegen, fällt das Verhandeln mit dem eigenen Arbeitgeber meist leichter – wenn man noch dort bleiben möchte.

Berufliche Dynamik für junge Ingenieure wichtig

Gerade am Anfang ist für junge Ingenieure die berufliche Dynamik wichtig. Kommt der Anfänger nicht schnell genug aus den Startblöcken, weil er in seiner Entfaltung zu stark blockiert wird oder sich zu lange mit gleichen oder ähnlichen Aufgabenstellungen befasst und kaum ein berufliches Selbstbewusstsein entwickeln kann, dann sollte er nach zwei Jahren unbedingt über einen Tapetenwechsel nachdenken.

Es ist wichtig, in den ersten Berufsjahren relativ schnell zu einem breiten Einblick, angemessener Fachverantwortung und idealer Weise zu Projekt- bzw. Führungsverantwortung zu kommen. Je früher, desto besser und desto eher können junge Ingenieure weitergehende berufliche Ambitionen beim nächsten externen oder internen Stellenwechsel angemelden.

Junge Ingenieure sollten nicht zu zaghaft und vorsichtig in den Beruf starten. Früher wurde nicht umsonst von den „Lehr- und Wanderjahren“ gesprochen. Vielfältige Einblicke in das Berufsleben kann man eben nur durch mehrere Arbeitsstationen gewinnen. Nach vier bis fünf Jahren Berufspraxis sollte dann allerdings Stabilität in den Lebenslauf einkehren und eine zielgerichtete berufliche Entwicklung die Orientierungsphase ablösen.

Von Bernd Andersch, Karriere-Coach, Düsseldorf Tags:

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