Tipps für die Karriere 09.01.2004, 01:00 Uhr

Internationale Qualifikationen sind gefragt

In Stellenanzeigen für Ingenieure sind immer häufiger internationale Qualifikationen und Erfahrungen gefragt. Studenten der Ingenieurswissenschaften sollten sich rechtzeitig mit den gewünschten Voraussetzungen auf dem Arbeitsmarkt befassen und die Qualifikationen durch Auslandspraktika und -aufenthalte erwerben.

Internationale Qualifikationen sind gefragt.

Internationale Qualifikationen sind gefragt.

Foto: panthermedia.net/alll32

In den Stellenanzeigen für Ingenieure zeigte sich in den letzten Monaten ein eindeutiger Trend.Es werden auf fast allen Berufsfeldern verstärkt internationale Erfahrungen und Qualifikationen gefordert. Der Trend verwundert nicht, erkämpfte sich doch die deutsche Volkswirtschaft für das abgelaufene Jahr den Titel des „Exportweltmeisters“ von den USA zurück. Da dies die internationale Konkurrenz mehr anspornen als beeindrucken dürfte, müssen sich deutsche Unternehmen zukünftig auf dem Weltparkett kräftig sputen, um Marktanteile zu verteidigen und auszubauen.

Dabei stellt sich ambitionierten Ingenieuren die Frage, wie sie bei der Stellensuche internationale Qualifikationen nachweisen können, welche diesbezüglichen Weiterbildungen sinnvoll sind und für welche Projekte und Aufgaben sie sich beim aktuellen Arbeitgeber verstärkt interessieren und engagieren sollten, um entsprechende Erfahrungen zu sammeln.

Die Qualifikationen entsprechend nachweisen

Ansatzpunkte für Bewerbung und Weiterentwicklung der persönlichen Qualifikationen liefern dabei typische Aufgabenstellungen der verschiedenen Berufsfelder. Für den technischen Vertrieb und das Produktmanagement lässt sich klar die Ausrichtung Westeuropa und Übersee aus den Stellenanforderungen ableiten. Wichtig sind dabei Erfahrungen in der grenzüberschreitenden Akquisition, Beratung und Betreuung von Kunden. Für Produktmanager kommen Lieferanten und Kooperationspartner dazu, die auf- und ausgebaut werden müssen. Zudem geht es verstärkt um die Bewertung der internationalen Marktchancen und Kundenanforderungen.

Was weltweit verkauft wurde, muss entwickelt und konstruiert werden.Entwicklungs- und Produktionsprozess unterliegen dabei einer immer stärkeren weltumspannenden Arbeitsteilung. Kein Wunder also, dass Entwickler und Konstrukteure verstärkt ihre Projekte in international besetzten Teams mit entsprechenden Qualifikationen bestreiten und mit fremdländischen Kunden, Lieferanten und Produktionsstätten abstimmen müssen. Montageaktivitäten und Produktionsabläufe sind dabei zunehmend im Ausland zu begleiten. Die entsprechende Logistik sorgt schließlich dafür, dass die Produkte zum Kunden gelangen. Bei dieser Funktion spielt der Aufbau, die Optimierung und das Management der Supply Chains eine wichtige Rolle. Produktions- und Distributionszentren im Ausland müssen zudem beraten und die strategisch wichtigen Lieferanten betreut werden.

Sprachkenntnisse gehören zu den wichtigen Qualifikationen

Im Ausland befinden sich traditionell wichtige Beschaffungsmärkte. Immer mehr wird das Betriebsergebnis von Unternehmen durch den technischen Einkauf beeinflusst, weshalb zukünftig nach weiterer Effizienzsteigerung durch beste Qualifikationen gesucht wird. Die globalen Märkte eröffnen ständig neue Verhandlungs- und Preisspielräume. Es geht im Einkauf verstärkt darum, preiswertere Beschaffungsquellen aufzuspüren, auszuwählen, zu bewerten und zu qualifizieren. Die Kostenreduzierungsziele sind gegenüber den Lieferanten durchzusetzen. Kenntnisse im Bereich der internationalen Beschaffungsmärkte sind dabei unumgänglich. Im Rahmen des Global Sourcing sind dabei Osteuropa und Asien zwei sehr beachtenswerte Regionen.

Internationales Arbeiten setzt Kommunikation voraus. Englischkenntnisse gehören zu den wichtigsten Qualifikationen. Naturgemäß fordern Vertrieb, Einkauf, Produktmanagement und Logistik das größte Sprachtalent. Als weitere Fremdsprachen helfen Französisch, Spanisch und Italienisch weiter. Die reine Anwendung der Sprache ist die eine Seite. Besondere Vorteile hat allerdings, wer glaubwürdig darstellt, dass er sich in Landesmentalität und -gepflogenheiten auskennt sowie entsprechende Sensibilität und Einfühlungsvermögen für andere Kulturen besitzt. Diese sind wichtiger als die perfekte Beherrschung der schwierigsten Grammatikregel. Zudem werden verstärkt hohe Reisebereitschaft gefordert sowie der Wille, eine längere Zeit im Ausland arbeiten zu wollen. So kann z.B. durchaus eine mehrmonatige Einarbeitung in den USA oder Japan stattfinden, ein Projekt eine mehrmalige oder mehrjährige Präsenz im Ausland erfordern.

Schon im Studium mit den Qualifikationen auseinandersetzen

Wenn ein Ingenieur die oben aufgeführten internationalen Qualifikationen auf seinem Berufsfeld besitzt,sollte er sie beim geplanten Stellenwechsel in Anschreiben und Lebensläufen eingängig dokumentieren und bei der Erstellung von Zwischen- und Abschlusszeugnissen darauf achten, dass ihre Dokumentation nicht zu kurz kommt.
Sprachliche und multikulturelle Fähigkeiten sowie Reisebereitschaft nachzuweisen fällt diesen Ingenieuren besonders leicht. Sie verfügen über entsprechende Auslandseinsätze und -verbindungen. Wer Nachholbedarf in Sachen Internationalität hat, sollte versuchen, beim aktuellen Arbeitgeber an die entsprechenden Erfahrungen zu kommen oder bei einer beruflichen Veränderung das Thema Internationalität in die Überlegungen einbeziehen.

Für Studenten lohnt sich schon während des Studiums die verstärkte Auseinandersetzung mit den gewünschten Qualifikationen. Bei der Auswahl von Praktika, Jobs und Themen von Studienarbeiten sollten sie priorisiert werden. Sprachkenntnisse müssen Absolventen durch Auslandsstudium, -semester, -praktika oder Sprachkurse nachweisen. Ein teuerer Masterabschluss, möglicherweise sogar an einer Top-Hochschule im Ausland, wird dagegen nicht erwartet und kann erst recht nicht die „Vor Ort“- Praxiserfahrung ersetzen.

 

Ein Beitrag von:

  • Bernd Andersch

    Bernd Andersch ist Karriere-Coach, Sachbuchautor und Spezialist für Bewerbungsstrategien.

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