Beratung 05.10.2015, 00:00 Uhr

Ingenieur-Coaching im Wandel der Zeit

Geänderte Ausgangssituation am Arbeitsmarkt

Die internationale Nivellierung von Hochschulabschlüssen, Globalisierung und Finanzkrise, eine wandelnde Einstellung zu Arbeit und Freizeit und viele Punkte mehr haben die Inhalte von Coachings im Laufe der Zeit verändert. Aber ganz wesentlich: Der Ingenieurarbeitsmarkt hat seine Besonderheiten verloren, hat sich gänzlich normalisiert.

 Karriere wird durch Coaching effektiver.

 Karriere wird durch Coaching effektiver.

Foto: iStock / Thinkstock

Die Bäume wachsen nicht mehr automatisch in den Himmel, Ingenieure werden nicht mehr um jeden Preis eingestellt und Jobs in der gehobenen Mittelklasse (zwischen 70.000 und 100.000 Euro Jahresgehalt) werden rar.

Defensive und offensive Fragestellungen

Im Coaching beschäftigen sich Ingenieure immer mehr mit defensiven Fragen, wie man mit einer Kündigung umgeht, wie man zu einem guten Arbeitszeugnis kommt, welche Wege der Stellensuche für den speziellen Fall sinnig sind oder wie man zu einem Gehalt kommt, das eine private Altersvorsorge ermöglicht etc. Einige Ingenieure sind zudem über die geringe Effektivität sozialer Netzwerke enttäuscht und wollen wissen, was sie falsch machen. Aber auch der Schwund von Moral und Ethik von Vorgesetzten macht zu schaffen. Vielfach glauben Mitarbeiter dem Management kein einziges Wort mehr, was natürlich Spekulationen, Gerüchte und Unsicherheiten anheizt, die dann Gegenstand im Coaching sind. Nichts desto trotz gibt es auch heute im Coaching von Ingenieuren immer noch Fragestellungen, die eher nach vorne gerichtet sind: Etwa: Wie kann ich vor Studienabschluss meine Karriere planen? Wie gelange ich als Spezialist ins Projektmanagement oder in eine Führungsposition? Wie gehe ich mit den vielen Angeboten von Headhuntern um? Wie kann ich die als 70.000 Euro- oder die 100.000 Euro-Jahreseinkommensgrenze überspringen? usw.

Die Ochsentour: Learning by doing

Egal ob defensive oder offensive Fragestellungen, wenig wird über die reale Berufswelt angehenden Ingenieuren an den Hochschulen beigebracht. Für hartgesottene Kämpfertypen scheint das learning by doing angemessen. Sie erfahren Karrieregesetze am eigenen Leibe. Wenn sie an der Position ihrer Träume ankommen, haben sie die Ochsentour hinter sich und viele Messer zieren ihre Rücken. Vielleicht doch nicht der Weg für jeden? Leichter fällt der Austausch mit Experten, die sich rund um die Uhr mit dem Thema beschäftigen, um aus Erfahrungen zu lernen. Ihre Ratschläge lassen sich in Zeitungen, Zeitschriften und im Internet nachlesen oder im Karrierecoaching einholen.

Sinnvollerweise sollte man sich früh mit Karriereverhalten, Bewerbungsstrategien, Schlüsselqualifikationen usw. befassen. Wer eine gute Antenne für diese Themen mitbringt, wird seltener in Irrwege, Sackgassen und Fallen laufen. Die Karriere wird effektiver. Präventives Verhalten ist nicht jedermanns Ding. Die beratende Lektüre und der Coach werden nicht selten gesucht, wenn es fünf vor oder nach zwölf ist, d.h. die Kündigung ins Haus geflattert ist, eine zu hohe Workload die Gesundheit schädigt, die teure Weiterbildung doch nicht in den Vorstand und die x-te Bewerbung nicht zum Erfolg führte. Um erst gar nicht in diese Situationen zu kommen, empfiehlt sich die kontinuierliche Karrierelektüre und in größeren Zeitabständen oder Sonderfällen ein persönliches Coaching. Der Coach sollte natürlich über nachweisbare, einschlägige Erfahrungen verfügen und selbst einen engagierten beruflichen Lebensweg vorweisen können. Leider führt in Deutschland das Karrierecoaching nach wie vor ein Schattendasein und nur wenige qualifizierte Anbieter üben das Geschäft aus und halten sich lange im Markt. Offensichtlich wird das Karrierecoaching nur selten wahrgenommen, obwohl das  Gespräch mit dem „bezahlten Freund“ wertvolle Hinweise und Ideen bringen kann.

Bedeutung beruflicher Ziele für Ingenieure  

Der Stellenwert beruflicher Ziele sinkt, könnte man meinen wenn man doch eher von Theoretikern verfasste Beiträge zur Generation Y liest. Eine Generation, die angeblich alles in Frage stellt und wenn man manchen Medien glaubt, stehen Freizeit und Spaß an der Arbeit ganz vorne in der Zielsetzung dieser jungen Menschen. Es ist doch mehr als verständlich, dass man zu Beginn der beruflichen Laufbahn Karriereillusionen mitbringt, um das einmal recht platt auszudrücken, die hatten wir auch. So wurde etwa davon geträumt, zehn Jahre hart zu arbeiten, um sich dann zur Ruhe zu setzen etc. Ich kenne diese vermeintlich neue junge Generation Y nicht. Ich kenne eher eine nachrückende Generation, die nach Orientierung sucht, denen Vorbilder in vielerlei Beziehung abhanden gekommen sind, die bedauerlicher Weise unpolitisch ist etc. Diese Generation ist im Regelfall gleichfalls bereit, im Berufsleben hart zu arbeiten und letztlich persönliche Interessen zurückstellen – weil es eben vielfach anders nicht geht, möchte man ein brauchbares Gehalt nach Hause tragen.

Teure Coachings versus Netzwerk

Problematischer sehe ich etwas anderes. Früher waren in (meinen) Coachings im Grunde alle Altersklassen vertreten, heute sind es überwiegend erfahrene und ältere Ingenieure, die Rat suchen. Jüngere Ingenieure tauschen sich wahrscheinlich eher in Netzwerken aus – immer auf der Suche nach dem kostenlosen Tipp und räumen den Erfahrungen von (älteren) Ratgebern einen anderen Stellenwert ein, weshalb sie ein selbstbezahltes Coaching eher kritisch sehen. Ob die Netzwerke wirklich die große Hilfestellung bieten, wage ich zu bezweifeln. Möglicherweise ist aber auch das große Geld für ein bezahltes Coaching bei den nachrückenden Ingenieuren nicht mehr vorhanden. In der Vergangenheit nahmen Ingenieure relativ viel Geld und Zeit für ein Coaching in die Hand, Persönliche Coachings bis zu zwanzig Stunden waren keine Seltenheit. Im Grunde leistete sich eine Reihe von Ingenieuren einen Coach! Heute stellt die preiswerte Alternative das Telefoncoaching dar, das sich für schnelle Antworten und brennende Probleme eignet. Das Telefoncoaching, etwa von einer Stunde mit konkreten Fragestellungen liegt daher klar im Trend. Resultat sollten bei konkreten Fragestellungen klare Antworten mit Entscheidungsalternativen, Einschätzungen und Empfehlungen sein.

Coaching für ungeübte Stellenwechsler wichtig

Ingenieuren, die lange Zeit bei ein und demselben Arbeitgeber beschäftigt sind, fehlt naturgemäß die Bewerbungspraxis. Die letzten Bewerbungen datieren sieben, manchmal zehn oder noch mehr Jahre zurück. Häufig wird der Aufwand der Suche nach einer adäquaten Anschlussbeschäftigung von diesen Ingenieuren unterschätzt. Bewerbungen am Arbeitsmarkt können dann langwierig werden und die Lernprozesse viel Zeit kosten. Diese Zeit hat jedoch nicht jeder, der rasch dafür sorgen muss, eine Anschlussposition zu finden, weil das Beschäftigungsverhältnis (aus welchen Gründen auch immer) ausläuft.

Top Stellenangebote

Kistler Instrumente GmbH-Firmenlogo
Kistler Instrumente GmbH Prozessingenieur (m/w) Elektronik Lorch
HEROSE GMBH ARMATUREN UND METALLE-Firmenlogo
HEROSE GMBH ARMATUREN UND METALLE Entwicklungsingenieur (m/w) Industriearmaturen Bereich Innovation & Entwicklung Bad Oldesloe
Air Liquide Deutschland GmbH-Firmenlogo
Air Liquide Deutschland GmbH Projektingenieur (m/w) Elektrotechnik Krefeld
ENTECCOgroup gmbh & Co. KG-Firmenlogo
ENTECCOgroup gmbh & Co. KG Bauleiter / Obermonteure für industriellen Rohrleitungsbau/Lüftungstechnische Montagen (m/w) Lahr
Landeshauptstadt Wiesbaden-Firmenlogo
Landeshauptstadt Wiesbaden Bauingenieur / Bauingenieurin / Architekt / Architektin Wiesbaden
Jungheinrich Aktiengesellschaft-Firmenlogo
Jungheinrich Aktiengesellschaft Ingenieur Mechatronik / Maschinenbau (m/w) Li-Ionen-Ladegeräte/Ladesysteme Norderstedt
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
THOST Projektmanagement GmbH Projektmanager/in Leipzig, Nürnberg
TÜV SÜD Gruppe-Firmenlogo
TÜV SÜD Gruppe Ingenieur (w/m) als Sachverständiger für den Bereich Anlagensicherheit Dresden
Belimed GmbH-Firmenlogo
Belimed GmbH SPS-Programmierer (m/w) Mühldorf am Inn
Universitätsstadt Marburg-Firmenlogo
Universitätsstadt Marburg Leiterin / Leiter für den Fachdienst Bauverwaltung und Vermessung Marburg