Heiko Mell

Braucht man Dokumente für alle Phasen?

Frage: Ich bin seit zehn Jahren bei einem Unternehmen beschäftigt. Vor etwa sieben Jahren wechselte dieses Unternehmen den Namen und die Geschäftsform, blieb aber Konzernbestandteil. Im Rahmen dieser Veränderung hatte ich mir kein Zeugnis ausstellen lassen.

Vor vier Jahren habe ich innerhalb des Geschäftsbereichs A die Abteilung gewechselt, damals bekam ich ein Zeugnis. Acht Monate nach diesem Abteilungswechsel wechselte ich den Geschäftsbereich (B), bekam aber damals kein Zeugnis über die erwähnten acht Monate.

Jetzt steht wieder eine Reorganisation an (mit Vorgesetztenwechsel). Man bietet mir jetzt entweder ein Zeugnis an für die gesamte Zeit bei B (dann fehlen jene acht Monate endgültig) oder über die kompletten sieben Jahre seit dem Namenswechsel (dann würde sich der Zeitraum um mehrere Jahre mit dem bereits vorhandenen ersten Zeugnis überlappen).

Ich sehe also bei Bewerbungen Erklärungsbedarf auf mich zukommen – entweder wegen der fehlenden Monate oder wegen der unschönen teilweisen Überlappung.

Antwort:

Wir müssen unterscheiden zwischen

a) dem Endzeugnis (das stets einfach nur „Zeugnis“ heißt), das am Ende der Beschäftigungszeit bei einem Arbeitgeber anlässlich des Ausscheidens ausgestellt wird (es beschreibt die gesamte Dienstzeit dort – auch wenn es einzelne Zwischenzeugnisse gab) und

b) dem Zwischenzeugnis (das generell auch „Zwischenzeugnis“ heißt), das aus bestimmtem Anlass während einer noch laufenden Beschäftigung bei diesem Arbeitgeber ausgestellt wird. In Ihrem Fall geht es z. Z. nur um Zwischenzeugnisse.Die Anforderungen an Zwischenzeugnisse sind nicht so hoch wie an Endzeugnisse. Letztere z. B. müssen bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses vorliegen – Zwischenzeugnisse kann man haben, sollte man oft auch haben, muss man aber nicht haben. Außerdem müssen sie nicht lückenlos alle Tätigkeitsphasen abdecken, Lücken sind erlaubt.

Endzeugnisse müssen lückenlos Auskunft geben über die gesamte(!) Beschäftigungszeit bei diesem Arbeitgeber – völlig undenkbar, dass dabei acht Monate „offen“ bleiben.

Am besten lassen Sie sich also jetzt ein Zwischenzeugnis geben, das etwa wie folgt aussieht:“Herr …, geboren am …, trat am … in unsere Rechtsvorgängerin, die … GmbH, ein. Mit Wirkung vom … erfolgte die Umfirmierung des Unternehmens in … GmbH.

Über die Tätigkeit von Herrn … bis zum 31.03.2002 gibt das Zwischenzeugnis vom 07.04.2002 Auskunft.

Vom 01.04.2002 bis 30.11.2002 wurde Herr … innerhalb des Geschäftsbereichs A in der Abteilung Y eingesetzt.

Seit dem 01.12.2002 ist Herr … als … in der Abteilung … innerhalb des Geschäftsbereichs B tätig. Schwerpunkte seines Aufgabengebietes sind …“Dann folgt die Beurteilung in üblicher Form. Auf diesem Wege hätten Sie auch Ihre „fehlenden“ acht Monate mit abgedeckt. Niemand erwartet dazu Aufgabendetails und eine separate Beurteilung. Diese Kurzphase geht einfach in der Gesamtdarstellung unter. Aber mit der Erwähnung im neuen Zwischenzeugnis haben Sie die Sicherheit, dass später niemand dieses Detail vergisst.

Achtung: Es ist eigentlich Aufgabe Ihres Arbeitgebers, Zwischen- und Endzeugnisse so zu gestalten, dass für Bewerbungsleser die Details zum Werdegang inklusive interner Wechsel und Veränderungen klar, leicht begreifbar und ohne das Ausstoßen von Verzweiflungsschreien aufnehmbar sind. Aber es ist Ihr Bewerbungserfolg, der daran hängt! Kümmern Sie sich also selbst darum.

Kurzantwort:

Zwischenzeugnisse kann (soll) man haben, sie können auch lückenhaft sein, was die komplette Abdeckung der Beschäftigungszeit beim Arbeitgeber angeht. Ein Endzeugnis muss nach Ende der Beschäftigung vorhanden sein, es muss lückenlos – und sollte unter allen Umständen klar und verständlich sein, vor allem hinsichtlich der Fakten.

Frage-Nr.: 2075
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 48
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2006-12-02

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