Heiko Mell

Gut oder nicht?

Frage: Seit dem Ende meines Hochschulstudiums war ich mehr als fünf Jahre lang bei der XYZ AG als Entwicklungsingenieur sowie Team- und Projektleiter (ohne disziplinarische Verantwortung) tätig. Ich habe jetzt gewechselt und bekam mein Zeugnis vom früheren Arbeitgeber.
Aufgrund fehlender Aufgabenbeschreibungen sowie einiger Rechtschreibfehler habe ich um Korrektur gebeten. Diese habe ich nun erhalten und möchte Sie um eine Analyse bitten. Insbesondere stellen sich mir diese Fragen:

1. Wie ist insbesondere der einleitende Satz des beurteilenden Teils zu werten? „Herr … identifizierte sich sehr mit seiner Aufgabe und zeigte stets eine ausgezeichnete Leistungsbereitschaft und Einsatzfreude auch über die übliche Arbeitszeit hinaus.“
Sollte ich hier um Änderung bitten?

2. Es befinden sich noch zwei editorielle Mängel in dem Zeugnis. Sollte ich für den Fall, dass es keine weiteren Einwände von mir gibt, um erneute Korrektur bitten?

Antwort:

Die weiteren Kernpunkte der Beurteilung lauten:- „gewissenhaft, eigenverantwortlich arbeitend,- planvolles Herangehen an und systematisches Erledigen von Aufgaben,- löste auch schwierige Problemfälle sehr erfolgreich,- hervorhebenswerte Kenntnisse,- stets zu unserer vollen Zufriedenheit,- vorbildliches Verhalten,- hat in jeder Hinsicht zu sehr guter und effizienter Teamarbeit beigetragen,- scheidet aus auf eigenen Wunsch,- danken für stets gute Zusammenarbeit,- bedauern sehr.“

Das alles ist ein tadelloses, uneingeschränkt „gutes“ (Schulnote) Zeugnis, durch viele positiv zu interpretierende Details (u. a. „bedauern sein Ausscheiden“) kommt ein „Pluszeichen“ hinzu, Gesamtwertung also 2 +.

Zu 1: Der Satz ist toll, so etwas lesen potenzielle neue Arbeitgeber gern, da gibt es nichts auszusetzen. Ich verstehe nicht einmal, was Sie eventuell streichen wollten.

Zu 2: Nun werden wir ein bisschen kleinlich, zuerst ich:

Ich habe Ihre „editoriellen“ Mängel erst angezweifelt, dann nachgeschlagen und nicht gefunden. Es gibt als Editor den Herausgeber einer Zeitung, als Editorial gilt sein Vorwort oder sein Leitartikel, dann gibt es noch editorisch und dann hat es sich.

Nun Sie: Der erste Ihrer „Mängel“ besteht in einer zusätzlichen Leerstelle nach einer vierbuchstabigen Fachabkürzung irgendwo im Text. Und bei der zweiten von Ihnen gekennzeichneten Stelle habe ich lange überlegt, was Sie wohl überhaupt meinen. Nun, die Dame am PC hat dort die letzte Zeile eines Absatzes auf Blocksatz gequält und damit etwas zu große Abstände zwischen den Wörtern erreicht. Falls das jemand beanstandet, wird er es der XYZ AG anlasten, aber nicht Ihnen. Lassen Sie es unverändert.

Aber, liebe Leser: Echte Fehler, grobe Schnitzer, falsche Daten(!), völlig verdrehte Sätze, fehlende oder total falsch geschriebene Wörter gingen zu Ihren Lasten! Solch ein Dokument hat man nicht – weil man selbstverständlich das Zeugnis unmittelbar nach Erhalt durchliest und derartige Fehler erfolgreich beanstandet!

Kurzantwort:

Kleinere sprachliche Unzulänglichkeiten in Zeugnissen (ein falscher Buchstabe oder ein falsches Komma) sind hinnehmbar, sie gehen zu Lasten des Ausstellers. Gravierende Fehler, auch sprachliche, müssen vom Beurteilten bei Aushändigung des Dokumentes erkannt werden, dann ist um Neuausfertigung zu bitten.

Frage-Nr.: 1561
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 5
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2001-02-09

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