Heiko Mell 10.07.2020, 15:11 Uhr

Verstoß gegen das „Rote-Faden-Gesetz“?

Heiko Mell

Karriereberater Heiko Mell.

Frage:

Ich studiere im vierten Semester Maschinenbau (Bachelor) an der TU … Im nächsten Semester werde ich ein sechsmonatiges Praktikum absolvieren. Bisher war meine Ausrichtung stark auf die Automobilbranche fixiert. Das Praktikum könnte ich jedoch in der fachfremden Branche Pharma im Ausland (Schweiz) absolvieren. Auch wenn mich die Aufgaben in der Schweiz durchaus reizen (produktionstechnische Ausrichtung etc.), stelle ich mir die Frage, ob dies einen zu starken negativen Einfluss auf den vielzitierten „roten Faden“ in meinem Lebenslauf hat.

Ich hätte dann ein gewichtiges Praktikum (sechs Monate) in einer Branche, die nur wenige Stellen für Ingenieure ausschreibt. Würde ich mich damit in der Automobilindustrie bewerben, hätte ich dann Nachteile zu befürchten?

Antwort:

Ich finde es gut, dass Sie sich damit rechtzeitig beschäftigen und fragen, bevor Sie „Pflöcke“ einschlagen.

Zwei kleine Anmerkungen: Natürlich ist die Schweiz Ausland, aber – sagen wir es so – China oder die USA wären doch noch „ausländischer“.

Und natürlich sollten Sie den Plan eher nicht verwirklichen, wenn Ihr Ziel die Automobilindustrie ist. Aber wie die sich in der Frage der Einstellung externer Bewerber kurzfristig entwickelt, weiß derzeit niemand. Sich eine Alternativbranche aufzubauen, könnte (!) nützlich sein.

Eine alles entscheidende, „große“ Anmerkung nach Blick in Ihren Lebenslauf: Sie haben ein Abitur von 1,0. Ich erwarte (ich als Vertreter künftiger Bewerbungsempfänger) einen späteren Master im 1,0 – 1,5-Bereich und ein intensives Nachdenken über eine Promotion (Prinzip: Herausholen, was drinsteckt!). Bis dahin fließt noch sehr viel Wasser den Rhein hinunter. Sie und Ihre Ziele können sich entscheidend ändern, die Umfeldbedingungen ohnehin. Sie sollten keinesfalls als Bachelor in die Praxis gehen.

Ich will der Pharmabranche nichts Böses: Aber Sie und Ihre Begabung gehören bevorzugt dahin, wo der Maschinenbau im Mittelpunkt des unternehmerischen Interesses eines Arbeitgebers steht. Dafür gibt es keinen Zwang, aber eine dringende Empfehlung. Und dann wäre der „rote Faden“ wieder gefragt; das muss nicht „Auto“ sein, aber „Maschinenbau“ könnte keinesfalls schaden.

Heiko Mell auf Youtube über Corona und die Folgen

Wie hat die Coronakrise den Bewerbungsprozess verändert? Worauf muss ich bei Jobinterviews per Videokonferenz achten? Was ist noch für den Ingenieurarbeitsmarkt zu erwarten? Darüber spricht Heiko Mell mit VDI-nachrichten-Ressortleiter Peter Steinmüller im Karrieretalk:

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Frage-Nr.: 3.077
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 28/29
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2020-07-09

Ein Beitrag von:

  • Heiko Mell

    Heiko Mell ist Karriereberater, Buchautor und freier Mitarbeiter der VDI nachrichten. Er verantwortet die Serie Karriereberatung innerhalb der VDI nachrichten.

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