Heiko Mell

Besser kurz oder gut?

Was schätzen Sie in der Prioritätensetzung als wichtiger ein:
a) ein längeres (vielleicht auch ein umfas-senderes) Studium mit guten Abschlussnoten oder
b) ein strammes Durchziehen – auch wenn dabei die Noten vielleicht etwas „unter die Räder“ kommen?

Ich weiß: Kurz und mit guten Noten wäre op-timal, aber so leicht werden Sie es sich nicht machen.

Antwort:

Ich gebe ganz eindeutig im Zweifelsfall der guten Note den Vorzug. Begründung:

Noch in zwanzig Jahren hat das Studium insgesamt seinen Wert in Bewerbungen (wenn auch dann die inzwischen erworbene berufliche Praxis dominiert). Es bleibt also Beurteilungsbestandteil. Und niemand kann sicher sein, dass nicht nach einer schwachen Examensnote ein nur befriedigendes Arbeitgeberzeugnis folgt – und dann ist man schnell als „Durchschnitt ohne Brillanz“ abgestempelt. Auf der Basis sind Top-Positionen (oder Einstiege in Top-Laufbahnen) nicht mehr zu erringen.

Mein Hauptargument aber ist ein anderes: Eine schwache Examensnote erkennt jeder-mann zu jeder Zeit auf Anhieb. Wer aber will heute noch sagen, was 1986 an der Uni X ein langes Studium war? Oder wer will das 2017 über einen Abschluss von heute sagen, wenn es inzwischen fünf Studienreformen gegeben haben wird?

Ich kenne einen Dipl.-Ing., der hat sein Examen 1964 nach sechs Semestern erfolgreich abgeschlossen. War der ein Genie oder war das damals ganz normal? Die Antwort auf meine Frage ist unwichtig, aber das Beispiel überzeugt hoffentlich ebenso wie der Hinweis, dass Sie seine Examensnote noch heute einordnen könnten.

Kurzantwort:

Service für Querleser:
Gute Examensnoten sind ein absoluter Wert, die Studiendauer ist eher eine relati-ve Größe. Eine schwache Note erkennt auch ein Laie noch zwanzig Jahre später – ob ein Studium „lang“ war, weiß dann niemand mehr so genau.

Frage-Nr.: 1715
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 48
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2002-11-29

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