Heiko Mell

Mein eigenes „Mell“-Jubiläum

Frage:

Mein eigenes „Mell“-Jubiläum nehme ich zum Anlass, um Ihnen und mir dazu zu gratulieren und um mich ganz herzlich bei Ihnen zu bedanken, dass Sie mich 30 Jahre lang begleitet haben.

Es war im Frühjahr 1989, als mich ein Kommilitone ansprach, wir müssten drei Tage Exkursion während des Studiums ableisten und es gäbe da eine einwöchige Fahrt nach Schweden zur Besichtigung namhafter Firmen. Das Ganze hätte nur einen Haken: Da der VDI die Reise sponsore, müsse man wohl in diesen Verein eintreten. So kam unsere dreiköpfige Lerngruppe zwangsweise an die VDI nachrichten und damit an Ihre Karriereberatung.

Meine ersten Gedanken beim Lesen waren immer wieder „der Mell ist richtig gemein zu seinen Fragestellern“, „klingt manchmal ganz schön arrogant“ und „ist das System wirklich so, wie er es darstellt?“. Wenn wir (die Lerngruppe) uns dann trafen, hieß es: „Hast du das wieder gelesen? Der Mell hat den armen Kerl sowas von fertig gemacht.“ Und wir haben uns – zu diesem Zeitpunkt – schadenfroh amüsiert.

Aber es kam, wie es kommen musste. Mit einsetzender eigener Erfahrung „da draußen“ und der Erkenntnis, dass das System so funktioniert, wie von Ihnen beschrieben, wurde es üblich, dass immer, wenn wir berufliche Probleme von anderen Personen wahrnahmen, einer von uns zu dem anderen sagte: „Das war doch abzusehen, Mell hätte zu dem Kandidaten gesagt …“ Und dann wurde einer der vielen möglichen Kardinalfehler aufgezählt, der hier begangen worden war.

Wir treffen uns heute übrigens noch immer mehrmals im Jahr und sprechen manchmal über die legendäre Schweden-Exkursion, aber auch immer wieder über Sie, Herr Mell, bzw. Ihre Ratschläge, wenn diese in der neuesten Ausgabe der VDI nachrichten mal wieder von jemandem einfach ignoriert worden sind.

Ich selber habe versucht, Ihre Empfehlungen weitgehend zu befolgen und damit verbunden eine große Zufriedenheit erlangt. Deshalb an dieser Stelle noch einmal meinen herzlichen Dank.

Antwort:

Das ist einer der nettesten Briefe, die mich in diesem Zusammenhang erreicht haben. Für Reaktionen dieser Art schreibe ich (dies als Antwort auf die mitunter gestellte Frage, warum ich mir das eigentlich antue, all diese Mühe über so viele Jahre hinweg).

Bei der Gelegenheit darf ich zwei Argumente anbringen, die mir sehr wichtig sind:

Erstens: Ich bin nicht der Schöpfer unseres beruflichen Systems, und ich habe auch nicht die Möglichkeit, es da zu verändern, wo es angebracht wäre.

Zweitens: Die von unserem Einsender beschriebene spezielle Skepsis vieler Studenten, ob ich hier wirklich das real existierende System schildere oder einfach nur Einsender „gemein“ behandele, gibt es noch heute. Die Studenten von früher, jetzt intensiv praxiserfahren, glauben meine Aussagen inzwischen, aber neue wachsen nach und fangen wieder da an, wo ihre Väter schon einmal waren. Nach 35 Jahren Arbeit am Thema kann ich nur sagen: Leute, das Bild, das ihr euch da von der Praxis gemacht habt, ist falsch, so einfach ist das.

Frage-Nr.: 3.030
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 37
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2019-09-13

Von Heiko Mell

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