Leserreaktion

Schnelle Antworten aus Unternehmen

In „Notizen aus der Praxis“ Nr. 486 hatte ich unter der Überschrift „Das schnelle Unternehmen begeistert Bewerber total“ den teilweise vergeblich nach brauchbaren Kandidaten suchenden Unternehmen eine deutlich schnellere Bearbeitung von Bewerbungen als einen Lösungsansatz empfohlen. Nun schreibt ein Leser: Ich habe den Artikel gelesen und kann Ihnen da nur zustimmen. Ich habe mich vor Kurzem auf ein Praktikum mit Aussicht auf anschließende Masterarbeit in Aachen beworben. Das ist ein Standort, der trotz einer großen Zahl an (künftigen) Ingenieuren an der Universität nicht gerade eine Fülle an Arbeitsstellen in sämtlichen Ingenieurdisziplinen bietet. Zunächst bewarb ich mich bei zwei Unternehmen, die mir am ehesten zusagten. Eines davon ließ mir bereits am nächsten Tag eine Einladung zum Gespräch zukommen. Beim zweiten Gespräch dort war der Geschäftsführer anwesend. Erst danach erhielt ich einen Rückruf von dem anderen Bewerbungsempfänger. Zum Zeitpunkt des Anrufs waren bereits zwei Monate seit meiner Bewerbung dort vergangen. Was denken Sie, für welches Unternehmen ich mich deshalb (weitere Argumente komplettierten das Bild) entschieden habe? Also vielen Dank für diesen erstaunlich zutreffenden Artikel. Ich hoffe, Ihrer Reputation wegen werden ein paar Arbeitgeber den Wert dieses „Qualitätssiegels auf dem Arbeitsmarkt“ erkennen. Antwort: Seit ich jenen Beitrag geschrieben habe, bin ich immer wieder auf neue Argumente dafür gestoßen, dass meine damalige Empfehlung absolut richtig war: Da gibt es beispielsweise ein Sprichwort, das etwa so lautet: Wer schnell hilft, hilft doppelt. Und mir fiel plötzlich auf, dass diese schnelle Reaktion auch in ganz anderen Bereichen geschätzt wird: Ich bekomme recht viele Anfragen aller möglichen Art per E-Mail. Von solchen, die sich auf Details meiner kostenpflichtigen Leistungen beziehen bis hin zu Versuchen, ggf. kostenlos an meinen Rat zu kommen oder mich zu bewegen, mal eben 30 meiner „Karriere-Basics“ hinüberzusenden. Ich bemühe mich dabei um Antworten noch am selben oder doch am nächsten Tag. Und selbst wenn ich dann begründen muss, warum ich in der gewünschten Art und Weise nicht helfen kann, kommt oft eine Replik, die etwa so beginnt: „Vielen Dank für Ihre schnelle Reaktion.“ Das ist dort, wo ich wunschgemäß helfen kann, kaum verwunderlich, verblüfft mich aber immer wieder, wenn es trotz negativer Auskünfte meinerseits geschieht. Es scheint sich also um ein menschliches Grundbedürfnis zu handeln, vor allem schnell eine Antwort auf ein Anliegen zu bekommen. Jobsuche für Ingenieure Suchen Was Ihre Hoffnung angeht, zumindest ein paar Unternehmen würden nun Besserung in dieser Frage nicht nur geloben, sondern vielleicht sogar auch praktizieren – so hoffe ich mit Ihnen. Nun muss ich noch jene aufmerksamen Leser zufriedenstellen, die sich die ganze Zeit schon fragen: Hat der Mell das etwa nicht gemerkt – und kommt da noch was? Seien Sie beruhigt, er hat und es kommt. So, geehrter Einsender, dieser Artikel ist also nach Ihrer Einschätzung „erstaunlich zutreffend“. So sehr ich mich darüber freue, so traurig stimmt mich doch die mögliche Interpretation Ihrer Bemerkung dahingehend, meine anderen 2.964 Antworten auf Leserfragen und 485 „Notizen aus der Praxis“ in dieser Serie seien eben das nicht gewesen. Ich kann das anders fassen: Treten Sie in einen großen Konzern ein und schreiben Sie später einmal dem CEO eine interne Mitteilung mit vollem Absender, seine jüngste Hauptversammlungs-Rede sei „erstaunlich zutreffend“ gewesen. Über unvermutet über Sie hereinbrechende Beförderungen brauchen Sie sich dann in den nächsten Jahren nicht mehr zu wundern. Oder: Stellen Sie sich vor, Ihr Arzt versichert Ihnen nach sorgfältiger Ganzkörper-Untersuchung, Ihr linkes Bein sei völlig gesund. Von Stund an bewegt Sie nur noch eine Frage: Und was ist mit dem rechten? So gesehen habe ich noch 3.449 andere Beine. Was ist denn nun mit denen? Wenn die etwa „nicht zutreffend“ wären, sollten sie wenigstens „erstaunlich“ sein, wünsche ich mir.   Frage-Nr.: 2.973 Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 41 Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2018-10-12

Heiko Mell

In „Notizen aus der Praxis“ Nr. 486 hatte ich unter der Überschrift „Das schnelle Unternehmen begeistert Bewerber total“ den teilweise vergeblich nach brauchbaren Kandidaten suchenden Unternehmen eine deutlich schnellere Bearbeitung von Bewerbungen als einen Lösungsansatz empfohlen.

Nun schreibt ein Leser:

Ich habe den Artikel gelesen und kann Ihnen da nur zustimmen. Ich habe mich vor Kurzem auf ein Praktikum mit Aussicht auf anschließende Masterarbeit in Aachen beworben. Das ist ein Standort, der trotz einer großen Zahl an (künftigen) Ingenieuren an der Universität nicht gerade eine Fülle an Arbeitsstellen in sämtlichen Ingenieurdisziplinen bietet.

Zunächst bewarb ich mich bei zwei Unternehmen, die mir am ehesten zusagten. Eines davon ließ mir bereits am nächsten Tag eine Einladung zum Gespräch zukommen. Beim zweiten Gespräch dort war der Geschäftsführer anwesend. Erst danach erhielt ich einen Rückruf von dem anderen Bewerbungsempfänger. Zum Zeitpunkt des Anrufs waren bereits zwei Monate seit meiner Bewerbung dort vergangen. Was denken Sie, für welches Unternehmen ich mich deshalb (weitere Argumente komplettierten das Bild) entschieden habe?

Also vielen Dank für diesen erstaunlich zutreffenden Artikel. Ich hoffe, Ihrer Reputation wegen werden ein paar Arbeitgeber den Wert dieses „Qualitätssiegels auf dem Arbeitsmarkt“ erkennen.

Antwort:

Seit ich jenen Beitrag geschrieben habe, bin ich immer wieder auf neue Argumente dafür gestoßen, dass meine damalige Empfehlung absolut richtig war: Da gibt es beispielsweise ein Sprichwort, das etwa so lautet: Wer schnell hilft, hilft doppelt. Und mir fiel plötzlich auf, dass diese schnelle Reaktion auch in ganz anderen Bereichen geschätzt wird: Ich bekomme recht viele Anfragen aller möglichen Art per E-Mail. Von solchen, die sich auf Details meiner kostenpflichtigen Leistungen beziehen bis hin zu Versuchen, ggf. kostenlos an meinen Rat zu kommen oder mich zu bewegen, mal eben 30 meiner „Karriere-Basics“ hinüberzusenden. Ich bemühe mich dabei um Antworten noch am selben oder doch am nächsten Tag. Und selbst wenn ich dann begründen muss, warum ich in der gewünschten Art und Weise nicht helfen kann, kommt oft eine Replik, die etwa so beginnt: „Vielen Dank für Ihre schnelle Reaktion.“

Das ist dort, wo ich wunschgemäß helfen kann, kaum verwunderlich, verblüfft mich aber immer wieder, wenn es trotz negativer Auskünfte meinerseits geschieht. Es scheint sich also um ein menschliches Grundbedürfnis zu handeln, vor allem schnell eine Antwort auf ein Anliegen zu bekommen.

Was Ihre Hoffnung angeht, zumindest ein paar Unternehmen würden nun Besserung in dieser Frage nicht nur geloben, sondern vielleicht sogar auch praktizieren – so hoffe ich mit Ihnen.

Nun muss ich noch jene aufmerksamen Leser zufriedenstellen, die sich die ganze Zeit schon fragen: Hat der Mell das etwa nicht gemerkt – und kommt da noch was? Seien Sie beruhigt, er hat und es kommt.

So, geehrter Einsender, dieser Artikel ist also nach Ihrer Einschätzung „erstaunlich zutreffend“. So sehr ich mich darüber freue, so traurig stimmt mich doch die mögliche Interpretation Ihrer Bemerkung dahingehend, meine anderen 2.964 Antworten auf Leserfragen und 485 „Notizen aus der Praxis“ in dieser Serie seien eben das nicht gewesen.

Ich kann das anders fassen: Treten Sie in einen großen Konzern ein und schreiben Sie später einmal dem CEO eine interne Mitteilung mit vollem Absender, seine jüngste Hauptversammlungs-Rede sei „erstaunlich zutreffend“ gewesen. Über unvermutet über Sie hereinbrechende Beförderungen brauchen Sie sich dann in den nächsten Jahren nicht mehr zu wundern. Oder: Stellen Sie sich vor, Ihr Arzt versichert Ihnen nach sorgfältiger Ganzkörper-Untersuchung, Ihr linkes Bein sei völlig gesund. Von Stund an bewegt Sie nur noch eine Frage: Und was ist mit dem rechten? So gesehen habe ich noch 3.449 andere Beine. Was ist denn nun mit denen? Wenn die etwa „nicht zutreffend“ wären, sollten sie wenigstens „erstaunlich“ sein, wünsche ich mir.

 

Frage-Nr.: 2.973
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 41
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2018-10-12

Von Heiko Mell

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