Heiko Mell

Nicht denken – nachdenken!

Antwort:

Auch wenn Sie sich noch so oft bewerben: Sie bleiben Laie auf dem Gebiet (demgegenüber ist ein Profi, wer die Machwerke berufsmäßig und nahezu täglich liest).Nun gibt es Regeln in dem Metier. Regeln, die – wie die Praxis zeigt – auch Laien durchaus kennen. Diese „Vorschriften“ könnte man als Bewerber nun befolgen oder durchbrechen, notfalls auch souverän ignorieren. Sofern man sich das gut überlegt und sauber begründen kann, ist alles grundsätzlich denkbar (wenn auch Regelverstöße nicht viel erfolgversprechender sind als beispielsweise beim Fußball).

Versuchen Sie aber als Laie nicht, das System „auszutricksen“, indem Sie sich etwas „ausdenken“. Ziel ist es dabei meist, abweichende eigene Vorstellungen umzusetzen – aber dabei nicht gegen den „Buchstaben des Gesetzes“ zu verstoßen.

Es sitzen aber auf der anderen Seite des Schreibtisches keine Juristen, die sich vielleicht Prinzipien mehr verbunden fühlen als der Logik im Einzelfall, sondern pragmatisch denkende Menschen. Formale Einhaltung von Vorschriften imponiert denen überhaupt nicht, sie wollen etwas in die Hand bekommen, das ihren Anforderungen genügt.

Und spätestens jetzt wollen Sie ein Beispiel lesen: Man soll, so heißt es, mit einer Seite beim Anschreiben auskommen. Das dahinterstehende Prinzip heißt nicht: „Rettet den Wald, spart Papier“, sondern: „Verbreitet nicht so viel Text, den kann im hektischen Tagesgeschäft niemand lesen.“ Eigentlich also müsste die Regel lauten: „Nicht mehr als x Zeilen mit y Anschlägen pro Zeile“ – aber so weit geht zum Glück niemand.

Was macht nun ein Bewerber, der ungeheuer stolz ist, einen Ausweg gefunden zu haben? Er quält seine Riesenmenge Text auf eine Seite, wie das Gesetz es vermutlich befahl. Ohne Absätze, ohne Rand, mit kleiner Schrift, oben ohne Anschriftenfeld (also gleich unter dem Absender angefangen), unten bis auf den Rand gequetscht. Das aber war nicht gemeint!

Übrigens ist „so etwas“ viel schlimmer als es 1,5 Seiten wären – und absolut kontraproduktiv im Sinne der Zielsetzung des Bewerbers. Denn 1,5 sauber und wie ein Geschäftsbrief geschriebene Seiten kann man schnell lesen, eine gequetschte Seite hingegen ist widerlich und verärgert den Leser.

Bevor Sie also gegen eine Regel verstoßen (müssen, oft geht es nicht anders), denken Sie einmal intensiv nach, was wohl der Sinn der Geschichte ist. Und wenn Bewerbungsempfänger sich für Examenszeugnisse interessieren, dann wegen der Noten (schau mal an).

Also bitte auch kein „selektives“ Fotokopieren dergestalt, dass diese zentrale Information fehlt. Auch den Trick kannten wir schon (und unterstellen „lauter Vierer“).

Kurzantwort:

Frage-Nr.: 97
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 48
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2001-11-29

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