Heiko Mell

Der Name des Arbeitgebers allein ist zu wenig

Antwort:

Eine Bewerbung muss korrekte Daten und Fakten enthalten. Das ist die eine Seite. Aber damit ist es nicht genug: Sie muss auch Ihr Anliegen unterstützen. Das besteht darin, sich für die angestrebte Position zu qualifizieren.

Schließlich müssen Sie Ihre Arbeitskraft mindestens ebenso geschickt offerieren, wie Sie das bei einem zu verkaufenden Gebrauchtwagen tun sollten. „Auto, rot, 4 Räder, Tel. …“ wäre als Text für das Verkaufsinserat völlig korrekt, aber es würde den Käufer nicht überzeugen. Er will mehr wissen, sonst legt er dieses Angebot als uninteressant zur Seite (wer dieses Beispiel banal findet, hat lange keine Akademiker-Bewerbungen gelesen).

In Ihrer Bewerbung nun ist der Lebenslauf das Herzstück der Qualifikationsdarstellung. Häufig wird er zuerst oder sogar als einziges Dokument der ganzen Bewerbung gelesen. Also muss alles daraus hervorgehen, was Ihre Qualifikation ausmacht. Die Berufserfahrung, so vorhanden, ist das zentrale Thema, daran besteht kein Zweifel.

Aber „Erfahrung“ ist kein Wert an und für sich – es kommt entscheidend darauf an, wo und unter welchen Umständen sie erworben wurde! Auch für die unterste hierarchische Ebene und für jede Tätigkeit gilt: Es ist ein Unterschied, ob Sie vom amerikanischen Konzern oder vom deutschen Privatunternehmen, vom Anlagenbauer oder vom Kfz-Zulieferer, von einem Arbeitgeber mit 10.000 oder einem mit 30 Mitarbeitern geprägt worden sind. Das ist einfach so, niemand kann das ernsthaft bestreiten.Wenn das aber so ist – dann muss Ihre Bewerbung, speziell der Lebenslauf, diese Information auch enthalten! Dann muss statt „Auto, rot, 4 Räder“ dort etwas stehen über Fabrikat, Baujahr, Motor, gefahrene Kilometer, Ausstattung etc. Für Lebensläufe bedeutet das bei den einzelnen Positionen:

  •  Name des jeweiligen Arbeitgebers
  • Branche / Produktspektrum
  •  gesellschaftsrechtliche Grunddaten (koreanischer Konzern, deutsches Privatunternehmen)
  •  Größe nach Mitarbeitern und / oder Umsatz.Schön, es gibt etwa fünf bis zehn Unternehmen in diesem Land, deren Grunddaten als bekannt vorausgesetzt werden dürfen, keinesfalls mehr! Und mit der Aussage „Ihres gehört nicht dazu“, bin ich statistisch auf der sicheren Seite.

Bei der Gelegenheit darf ich an zwei Grundsätze dieses Metiers erinnern:

– Der Bewerbungsempfänger ist nicht zur Recherche verpflichtet; was ihm an Informationen nicht geboten wird, ist „tot“.

– Im Zweifelsfall wird gegen den Bewerber entschieden – bei „Qualifikation“ reichen Indizien nicht, sie muss bewiesen werden.

Konkret:“vom … bis … Müller & Sohn GmbHEntwicklungsingenieur“- darin steckt keine interessante Qualifikation.“

vom …bis … Müller & Sohn GmbH(Verpackungsmaschinen fürdie Lebensmittelindustrie,kundenorientierte Einzelfertigung, Privatunternehmen,ca. 500 MA)

Entwicklungsingenieur- Antriebs- und Steuerungs-technik- selbständige Softwareent-wicklung“- darin steckt eine klare, zweifelsfreie Aussage. Fehlt die, unterstellt der Leser, die Fakten seien wegen fehlender Übereinstimmung bewusst verschwiegen worden.

Kurzantwort:

Frage-Nr.: 55
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 52
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2000-12-22

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