Heiko Mell

Das „Schauen-wir-mal“-Konzept

Antwort:

Arbeitgeber, die ein Arbeitnehmer zu seiner Existenzsicherung ja zwingend braucht, sind in der Regel am wirtschaftlichen Erfolg brennend interessiert. Ja, dieser ist der Sinn und Zweck des ganzen unternehmerischen Tuns. Das bedeutet, Märkte und Kunden extrem wichtig zu nehmen, ständig in Größen wie Umsätzen, Erträgen, Kosten und Investitionen zu denken.

Welche Chancen, es in einem dieser Unternehmen zu etwas zu bringen und dort Karriere zu machen, hat wohl jemand, der wirtschaftliche Zwänge leugnet, Profite hasst, Kunden verachtet, Technik weit über Umsätze stellt und Kosten missachtet, solange „noch genügend Geld da“ ist? Schenken wir uns die Antwort. Fest steht: Unternehmen kommen am besten mit Personal zurecht, dessen Denken zur zwangsläufigen Ausrichtung der Unternehmen passt. Oder: Wer privat die „Enteignung aller Kapitalisten“ fordert, wird es wohl kaum zum Geschäftsführer eines inhabergeführten Unternehmens bringen.

„Was will er denn jetzt schon wieder, das weiß man doch“, mögen Sie, lieber Leser, an der Stelle denken. „Er“ nun geht einfach noch einen Schritt weiter: Unternehmen planen. Sorgfältig, akribisch, detailfreudig, taktisch und strategisch und überhaupt. Bevor ein neues Auto in Serie geht, haben sehr viele Angestellte sehr viele Stunden lang geplant, umgeplant, Planungen verworfen, Konzepte neu aufgestellt. Viele von Ihnen wissen das aus Ihrem Tagesgeschäft besser als ich. Und auch, wer „nur“ Bleistifte oder Kaffeetassen herstellt, plant und plant und plant. Mitunter bis zum Exzess.

Welche Art von Mitarbeiter passt nun wohl am besten ins Management eines solchen Unternehmens? Sind es jene, die auch in eigener Sache, also bei der Gestaltung der eigenen Karriere planen, Abweichungen analysieren, gegebenenfalls neu planen oder jene, die in ihren Belangen irgendwo ungeplant hineinstolpern, die Dinge auf sich zukommen lassen, mal schauen, was dabei herauskommt – und sich dann wundern?

Was alles nichts anderes bedeutet als: Auch die eigene Karriere muss man planen. Weil dort, wo man sie zu machen gedenkt, Planung fast alles und „schauen wir mal“ eher nichts ist.

Weil ungeplantes Herumstolpern in Laufbahnen so „gern genommen“ wird, hat schon einen ungeheuren Vorsprung, wer erst einmal akzeptiert, dass überhaupt geplant werden muss. Wie man plant, ist auch wichtig, aber demgegenüber fast ein Sekundärproblem (wofür es Bücher gibt, u. a. von mir).

Fazit:
Mitarbeiter, die Manager sind oder werden wollen, passen am besten zum Unternehmen, wenn sie instinktiv ähnlich denken und handeln wie dieses. Firmen planen ihren weiteren Weg, ideale Manager ihre eigene Karriere.

Kurzantwort:

Arbeitgeber, die ein Arbeitnehmer zu seiner Existenzsicherung ja zwingend braucht, sind in der Regel am wirtschaftlichen Erfolg brennend interessiert. Ja, dieser ist der Sinn und Zweck des ganzen unternehmerischen Tuns. Das bedeutet, Märkte und Kunden extrem wichtig zu nehmen, ständig in Größen wie Umsätzen, Erträgen, Kosten und Investitionen zu denken.

Frage-Nr.: 431
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 6
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2014-02-06

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