Heiko Mell

Und was machen Sie danach?

Antwort:

Nehmen wir einmal an, Sie haben einen tollen Job. Oder Sie haben ihn in Aussicht. Alle Ihre beruflichen Probleme scheinen damit gelöst zu sein; wenn nicht Katastrophales geschieht, kann nichts mehr schiefgehen. Denken Sie.

Nein, ich spreche heute ausnahmsweise einmal nicht von den klassischen Risiken des Berufslebens, die gibt es natürlich auch weiterhin. Mir ist aufgefallen, wie fatal sich oft ein Umstand auswirkt, den kaum jemand in seine Planungen einbezieht:Wie einmalig, erfüllend und rundum befriedigend Ihre neue oder heutige Position Ihnen auch erscheinen mag – in etwa fünf Jahren wird sie Sie langweilen. Schön, um keinen vorhersehbaren Widerspruch zu provozieren, muss ich eingestehen:
Es gibt Leute, die langweilen sich auch nach zwanzig Jahren fröhlichen „Kistenschleppens“ noch nicht – und da sind solche, bei denen schlägt die Langeweile schon nach Monaten durch. Aber fünf Jahre sind ein realitätsnaher Mittelwert.

Warum das so ist?
Nun, der Reiz des Neuen ist irgendwann dahin, Routine stumpft ab – und Sie verändern sich. Sie wachsen mit Ihren Aufgaben; die Ansprüche an das, was Sie als Herausforderung einstufen, nehmen ständig zu. Und selbst wenn Ihr Ehrgeiz später nicht auf „höhere“ Positionen gerichtet sein sollte, „ich möchte einmal etwas ganz Neues machen“, ist auch ein beliebtes Motiv.

Wie auch immer, Sie werden, so Sie noch jung genug dazu sind, nach etwa fünf Jahren einen neuen Job wollen, der in Ihren Augen einfach „noch besser“ ist.

Und den dann „alten“ müssen Sie „in Zahlung“ geben. So etwa wie auf dem Markt für Autos. Der alte Job qualifiziert Sie für den neuen (so wie oft der Erlös für das alte Auto die zentrale Finanzierungsbasis für das neue darstellt).

So „traumhaft“ Ihre neue oder heutige Position auch sein mag: Sie ist eines Tages nur noch das zentrale Fundament Ihrer späteren Bewerbung. Und so ein Bewerbungsempfänger prüft ganz nüchtern: Passt das, was der Bewerber da macht, zu unserer offenen Position, zu unserem Anforderungsprofil? Ihn interessiert nicht, was Ihnen „damals“ daran traumhaft vorkam, er erfreut sich nicht an einem besonders exotischen Job, aus dem Sie kommen.

Daher lautet die Anforderung an einen „Traumjob“, der Sie rundum glücklich (na gut, einigermaßen glücklich) machen soll:

a) Er muss mir jetzt sehr gut gefallen und es sollte so aussehen, als würde meine Leidenschaft dafür auch etwa fünf Jahre andauern.

b) Er muss nach jenem Zeitraum zu anderen, von mir dann als Fortschritt betrachteten existierenden(!) Positionen hinführen.

Ich muss also stets eine Antwort haben auf die Frage: „Was tue ich danach?“ Und wenn ich keine finde, taugt der neue Job nicht als „Traumjob“ eines Angestellten.

Oder: Man kaufe keinen Neuwagen, der sich später nicht in Zahlung geben lässt. Ich hatte mal so einen …

Kurzantwort:

Nehmen wir einmal an, Sie haben einen tollen Job. Oder Sie haben ihn in Aussicht. Alle Ihre beruflichen Probleme scheinen damit gelöst zu sein; wenn nicht Katastrophales geschieht, kann nichts mehr schiefgehen. Denken Sie.

Frage-Nr.: 415
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 11
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2013-03-15

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