Heiko Mell

Warum rüttelt ihr nicht?

Antwort:

Der Bundeskanzler und ich, wir kennen uns nicht. Aber wir haben es beide mit Gitterstäben, die Ziele so schwer erreichbar machen. Er hat als junger Mann am Zaun des Kanzleramts gerüttelt („ich will da rein“) – und ich wundere mich seit Jahren, warum nicht mehr Vertreter der jugendlichen Hoffnungsträger ein Ähnliches tun. Nicht ausgerechnet an jenem Zaun – da hoffe ich mich mit dem Kanzler einig (er ist jetzt drin im Amt, warum sollte er wollen, dass andere statt seiner …?). Und ich beschäftige mich ohnehin nur mit nicht-politischen Karrieren.

Warum aber, und das ist konkret mein Anliegen, haben so wenig junge Nachwuchskräfte den Mut, sich frühzeitig um ihre erste Führungsposition zu bewerben? Ich wundere mich seit langem darüber. Jetzt, wo die Medien voller Stellenangebote und die Bewerberzahlen klein sind, wäre die Chance doch besonders groß!

Sucht man den Leiter XYZ, auch für kleinere Firmen, auch mit noch bescheidenem Führungsumfang – bewerben sich mit absoluter Sicherheit vor allem Kandidaten, die lange schon „Leiter“ sind, doppelt so große Bereiche führen und die Gehaltsbandbreite sprengen. Das könnte an den Anzeigen liegen, die vielleicht Mut nehmen. Liegt es aber nicht, dafür habe ich es viel zu oft versucht und gebe mir viel zu viel Mühe damit. Anderen Inserenten geht es ähnlich.

Gewiss will niemand den frischgebackenen Absolventen als Führungskraft. Aber fünf Jahre nach dem Berufsstart, so mit 28 bis 31, ist es nicht nur das Recht, sondern fast die Pflicht des Hoffnungsträgers, weitere Ansprüche ernsthaft anzumelden. Noch nicht direkt auf den Vorstandsvorsitz, aber doch auf die für ihn nächsthöhere Ebene. Ganz besonders dann, wenn der „junge“ Bewerber ausdrücklich (auf-)gefordert wird.

Natürlich sollte dann der Lebenslauf bis dahin vorzeigbar sein: anständiges Examen nach eher kurzem Studium, durchgängiger roter Faden, keine überzogene Jobhopperei – nichts Außergewöhnliches, nur was man so hat als Mensch mit Ambitionen.Und wenn Sie im Zweifel sind: „rütteln“ Sie doch ruhig einmal, trauen Sie sich. Beim Kanzler hat es ja auch ein paar Jahre gedauert, bis er denn drin war.

Aber einen wesentlichen Unterschied gibt es zum „Vorbild“: „Ich will da rein“ (ob wirklich gesagt oder gut erfunden) ist eher medienwirksam, als dass es Entscheidungsträger überzeugte. Also schreiben Sie es lieber nicht wörtlich in Ihre Bewerbung.

Kurzantwort:

Frage-Nr.: 41
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 36
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2000-09-08

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