Heiko Mell

Nie gelesen? Dumm gelaufen!

Antwort:

Zeugnisse. Letztlich das, was bleibt nach zwei, fünf, siebzehn Jahren Dienstzeit. Bedeutend bis erfolgsentscheidend im Bewerbungsprozeß – weil in diesem Lande neue Arbeitgeber gern wüßten, wie denn früheren das ?Angebot? (?Ich biete Ihnen meine Arbeitskraft zu folgendem Preis an …?) gefallen hat.

So weit, so unstrittig. Nun zur Frage, wer die Verantwortung für den Inhalt des Dokumentes trägt. Klar, die liegt beim Aussteller. Seine Schuld, wenn Falsches drinnen steht.

Wäre da nicht die alte Geschichte mit dem ehemaligen Autofahrer, in dessen Grabstein man gravieren ließ: „Er hatte Vorfahrt.“ Auch da war die Schuldfrage eindeutig – und auch da wäre es für den Betroffenen sehr viel besser gewesen, er hätte sich nicht auf die eindeutige Rechtslage verlassen.

Es steht eine Menge Unfug in Zeugnissen! Falsche Ein und Austrittsdaten, teils nur bei den Monaten, teils sogar bei den Jahren. Ernennungen und Beförderungen, die der Bewerber zu beschwören bereit ist, fehlen; Tätigkeitsbezeichnungen stimmen nicht mit jenen überein, an die sich der Bewerber zu erinnern glaubt. Von Rechtschreibfehlern gar nicht zu reden („Aquisition“; „… wir wünschen Ihm …“).

Und am schönsten ist: Die im Dokument beurteilten Personen fallen regelmäßig „aus allen Wolken“, wenn ich sie im Vorstellungsgespräch z. B. mit unterschiedlichen Daten und Bezeichnungen in Lebenslauf und Zeugnissen konfrontiere (wobei das Dokument der „Sieger“ ist – der abweichende Lebenslauf gilt als gelogen).

Und genau diese Überraschung darf nicht sein, sie spricht gegen den Kandidaten! Wer auf sich hält, liest seine eigenen Zeugnisse – und zwar unmittelbar nach Aushändigung. Wenn nötig, verlangt er Korrekturen.

Wie qualifiziert man sich für Höheres? Indem man sich mit Unterlagen bewirbt, die man selbst nie gelesen hat! Na wenn das man gutgeht ….

Kurzantwort:

Frage-Nr.: 4
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 51
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 1999-12-24

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