Heiko Mell 02.01.2016, 06:06 Uhr

In eigener Sache: Heiko Mell und Sigmund F.

Sicher wollten Sie schon immer einmal wissen, wie Sigmund Freud geschrieben hat. Schließlich gilt er als Vater der Psychoanalyse. Die wir zwar hier nicht betreiben – weder wollen noch könnten – aber analysiert wird hier auch, und um die Psyche der Person geht es uns oft in besonderem Maße. Wie also hat er formuliert, der Altmeister, wie argumentiert und eben auch analysiert? Die Antwort ist ganz einfach – und für mich ebenso verblüffend wie vielleicht für Sie: Er schrieb wie ich. Nun wissen Sie es.Natürlich ist er frei von dem Vorwurf, etwa in mir ein Vorbild gefunden zu haben – er war berühmt und tot, bevor ich geboren wurde. Bliebe höchstens der Verdacht, ich hätte ihn imitiert. Aber glauben Sie mir, ich habe nie auch nur ein Buch oder einen Beitrag von ihm gelesen. Welcher Ingenieur hat schon solch ein Hobby?

Spätestens jetzt muss ich die Geschichte erläutern, sonst ziehen Sie noch die falschen Schlüsse (über mich natürlich, sein Nachruhm steht). Es gibt auf der Homepage der FAZ – immerhin – ein Programm, dem man längere eigene Textpassagen eingeben kann, woraufhin es in kurzer Zeit das durch Vergleiche gefundene Urteil ausspuckt: „Sie schreiben wie …“ Und dann steht da der Name einer berühmten (schreibenden) Vergleichsperson.

Diesem Test habe ich mich gestellt und unabhängig voneinander zwei hier kürzlich veröffentlichte längere Beiträge eingegeben. Vorsichtshalber auch noch zwei verschieden aufgebaute: eine Antwort auf eine Frage, einmal „Notizen aus der Praxis“.

Und dann sitzt man da als armer Autor, wartet, bangt und hofft. Bangt, es könnte etwas herauskommen, was man als nicht schmeichelhaft empfinden würde wie Marx, Mao oder Rosamunde Pilcher, hofft auf kleine Ähnlichkeiten mit Goethe oder Mann (obwohl, der Einstieg in die Buddenbrooks scheint mir noch immer schwer verdaulich zu sein), würde Loriot oder Kishon als Ehre empfinden. Aber nein, nichts von alledem.Ungerührt meldet das FAZ-Programm für beide Proben: „Sie schreiben wie Sigmund Freud.“ Da stehen wir nun, Sie als Leser, ich als Autor. Und müssen damit leben.

Lesen werde ich Sigmund Freud wohl immer noch nicht. Vielleicht würde er mich ja enttäuschen. Und sonst: Die Idee mit einem Visitenkartenaufdruck „schreibt wie Sigmund F.“ habe ich wieder verworfen. Ich könnte meine Honorartabellen überarbeiten – aber ob der Markt das akzeptiert? Da sitze ich auf einem Pfund und kann doch nicht so recht damit wuchern. Aber erzählen musste ich es Ihnen. Sie hätten es sonst vielleicht gar nicht bemerkt. Und da sei die älteste aller Beraterregeln vor: Tue ein wenig Gutes und dann sprich ausführlich darüber.

Kurzantwort:

Sicher wollten Sie schon immer einmal wissen, wie Sigmund Freud geschrieben hat. Schließlich gilt er als Vater der Psychoanalyse. Die wir zwar hier nicht betreiben – weder wollen noch könnten – aber analysiert wird hier auch, und um die Psyche der Person geht es uns oft in besonderem Maße. Wie also hat er formuliert, der Altmeister, wie argumentiert und eben auch analysiert? Die Antwort ist ganz einfach – und für mich ebenso verblüffend wie vielleicht für Sie: Er schrieb wie ich. Nun wissen Sie es.

Frage-Nr.: 391
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 42
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2011-10-21

Ein Beitrag von:

  • Heiko Mell

    Heiko Mell ist Karriereberater, Buchautor und freier Mitarbeiter der VDI nachrichten. Er verantwortet die Serie Karriereberatung innerhalb der VDI nachrichten.

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