Heiko Mell

Karrierecheck Nr. 8 / 5 Jahre pro … sind anzustreben

Antwort:

Kaum ist man ins Berufsleben eingetreten, wird Zeit zum vieles beherrschenden Kriterium. Zwischen Examen und dem weitgehenden Ende der Beweglichkeit auf dem Arbeitsmarkt liegen nur 25 Jahre – die gut eingeteilt sein wollen. Nichts ist so schwer wieder aufzuholen wie verlorene Zeit; bleibt man andererseits nicht lange genug bei einer Sache (einem Arbeitgeber), drohen Vorwürfe wie „Jobhopper“ oder „Häufigwechsler“.

Also braucht man eine Orientierung, welcher Zeitrahmen für einzelne Vorhaben anzusetzen ist, was die Praxis in dem Zusammenhang akzeptiert und toleriert. Wenn das dann auch noch eine Faustformel ist, die man sich leicht merken kann – umso besser. Natürlich, der Hinweis muss sein, gibt es im Detail begründbare Abweichungen und Beispiele für erfolgreiche Ausnahmen; aber wenn man Lebensläufe in der Praxis sieht, dann wünscht man sich, die entsprechenden Kandidaten hätten wenigstens die Faustformel als Orientierungsrahmen beachtet.

Die Grundregel lautet:
Fünf Jahre sind sowohl anzustreben als auch genug, bei zwei Ausnahmen gilt einmal die Hälfte und einmal das Doppelte. Das war es schon.

Beginnen wir mit den Dienstzeiten pro Arbeitgeber: Fünf Jahre pro Unternehmen schützen Sie vor jedem Vorwurf, sind nicht zu kurz und keinesfalls zu lang. Das muss nicht sklavisch bei jedem Arbeitsverhältnis befolgt werden, aber der Durchschnitt sollte schon darum pendeln (bei Abweichungen kommt es nicht so sehr auf die Schuldfrage an!).

Hier haben wir auch gleich die beiden Ausnahmen: Die Hälfte dieser fünf Jahre (ca. 2 – 3) wird beim Berufsanfänger in seiner ersten Anstellung toleriert. Und das Doppelte (deutlich mehr als zehn Jahre) ist eine Dienstzeitgrenze pro Arbeitgeber, die Anlass geben sollte zum Nachdenken darüber, ob nicht ein Wechsel grundsätzlich angesagt ist (es gibt gute Argumente dafür).

Das alles korrespondiert mit dem zweiten Aspekt „Beförderung/Aufstieg nach jeweils wie vielen Jahren in der Ebene darunter?“Auch hier haben sich die fünf Jahre pro Rangstufe als Durchschnitt bewährt. Wenn weiterer Ehrgeiz vorhanden ist, sollte danach so langsam die nächste Stufe kommen. Gibt es die angestrebte Beförderung nicht nach etwa fünf Jahren, wird gewechselt und dabei der Sprung nach oben realisiert. Nach fünf Jahren in der letzten Position ist man grundsätzlich erfahren genug für den nächsten Schritt. Übrigens reicht ein Weg nach diesem Rhythmus, um bis 50 vom Sachbearbeiter zum Geschäftsführer zu kommen. Wer letzteres gar nicht will, geht vor wie hier und hört auf, wenn er sein Ziel erreicht hat.Und wer gar nicht aufsteigen will? Sollte ebenfalls mindestens fünf Jahre bleiben und nach zehn Jahren die Frage nach einem Wechsel stellen. Und statt des Aufstiegs nach fünf Jahren sollte er versuchen, so alle fünf Jahre eine andere oder veränderte oder erweiterte Aufgabe zu bekommen. Denn 25 Dienstjahre bei einem Arbeitgeber in praktisch unveränderter Position sehen gar nicht gut aus, wenn man dann plötzlich wechseln will oder muss. Was, wie ich stets betone, jederzeit geschehen kann.

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Kurzantwort:

Kaum ist man ins Berufsleben eingetreten, wird Zeit zum vieles beherrschenden Kriterium. Zwischen Examen und dem weitgehenden Ende der Beweglichkeit auf dem Arbeitsmarkt liegen nur 25 Jahre – die gut eingeteilt sein wollen. Nichts ist so schwer wieder aufzuholen wie verlorene Zeit; bleibt man andererseits nicht lange genug bei einer Sache (einem Arbeitgeber), drohen Vorwürfe wie „Jobhopper“ oder „Häufigwechsler“.

Frage-Nr.: 387
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 39
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2011-09-30

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