Heiko Mell

Der Job, den Sie haben, ist nur die „halbe Miete“

Antwort:

Es gibt ein paar Tatsachen und Erkenntnisse, die können Sie zwar ignorieren, aber leugnen können Sie sie eigentlich nicht. Und doch wird der Versuch immer wieder gern unternommen:

– Der Angestellte – und ganz besonders der angestellte Manager – braucht zwingend die Anstellung durch einen Arbeitgeber. Ohne sie ist er irgendetwas zwischen „außer Funktion“ und „auf Transferleistungen angewiesen“.

– Die Anstellung, die er gerade hat, kann er verlieren. Jederzeit, ohne Vorwarnung und auch ohne eigene Schuld. Nie kann er sich sicher sein, dass ein vorhandenes Arbeitsverhältnis „ewig“ hält.

– Der unfreiwillige Verlust der jeweiligen Anstellung ist eine existenzbedrohende Katastrophe. Es gibt nur eine einzige sinnvolle Lösung: eine neue Anstellung in vergleichbarer oder besserer Position bei einem neuen Arbeitgeber.

– Auch wer in einem ungekündigten, „unbedrohten“ Arbeitsverhältnis steht, ist bei der Realisierung beruflicher (z. B. Aufstiegs-) Pläne darauf angewiesen, eine neue Anstellung in eher besserer Position bei einem neuen Arbeitgeber zu finden. Auch dieser Bedarfsfall kann jederzeit eintreten.

– Die daraus abzuleitende Regel lautet: Sie brauchen a) einen befriedigenden Job und b) die Gewissheit, im jederzeit möglichen(!) Bedarfsfall einen gleich guten oder besseren Job zu finden (am besten mehrere, der Mensch will ja Auswahl haben). Und das auch noch möglichst schnell.

Um es kurz zu machen: a) ist drin in den Köpfen der Angestellten, b) nicht. Es ist erschreckend zu sehen, dass langjährig tätige Sachbearbeiter ebenso wenig darauf achten wie ranghohe Manager. Dabei gilt für alle:

– Der Job, den Sie gerade ausüben, ist nur halb so „toll“, wenn Sie nicht die Gewissheit haben, jederzeit angemessenen Ersatz finden zu können. Dazu wiederum brauchen Sie zwei Ansatzpunkte:

1. Es muss solche Jobs überhaupt hinreichend oft geben (Branche, Tätigkeit, Firmenart und -größe, Vergütung etc.). Die einzige Position einer bestimmten Art im Lande einzunehmen, darf nicht stolz machen – es ist eher dumm.

2. Ihre spezielle Qualifikation in fachlicher und persönlicher Hinsicht muss den Standardansprüchen vorhandener, vergleichbarer Jobs entsprechen.

Nun liegen diese Informationen zum Glück „auf der Straße“. In Stellenanzeigen steht viel von dem, was Sie wissen müssen – so alle drei bis sechs Monate sollten Sie in die Stellenbörsen schauen und prüfen, ob Sie wohl Alternativen fänden. Und alle paar Jahre kann die eine oder andere konkrete Bewerbung nichts schaden. Vielleicht bringt diese Aktion Sie dann sogar dazu, Schwung in Ihre Laufbahnplanung zu bringen.

Und: Wir haben derzeit (eine etwas spezielle) Hochkonjunktur – viel besser kann es kaum noch werden. Wenn Sie jetzt erkennen müssen, dass es kaum vergleichbare andere Jobs für Sie gibt („die suchen immer nur, was ich nicht bin“), dann war diese Kolumne wichtig und Sie sind jetzt gewarnt.

So besteht also die „Hohe Schule“ der Berufswegplanung darin, möglichst nur Jobs anzunehmen, für die es im Ernstfall hinreichend viel Ersatz gibt. Daher gilt auch: „Verachtet mir den Standard nicht“ (frei nach „Die Meistersinger von Nürnberg“ von Richard Wagner).

Kurzantwort:

Es gibt ein paar Tatsachen und Erkenntnisse, die können Sie zwar ignorieren, aber leugnen können Sie sie eigentlich nicht. Und doch wird der Versuch immer wieder gern unternommen:

Frage-Nr.: 380
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 23
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2011-06-09

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