Heiko Mell

Wascht mich, aber macht meinen Pelz nicht nass

Antwort:

Ich bin fest davon überzeugt, dass es bei Leistungssportlern mehr Träume von olympischem Gold gibt als solche Medaillen. Und dass sich mehr junge Akademiker einen Platz im Top-Management eines Konzerns erhoffen als es dort Vorstandspositionen gibt. Das ist normal: Überall muss man sehr viel wollen, um hinterher auch nur etwas zu erreichen.

Anspruchsvolle berufliche Zielsetzungen sind also durchaus ratsam, weil das Leben in der Regel eher Flügel stutzt als überraschend zusätzliche Federn wachsen zu lassen. Und es entsteht so manche Pensionierung als Abteilungsleiter aus dem früheren Wunsch, Geschäftsführer zu werden.

So weit, so gut. Aber: Ziele zu setzen ist eine Sache, dabei Bedingungen zu stellen ist eine andere. Beides sind zwei verschiedene „Kreise“, die sich nicht miteinander vertragen. „Ich will als Bauherr selbst ein Haus bauen, dabei jedoch keinen Ärger bekommen“ – das kann man sagen, aber der Praktiker wird lächelnd sagen, dass das nicht geht. Ebenso geht maximale Karriere in der Regel nicht ohne Bereitschaft zum Umzug und eine angestrebte hohe Sparquote kollidiert mit fehlender Bereitschaft zum Konsumverzicht.

Auslöser dieses Beitrags war ein Ratsuchender, der weiterkommen will, unternehmensintern einen Haufen böser Probleme hat, aber sagt: „Natürlich will ich in diesem Konzern bleiben.“ Der Außenstehende erkennt sofort: Die einzige Lösung liegt im Wechsel der Arena, in der dieser Mann heute so hoffnungslos kämpft. Das Ziel ist erreichbar, aber die kompromisslose Bedingung steht einer Lösung total im Weg.

Formulieren Sie also keine Bedingungen, die eine Erreichung Ihres Hauptzieles nahezu unmöglich machen. Erarbeiten Sie stattdessen eine Zielprioritätenliste – auf der jede Rangstufe nur einmal besetzt wird. Auf Nr. 1 steht das wichtigste Ziel, z. B. „Karriere machen“. Auf Nr. 2 steht beispielsweise „im Konzern bleiben“. Das aber bedeutet: Nr. 1 dominiert und wird durchgesetzt – sofern möglich, unter Berücksichtigung von Nr. 2 (und folgenden), notfalls aber auch gegen alles, was nach Nr. 1 kommt.

Und falls Sie mich nun für herzlos und kaltschnäuzig halten, bauen Sie Ihre Liste doch einfach um: Setzen Sie „im Konzern bleiben“ auf Nr. 1 und die „Karriere“ auf Nr. 2 oder noch tiefer. Und dann setzen Sie Nr. 1 um – sofern es geht, unter Berücksichtigung der nachfolgenden Ziele, notfalls aber auch ohne. Das funktioniert auch und erzieht zur Konsequenz.

Und wenn Sie „Hamburg“ auf Nr. 1 setzen, aber Ihre Partnerin auf „München“ besteht? Dann allerdings bin ich es irgendwie „nicht gewesen“, der die Idee mit dieser Prioritätenliste hatte, ich bin doch nicht des Lebens müde oder so. Aber Sie hätten dann immer noch die Chance, „Spagatliebhaber“ zu werden. Was das ist, erkläre ich später einmal.

Kurzantwort:

Ich bin fest davon überzeugt, dass es bei Leistungssportlern mehr Träume von olympischem Gold gibt als solche Medaillen. Und dass sich mehr junge Akademiker einen Platz im Top-Management eines Konzerns erhoffen als es dort Vorstandspositionen gibt. Das ist normal: Überall muss man sehr viel wollen, um hinterher auch nur etwas zu erreichen.

Frage-Nr.: 366
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 40
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2010-10-06

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