Heiko Mell

„Pistabasho GXti“ und andere Exoten – entscheidend ist, was außen draufsteht

Antwort:

Nehmen wir einmal an, Sie hätten sich beim letzten Autokauf für einen Exoten entschieden. Weil dessen Motor so wenig Abgas produziert, weil dessen Getriebe mit einer besonders intelligenten Steuerung arbeitet, weil hinten im Wagen so viel Kopffreiheit winkt und weil das professionelle Navigationssystem nicht – wie meines, beispielsweise – bei jedem Anstellen irgendwo anders innerhalb seines „Menü-Friedhofs“ startet. Das waren alles tadellose Entscheidungsgründe – sachlich, logisch, sinnvoll. Und herausgekommen ist ein „Pistabasho GXti“ oder so. Der alles das vereint, was Ihnen wichtig war. Was sich dann in der Praxis auch durchaus so darstellt, wie Sie es beim Kauf erhofft hatten.

Und dann wollen Sie das Fahrzeug nach vier oder fünf Jahren wieder verkaufen. Auf dem dafür vorgesehenen Markt, der von Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Und dort interessiert sich plötzlich kein Mensch für das Sie damals so überzeugt habende intelligente Getriebe und den Kopfraum hinten. Der Markt ist stur, geht nach seinem Standardschema vor – und entscheidet, dass Sie einen „Pistabasho GXti“ anbieten und sonst gar nichts. Den praktisch keiner kennt und also keiner kauft. Und den anzuschauen sich die Händler anderer Marken schlicht weigern.Was rät der Fachmann? Entscheidend für den Verkauf ist nicht die Summe diverser Details, entscheidend ist, welchen Namen, welches Image das Vehikel hat. Beides muss bei vielen potenziellen Käufern bekannt sein und löst dann den Kaufimpuls aus. Märkte denken so.

Und die „Moral von der Geschicht“? Es gibt auch Leute, die wählen ihr Studium nur nach den einzelnen Fächern, nach der Kombination von diesem und jenem aus, finden das toll, greifen zu – und wundern sich, dass ihr fertiges Produkt, also die Bezeichnung ihrer neu erworbenen Qualifikation, auf keinen Bedarf stößt, als Exot gilt, dass nur die zentrale Bezeichnung des Ganzen zählt, aber nicht, was unter dem Lack steckt. Und dann sind sie jemand, der nur in einem winzigen Marktsegment gebraucht wird und verbringen viel Zeit mit der immer wieder erforderlichen Erklärung, dass z. B. ein „Dipl.-Ing. für Pflanzenpsychologie“ eigentlich alles kann und wahrscheinlich noch mehr.

Und mir bleibt nur die Hoffnung, dass beide gefundenen Begriffe tatsächlich als Phantasieprodukt durchgehen und nicht irgendwo schon real existieren. Man weiß ja nie …

Kurzantwort:

Nehmen wir einmal an, Sie hätten sich beim letzten Autokauf für einen Exoten entschieden. Weil dessen Motor so wenig Abgas produziert, weil dessen Getriebe mit einer besonders intelligenten Steuerung arbeitet, weil hinten im Wagen so viel Kopffreiheit winkt und weil das professionelle Navigationssystem nicht – wie meines, beispielsweise – bei jedem Anstellen irgendwo anders innerhalb seines „Menü-Friedhofs“ startet. Das waren alles tadellose Entscheidungsgründe – sachlich, logisch, sinnvoll. Und herausgekommen ist ein „Pistabasho GXti“ oder so. Der alles das vereint, was Ihnen wichtig war. Was sich dann in der Praxis auch durchaus so darstellt, wie Sie es beim Kauf erhofft hatten.

Frage-Nr.: 320
Nummer der VDI nachrichten Ausgabe: 8
Datum der VDI nachrichten Ausgabe: 2008-02-20

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